Nur hinein geschnuppert
Es beginnt stürmisch.
Eine Warnung vorweg: Legt meine Ersteindrücke zu Geheimakte 3 nicht auf die Goldwaage. Die mir vorliegende Vorschau ist sehr kurz und befindet sich laut Entwickler noch in einem sehr frühen Stadium. Entsprechend kryptisch mutet die Geschichte an: Zunächst geht es gar nicht um Max & Nina, stattdessen spiele ich einen mysteriösen Mann namens Menis Ra. Im Jahre 48 nach Christus bekommt er den Auftrag, in der großen Bibliothek von Alexandria ein Feuer zu legen (kommt mir das nicht irgendwie bekannt vor…?), um ein paar Papyrusrollen zu vernichten.
Nachdem ich diese nicht allzu schwere Aufgabe erledigt habe, springt die Preview in die Gegenwart. Dort rast Nina in ihrem Hochzeitskleid sowie via Bike zur Kirche, um ihren Max zu ehelichen. Die Szene endet in einer Katastrophe: Plötzlich ist Nina ganz alleine, das Gebäude fängt an zu brennen, unheimliche Gestalten tauchen auf und zum Schluss… entpuppt sich der Horror als Albtraum. Nach dem erleichterten Erwachen folgt sogleich das Böse, denn ein Anti-Terror-Trupp stürmt die Wohnung der beiden Liebenden. Max wird verhaftet, gibt Nina einen verschlüsselten Hinweis, und diesen nutzt sie sogleich, um ihrem Verlobten zu helfen.
Ein typischer Animation Arts
Eine Hochzeit mit Hindernissen.
Ich mag die Geheimakte-Spiele – und auch Lost Horizon. Zwar wirken die Geschichten und speziell die Rätsel mitunter arg konstruiert, aber mir gefällt die Fairness hinter dem gesamten Spieldesign. Das ist bei der Vorschau zu Geheimakte 3 nicht anders: Allein diese tolle Benutzerführung sorgt bei mir automatisch für Spaßpunkte, weil sich kein anderes Point’n’Click-Adventure so leichtfüßig spielt. Doch abseits des Vertrauten bin ich milde enttäuscht von dem, was ich bislang zu sehen bekommen habe.
Laut den Presseunterlagen arbeitet Entwickler Animation Arts mit NEOS Film zusammen, einem Team erfahrener Autoren aus dem Film- und Fernsehbereich. Damit wollen die Jungs sicherlich mehr Professionalität und Glaubwürdigkeit für ihre eigenen Geschichten entwickeln, doch leider muss ich sagen: Die Preview geizt mit einem Qualitätssprung. Sei es Alexandria, die Traumsequenz oder das folgende Rätselsegment: Bislang wirken diese Dinge erneut einen Tacken zu konstruiert und eine Ecke unglaubwürdig. Bei den Dialogen fällt mir zudem ein ähnlicher Fehler wie bei Lost Horizon auf, nämlich das Menis Ra im Jahre 48 nach Christus kaum anders spricht als Max & Co.
Bezüglich der Rätsellogik hoffe ich inständig, dass hier wirklich noch die eine oder andere Sache überarbeitet wird. Speziell die eine Feuerlösch-Aktion ist haarsträubend – auch wenn sie innerhalb der Traumszene vorkommt und man damit theoretisch die Unlogik dahinter erklären könnte. In einem Comedy-Adventure würde die Idee noch funktionieren, aber Geheimakte 3 möchte sichtlich ernst genommen werden (zumindest an dieser Stelle). Deshalb, ein gut gemeinter Rat an Animation Arts: Schmeißt dieses eine Rätsel raus, ihr macht euch sonst lächerlich.
Ausblick
Wird Geheimakte 3 ein gutes Spiel? Vermutlich, denn Animation Arts hat bislang immer die Kurve gekriegt – wieso sollte das jetzt anders sein? Aber die Preview gibt mir keinen Anlass für frenetischen Jubel. Es ist trotz der Bemühungen, mehr Arbeit, Geld und Zeit in die Storyentwicklung zu stecken, bislang eine typische Fortsetzung – mit all ihren Vor- und Nachteilen.