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Gothic III

Piranha Bytes
JoWooD
Rollenspiel
13.10.2006
k.A.
PC
Gespielt von: alle ansehen
Nierenwalter JaySniperD BorgozTheHydra betito73 Claymore aRAVENc Musuchireru
Bewertung
USK
  16.10.2006   0 Kommentare   16255 Klicks
Gothic III 0,0 0

Gothic III Spieletest

Episch, epischer, Gothic 3

Vor zwei Jahren hatten wir den großen Showdown der Ego-Shooter Legenden ´Doom´ gegen ´Half- Life´, diesmal sind epische 3D-Rollenspielwelten an der Reihe: Nachdem Bethesda Softworks mit ´Oblivion´ die Meßlatte extrem Nahe an die ´Game of the Year´-Höhe gesteckt hat, erhielt Piranha Bytes den Vorteil, nachlegen zu können. ´Gothic 3´ ist die Fortsetzung zweier überraschend genialer RPGs aus deutschen Landen und soll mit neuer Engine sowie riesiger Spielwelt den Amerikanern das Fürchten lehren.

Clash of the Titans

 

Gothic III
Vor zwei Jahren hatten wir den großen Showdown der Ego-Shooter Legenden ´Doom´ gegen ´Half- Life´, diesmal sind epische 3D-Rollenspielwelten an der Reihe: Nachdem Bethesda Softworks mit ´Oblivion´ die Meßlatte extrem Nahe an die ´Game of the Year´-Höhe gesteckt hat, erhielt Piranha Bytes den Vorteil, nachlegen zu können. ´Gothic 3´ ist die Fortsetzung zweier überraschend genialer RPGs aus deutschen Landen und soll mit neuer Engine sowie riesiger Spielwelt den Amerikanern das Fürchten lehren. Das Ergebnis erinnert phasenweise leider an ein unrühmliches Bug-Fiasko namens ´Ultima 9´, zudem der vergleichsweise schwere Einstieg die Mängel anfangs um ein Vielfaches dramatisiert.

 

Schon von Minute eins an habt ihr das Gefühl, das ´Gothic 3´ etwas vorschnell auf den Markt geschmissen wurde. Ein schickes, kurzes Render-Intro erklärt Nichtkennern der Vorgänger eigentlich überhaupt nicht, was hier los ist. Stattdessen werden sie mitten in ein Gefecht voller Menschen und Orks geworfen, erst danach klären sich wenigstens ein paar Fragen, sobald ihr mit den Weggefährten des Hauptcharakters redet (welche sich kurz danach auch schon von ihm trennen). Demnach befindet ihr euch auf einem neuen Kontinent, auf dem die Orks das Sagen haben: Rebellen versuchen die versklavten Menschen zu befreien, ihr selber habt die Wahl, auf welche (oder besser FÜR welche) Seite ihr euch schlagen möchtet. Mit der Zeit erforscht ihr zwei weitere Landstriche, namentlich eine Sandwüste und ein Eisgebirge. Auch dort stehen mehrere Gruppierungen im Zwist gegeneinander, wie z.B. Asassine und Nomaden, deren Sympathie-Vorzüge sich der Spieler selber aussuchen darf.

Startschwierigkeiten: Eindrücke der ersten Spielstunden

 

Gothic III
Viermal so groß sei die Welt im Vergleich zum Vorgänger, was ich persönlich nicht überprüfen kann: So großen Respekt ich vor der Serie auch habe, der Einstieg fiel mir immer sehr schwer und die Zeit war stets knapp, als dass ich richtig in die Saga hineintauchen konnte. Dabei wurde die Steuerung stets als größtes Manko angesehen, welche beispielsweise das Austauschen von Gegenständen im Inventar und in einer Kiste unnötig erschwerte. Dies hat sich nun etwas gebessert, weil ihr endlich einen Mauszeiger auf dem Bildschirm seht, mit dem ihr genre-üblich ein Objekt von einem Platz zum anderen zieht. Ein weiteres Problem war das Echtzeit-Kampfsystem, welches blockig und störrisch wirkte. Hier haben die Entwickler versucht, mehr Komplexität einzubauen: Ihr könnt nun direkt parieren, schnell zurück stechen oder mit Rundumschlägen herumwirbeln. Leider resultiert daraus immer noch kein gutes Kampfgefühl, erneut plagt euch ein mangelhaftes Reaktionsvermögen bei erfolgreichen Treffern des Gegners. Dieses kleine Manko wird durch die unfertige Technik, die ´Gothic 3´ an den Tage legt, leider verstärkt.

 

Zugegeben: Mein PC gehört sicherlich nicht mehr zur Top-Klasse, speziell die Radeon X800 Pro wirkt im Vergleich zu modernen Rechnern eher kümmerlich. Doch bislang funktionierte jedes von mir getestete Spiel einwandfrei, selbst die grafische Granate ´Oblivion´ lief in ordentlich stabilen Frame-Raten. ´Gothic 3´ hingegen ruckelt phasenweise wie ein mittelschweres Erdbeben, ohne dabei an die grafischen Qualitäten des Konkurrenten heranzukommen. Das Problem ist auch weniger die Performance an sich, bedingt durch Grafikkarte und Prozessor, als die schier unglaubliche Menge an Daten, jene im Sekundentakt von Festplatte zu RAM und umgedreht geschaufelt wird. Sobald ihr in neue Regionen vorstoßt, ein neuer Feind auftaucht oder auch nur das Inventar aufploppt, stockt das gesamte System gerne mal so stark, als ob es gleich einem Infarkt erliegen würde.

Streaming-Fiasko

 

Gothic III
Als unverbesserlicher ´Ultima´-Fan ist mir dieses Phänomen mehr als bekannt, litt doch die gesamte Serie an dieser technischen Unzulänglichkeit. Doch das ist leider noch nicht alles: Bis ich das Spiel überhaupt vernünftig zum Laufen gebracht hatte, vergingen gut ein bis zwei Stunden. Zunächst flimmerten schwarze Quader anstatt echter Personen über den Bildschirm, danach mussten ein paar Technikschmankerl abgeschaltet werden, damit wenigstens die 3D-Performance stimmte. Innerhalb der ersten fünf Spielstunden wurde ich Zeuge dreier Abstürze (und dabei habe ich nicht mal etwas extraprovokantes ausprobiert, sondern bin ´nur´ durch die Gegend gelaufen oder habe das Optionsmenü aufgerufen), einmal bekam ich keinen Level gutgeschrieben (obwohl ich schon gut anderthalb mal so viel Erfahrungspunkte hatte, wie notwendig) und stellenweise hatte ich das Gefühl, dass eingesammelte Gegenstände nicht im Inventar landeten oder das der Held seine Ausrüstung auszog. Anschließend an diesen fünf Stunden wurde es mit der Festplattenratterei immer schlimmer, d.h. minimal alle zehn Sekunden wurde das Bild neu aufgebaut (!!!) und nur ein Neustart sorgte für Abhilfe. Daraufhin habe ich die Hälfte der Grafik-Einstellungen abgestellt, damit ich mir endlich mal das Spieldesign anschauen konnte. Wohlgemerkt: Festplattenruckler gab es immer noch, obwohl ´Gothic 3´ nun vielleicht wenig besser als sein drei Jahre alter Vorgänger aussah...

 

Durch die Zuckelei verkamen die Kämpfe zur Geduldsprobe: Ob ich oder der Gegner gewann, schien beinahe zufallsabhängig. Genau genommen hing es davon ab, wer von uns beiden den ersten Treffer landete. Als ich sicherlich zum hundersten Mal den Löffel abgegeben hatte, reichte es mir: Ab ins Optionsmenü und den Schwierigkeitsgrad auf ´Easy´ gestellt. Und siehe da: PLÖTLZICH machte Gothic 3 Spaß... und zwar gleich verdammt viel auf einmal.

Einstieg abgehakt: Willkommen in ´Gothic 3´

 

Gothic III
Wenn der Spielfluss einmal vorhanden ist und ihr nicht mehr tausend Tode sterbt, ist das Herumwandern, Monster meucheln und Sidequests lösen ähnlich motivierend wie beim großen Konkurrenten ´Oblivion´. Allerdings frage ich mich, warum Piranha Bytes nicht aus vergangenen Fehlern lernt: Schon ´Gothic 1´ und ´Gothic 2´ galten als Spiele, deren Einstieg recht und vor allem unnötig schwer geraten war. War man einmal drin, mochte man nicht so schnell wieder raus. In die gleiche Falle tappt ´Gothic 3´ und dies nicht allein aufgrund des suboptimalen Kampfsystems: Hilfreiche Dinge, wie eine gescheite Weltkarte oder Teleportiersteine für jede Stadt, sind zwar vorhanden, müssen jedoch erst einmal gefunden werden. Gerade letzteres treibt mich jedes Mal an den Rand des Wahnsinns: Da hat man endlich einen neuen Ort gefunden und will ihn anschließend nur unter Mordandrohungen wieder verlassen, ohne den begehrten Teleporterstein gefunden zu haben! Schließlich möchte ich den viertelstündigen Weg kein zweites Mal zu Fuß gehen und da es auch keine Reittiere gibt, bleibt nur die ´Scotty, beam me up´-Version als abkürzende Variante.

 

Ebenfalls nicht gerade einsteigerfreundlich ist die Story-Entwicklung: Nachdem mir schon das merkwürdig wortkarge Intro sauer aufgestoßen war, bekommt ihr danach zwei wichtige, simple Aufträge, nämlich den Anführer der Orks namens Xardas zu finden, sowie irgendwelche Feuerkelche aufzuspüren und im eisigen Nordmer abzuliefern. Ihr erhaltet aber nur ganz wenige Hinweise, wo ihr mit der Suche überhaupt anfangen solltet, d.h. hier hilft nur reines Abklappern von Ortschaften und Labern mit sämtlichen gesprächsbereiten Personen. Gute 30 Spielstunden später bin ich im eigentlichen Hauptquest nur minimal vorangekommen, stattdessen erledige ich eine Nebenmissionen nach der anderen. Das macht zugegebenermaßen Spaß, doch der von vielen Spielern gewünschte ´rote Faden´ ist hier so dünn, wie der geistige Anspruch eines Davilex-Rennspieles.

Brillante Welt mit dummen Orks

 

Gothic III
Was hingegen abgöttisch brillant funktioniert ist die Spielwelt sowie deren Entwicklung: Wenn ihr beispielsweise eine von Orks besetzte Stadt frei räumt, wird diese tatsächlich neu von Menschen bevölkert. D.h. es ändern sich nicht nur triviale Kleinigkeiten, die Welt verändert sich in manchen Punkten gravierend und dies basierend auf euren Entscheidungen. Ebenfalls sehr gut sind viele der Dialoge, welche das raue Leben der Menschen und der Orks wunderbar rüber bringen. Gleichzeitig beschränkt sich deren Länge auf ein angebrachtes Minimum, unnötige Quatschereien sind eine Seltenheit. Auf der anderen Seite ärgert mich das Notizbuch, welches zwar für jede Quest die relevantesten Sätze automatisch mitschreibt, mir jedoch nicht genau verrät, wo sich die Person, mit der ich geredet habe, befand. Es wird nur der Name der Stadt erwähnt, manchmal jedoch erlange ich Quests von Leuten, die etwas außerhalb residieren... und deren Standort ich nach zehn Spielstunden selbstredend vergessen habe.

 

Die KI betrachte ich wiederum mit gemischten Gefühlen: Schön ist beispielsweise, dass ihr Gruppierungen verschiedener Gegner- oder Tiertypen gegenseitig auflaufen lassen könnt. Ebenfalls nett anzusehen ist das Rudelverhalten, d.h. Hirsche oder Wölfe laufen gerne mal im Fünferpack durch die Gegend. Dämlich hingegen sind die völlig bescheuerten Orks: Selbst wenn gleich Hundert Stück vor euch stehen, könnt ihr sie einzeln durch zaghaftes voran- und wieder zurückschreiten anlocken bzw. der Reihe nach abmurksen. Richtig idiotisch sieht es aus, wenn zwei Orks miteinander reden, jedoch nur einer von ihnen auf euch aufmerksam wird. Dann bleibt der andere wie festgemeißelt stehen und ein dritter Ork gesellt sich zu ihm hin, wohl damit er nicht weiter Selbstgespräche führen muss... während ich den armen, heranstürmenden Kumpel mit wenigen Schwertstreichen niederstrecke.

Von hoher Traglast, verschwundener Magie und dem Sinn der Ausdauerenergie

 

Gothic III
Weder jubeln, noch meckern möchte ich über das eigentliche RPG-Konzept, welches erstaunlich unkompliziert daherkommt: Ihr könnt beispielsweise so viele Sachen mit euch schleppen, wie ihr wollt. Das Tragen von Dutzenden von Ork-Waffen ist keine Seltenheit und sollte auch tunlichst ausgenutzt werden, wollt ihr am Ende bei einem Händler einen satten Gold-Gewinn erzielen. Diverse Talente, wie z.B. Truhen aufknacken, Waffen schmieden oder zwei Schwerter gleichzeitig führen, müsst ihr genauso erlernen, wie die ganzen Zaubersprüche. Egal, was ihr davon begehrt: Man benötigt die passend hoch gelevelten Charakter-Attribute, etwas Gold und die so genannten Lehrpunkte, welche ihr durchs Kämpfen erhaltet. Noch ein paar Worte zur Magie: Ein Teil davon, die sogenannte Runenmagie, ist der Story nach nicht mehr verfügbar, kann aber im Laufe des Spieles wieder erlangt werden. Man möge jedoch mir armen Tester verzeihen, dass ich mich auf diesen Aspekt nur wenig konzentriert habe und dafür lieber mein heißgeliebtes Feuerschwert sprechen lies. Schließlich gibt es massig ähnlich wirkende Tränke oder Schriftrollen, welche seltsamerweise gleichfalls Magiepunkte kosten.

 

Neben diesen und den Lebenspunkten gibt es noch einen weiteren Energiebalken, nämlich den für eure Ausdauer. Dessen Sinn ist es, bei optionalem, schnelleren Rennen und ausufernden Kämpfen zu erschöpfen, sowie folgerichtig einen Nachteil zu erfahren. Ersteres funktioniert einwandfrei: Nach einigen Sprint-Metern geht eurem Helden die Puste aus und ihr müsst erst einmal in Normalgeschwindigkeit weiter laufen. Letzteres hingegen funktioniert überhaupt nicht: Selbst mit ausgeschöpfter Ausdauer schlagt und schwingt ihr fast genauso effektiv, wie mit voller Energie. Dies ist mit ein Grund, weshalb bei Kämpfen meist nur der erste Treffer relevant ist: Selbst wenn der Gegner hundert Schläge einstecken muss, bekommt ihr ihn dank seiner Trägheit und mit etwas Glück trotzdem klein.

Schön... könnte aber schöner sein...

 

Gothic III
Nach so viel Konzept und Design möchte ich zurück zum Anfang meiner Review springen und der Grafik ein klein wenig mehr Platz einräumen. Richtig schlecht ist diese natürlich nicht, manche Landstriche sehen selbst in heruntergeschalteter Weitsicht sehr atmosphärisch aus. Des weiteren konnte ich in letzter Minute das Spiel auf einem PC eines Freundes installieren, dessen Grafikkarte den mir vorenthaltenen Pixel-Shader 3.0 beherrschte. Der Eindruck dort war auch eine Ecke schöner, aber immer noch nicht so richtig zufriedenstellend... zudem auch hier das Spiel regelmäßig Ruckler dank der Laderei produzierte. Ihr könnt übrigens selber vergleichen: Die Bilder in unserer Review sind abwechselnd auf meinem Rechner und auf dem des Freundes entstanden.

 

Mit der Art der Szenarien bin ich ebenfalls nicht so recht zufrieden, nicht zuletzt weil die Wüste streckenweise sehr leer und das Eisgebirge sehr nebelig daherkommt. Recht schick sind einige Höhlen sowie die feschen Wettereffekte, sei es Tag/Nachtwechsel, Regen, Schnee oder Sandsturm. Ein sehr hässlicher Effekt hingegen, der nicht zu den Bugs zu gehören scheint, ist das Nachzeichnen von kleineren Objekten, sei es Gras, Wasserwellen oder sogar Gegner. In kaum einem anderen Spiel fällt dies so stark auf, wie im Falle von ´Gothic 3´: Selbst wenn ihr die höchstmögliche Weitsicht einstellt, erscheinen viele Dinge rein vom optischen Anspruch her gesehen viel zu spät auf dem Bildschirm. Zudem seht ihr bei größeren Felsbrocken oder im Wasser einen sehr unschönen Bruch zwischen detaillierter und undetaillierter Textur.

Wir verneigen uns vor dem Komponisten

 

Gothic III
Über jeden Zweifel erhaben ist die Musik von Kai Rosenkranz, womit sich der Kerl zur Spitze der deutschstämmigen Computer-/Videospielkomponisten katapultiert: Es fehlt zwar auch hier an Abwechslung, aber die wunderschöne und größtenteils überraschend melancholische Musik wird nie nervig oder langweilig. Jeremy Soules ´Oblivion´ ist zugegebenermaßen noch eine Ecke genialer, aber ´Gothic 3´ erreicht eine fast genauso hohe Klanggewalt, zudem manchem das ´echte´ Orchester besser gefallen könnte. Dazu gibt es hübsche Sound-Effekte und eine gewohnt gelungene Sprachausgabe.

 

Thema Bugs

 

Gothic III
Während ich anfangs mehr mit Abstürzen und nahezu Nichtspielbarkeit zu kämpfen hatte, fielen mir während der ´eigentlichen´ Testphase weitere, z.T. sehr peinliche Kleinigkeiten auf. Nur auf meinem Rechner, und nicht auf jenem des Kumpels, plagten mich äußerst nervige Z-Buffering-Fehler, d.h. Kristalle, Feuer oder Wasser wurden über andere Objekte gezeichnet, obwohl sie eindeutig hinter diesen lagen. Dagegen wirkten die Clipping-Problem regelrecht harmlos, obwohl sich auch hier die meisten der modernen Computerspiele im direkten Vergleich halb tot lachen dürften. Alle weiteren, mir begegneten Bugs sind spielerischer Natur und verleiten oftmals zum Cheaten. Am heftigsten ist der Fehler, dank dem ihr Gegenstände beliebig und ohne Zeitdruck benutzen dürft, solange ihr das Inventar aufklappt. Wohlgemerkt: Gleichzeitig stehen rings um euch herum mehrere Orks, die euch verzweifelt schlagen wollen, euch aber nicht treffen. Auch könnt ihr so Vergiftungen austricksen: Schaltet ins Menü, wartet bis das Gift aufhört zu wirken und trinkt danach einen Heiltrank. Selbst wenn eure Lebensenergie den Nullpunkt passiert, könnt ihr so nicht sterben und müsst keinen Trank zur Entgiftung verbrauchen. Genauso ungewollt ist ein kleiner Speicherbug: Werdet ihr von einem Kollegen begleitet und dessen Lebensenergie neigt sich dem Ende zu, reicht ein kurzes Speichern/Laden-Prozedere und schon hat er wieder vollen Saft.

 

Wiederum nervig ist ein anderer Bug, dank diesem trotz eingeschalteter Pause die Zeit im Hintergrund weiter läuft. Zwar könnt ihr nicht angegriffen werden, doch aus helllichtem Tag wird ganz leicht dunkelste Nacht, wenn ihr das Spiel aus irgendwelchen Gründen für eine halbe Stunde pausiert. Dazu gesellen sich einmalige Aktionen, wie z.B. das ich eine Quest nicht beenden konnte (d.h. die zu befragende Person tat nicht das, was sie eigentlich sollte) oder das beim Runterspringen von einer hohen Klippe mein Held kein Pixel Blut verlor.

Bedienung!

Gothic IIIWas fehlt noch? Steuerung? Nun, die wichtigsten Aspekte habe ich schon angerissen, hier noch mal eine Zusammenfassung: Einige Mechaniken, speziell was den Transfer von Gegenständen anbelangt, sind gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert worden. Das Kampfsystem ist komplexer, aber immer noch störrisch in der Bedienung und verkommt häufig zum Buttonsmasher, bei dem nur der erste Treffer relevant erscheint. Das Laufen und Interagieren mit der Spielwelt funktioniert sehr gut, dafür ziehen die strengen Ladezeiten wieder einige Punkte ab. Weiterhin hab ich mich ab und an beim Wechseln von Waffen verhakelt, dafür gibt es Pluspunkte für die rechte Maustaste, mit der ihr ungewollte Aktionen meist problemlos abbrechen könnt.

Fazit

Gothic IIIPuh, viel Text, viele Fakten, viele Eindrücke. Erst mal sortieren: Die Spielwelt ist mehr als atmosphärisch, der Einbezug eurer Aktionen gewaltig, die Musik hervorragend und der Umfang gigantisch. Die Grafik ist verbuggt ohne Ende, die Ladezeiten nervig, das Kampfsystem störrisch, der Einstieg schwierig und die Hauptstory viel zu wenig präsent. Es gibt eine ganze Latte von Dingen, die mich an mein heiß geliebtes und weltweit höchst umstrittenes ´Ultima 9´ erinnern, allen voran die penetranten Ladezeiten-Ruckler und die horrend hohen Hardware-Anforderungen. Das größte Problem, welches ´Gothic 3´ auch schon im Vorfeld hatte, trägt den Namen ´Oblivion´. Ich weiß, dass Spiel ist auch nicht unumstritten und war ebenfalls nicht bugfrei. Aber es war bedeutend besser spielbar, sah viel besser aus und gehört vor allen Dingen zu den einsteigerfreundlichsten Spielen, welche auch in Punkto Komplexität keine Blöße zeigen. Und dies ist auch für mich das ausschlaggebende Argument, weshalb ´Gothic 3´ selbst ohne Bugs nicht an Bethesda Softworks Meisterwerk heranreicht (zumindest nicht an deren englische Originalversion).

Zusätzlich fällt auch jemanden wie mir, der ´Gothic 1´ und speziell ´Gothic 2´ nicht ausschweifend lange spielen konnte, auf, dass die Anzahl der innovativen Akzente vergleichsweise dünn ist. Das größte Plus, die wirklich existierende Freiheit und in der ihr theoretisch jede Figur umbringen dürft, ohne euch in eine Sackgasse zu manövrieren, gab es streng genommen auch schon in den Vorgängern. Durch das neue Szenario, die fantastische Spielweltentwicklung und die im Kern verbesserte Steuerung ist das alles nicht weiter schlimm, aber unterm Strich war ´Oblivion´ rein konzeptionell gesehen eine ganze Ecke revolutionärer, dank der angesprochenen Einsteigerfreundlichkeit.

Gothic IIIDie Wertung fällt unter Vorbehalt: Ich musste zu Beginn mehr mit Bugs, als mit dem Spiel selber kämpfen, weshalb ich viel Zeit verlor, vergleichsweise wenig von der Hauptstory erfuhr und das obwohl ich jedes Szenario, fast alle Städte und viele Dungeons besucht habe. Das trotz all dieser Widrigkeiten eine solide 80er Wertung herauskommt, spricht für das Spiel: Sobald es funktioniert, ist es toll und jedem Fan von 3D-Rollenspielen mit Actionkämpfen nur zu empfehlen. Doch ich persönlich muss ein Großteil der Bug-Masse allein deshalb ´verzeihen´, weil ich dies auch schon bei anderen Spielen dieser Art getan habe. Ob ihr mit Rucklern, veraltet wirkenden Grafikfehlern, gelegentlichen Abstürzen und viel Einarbeitungszeit leben könnt, müsst ihr für euch entscheiden... von diesen Aspekten aus gesehen könnte man nämlich auch problemlos eine Wertung im 60er Bereich begründen.

Getestet wurde Gothic 3 inklusive dem ersten Patch, den man auf Gothic3.de findet.

Kommentare

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Zur Anmeldung
Cthululu
von Cthululu | 05.08.2008, 18:36 Uhr
War noch nie ein Gothic Fan
MJ-THE-SHIT
von MJ-THE-SHIT | 24.06.2008, 14:44 Uhr
ich bin enttäuscht von diesen bugs und von der nicht vorhandenen vist-kompabilität ... 30€ für nix ... :(
Solid_Snake
von Solid_Snake | 12.03.2008, 15:39 Uhr
RICHTIG SCHLECHTES SPIEL
ssaimen
von ssaimen | 30.05.2007, 20:57 Uhr
man kann es auch übertreiben ein spiel so nieder zu machen , nur weil en paar bugs drin sind, die hôchst wahrscheinlich nach en paar patches wieder weg sind! ;-) gothic du bist das beste rollenspiel der welt obwohl oblivion auch net so schlecht ist ( nur halt ohne bugs, habe es selber schon durch..) aber gothic ist besser aber ich iebe gothic 1+2+3 :D:D:D:D:D:D:D:D:D:D
Undertakoss
von Undertakoss | 23.05.2007, 14:52 Uhr
das genre finde ich totaler mist aber wenn ich ein spiel von diesem genre spiele DANN NUR GOTHIC gothic is einafch nur geil :cool:cool:cool
ICHBINET
von ICHBINET | 08.04.2007, 19:33 Uhr
das kam bei mir wegen den bugs net so gut an
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