Nun wach doch endlich auf!
Die Ruhe vor dem Sturm
100 Jahre lange tobte in Veil ein Krieg der Herrscher, denn jeder wollte König des schönen Fleckchens sein. Aber niemand konnte sich lange durchsetzen. Als die Welt in Schutt und Asche lag, tauchten aus dem andauernden Konflikt die Ruinlords auf - mächtige Kreaturen, die Frieden in die Welt brachten. Lord Ataraxis, der weiseste Ruinlord unter ihnen, herrschte anschließend glücklich von der Stadt Nexus aus über sein Gebiet, bis ihn eine mysteriöse Krankheit befiel. Seitdem liegt er in einem tiefen Schlaf und das zerbrechliche Gleichgewicht von Veil droht sich aufzulösen. Um dem entgegenzuwirken, ruft König Marcus von Nexus zur Rettung auf: Derjenige, der den Fluch bricht, wird fürstlich entlohnt. In einer Gruppe von Söldnern, Gaunern und Helden macht ihr euch auf die Suche nach einem Heilmittel für den schlummernden Löwen Ataraxis.
Was ist denn mit dir los?
Eigentlich ist die Geschichte des Dungeon Crawlers Heroes of Ruin ja ganz nett, aber so wirklich spannend erzählt wird sie nicht, zumal sie in circa 10 bis 15 Stunden auch wieder vorbei ist. Neben einigen Nebenquests geht man von Nexus aus in verschiedene Dungeons, bekämpft Gegner, löst kleinere Rätsel und sammelt fleißig Items, nur um dann wieder nach Nexus zu gelangen, allen ihre gewünschten Dinge abzuliefern und die ganze Sache von vorn beginnen zu lassen. Abwechslung kommt nur selten auf, vor allem da die einzelnen Gebiete in den unterschiedlichen Kapiteln recht eintönig aussehen und wenig Lust auf mehr machen. Die Dialoge waren mir zudem schnell egal, sodass ich mich oft gefragt habe, wieso es die Story überhaupt gibt. Vielleicht dient sie als Grundgerüst für den Sound? Denn die Hintergrundmusik, Kampfgeräusche sowie die Vertonung sind durchweg gut und motivieren. Was man leider so nicht unbedingt von der grafischen Darbietung sagen kann. Der 3D-Effekt ist (mal wieder) eine nette Dreingabe - aber nicht mehr. Es fehlt den Szenarien an Abwechslung, auch stören manchmal die recht matschigen Texturen. Glanzmomente gibt es hier und da, die verdeutlichen, dass viel Liebe in das Werk gesteckt wurde. Aber man hätte wirklich mehr aus dem 3DS rausholen können.
Diablo im Kleinformat
Wo sind alle hin? Angst vor mir?
Das Kampfsystem ist ähnlich wie die Geschichte recht einfach, übersichtlich und intuitiv gestaltet. Während ihr durch die zufällig gestalteten, aber dennoch gleich aussehenden Dungeongänge streift, begegnet ihr schnell wiederauftauchenden Gegnern, die es gilt zu besiegen. Dazu habt ihr neben einem Block und einem Standardangriff auch noch verschiedene Klassen-spezifische Attacken zur Auswahl: Während der Revolverheld seine Gegner lieber auf Abstand hält, sucht der Beschützer mit seinem Schwert die direkte Nähe (zum Glück kann er sich heilen!). Ebenfalls an vorderster Front findet man den Klingen-Wüstling und die Magierin, die so allerlei nützliche Fähigkeiten auf Lager haben.
Ein gutes System, denn durch das Sammeln von Erfahrungspunkten könnt ihr neben eurer Ausdauer, Energiegeneration und eurem Schaden ebenfalls verschiedene Skillpunkte in Talente investieren sowie letztendlich euren Charakter recht individuell gestalten. Schade nur, dass man es irgendwie versäumt hat, mehr als drei Buttons für die Angriffe festzulegen. Und so dürfte es schwer fallen, das großzügige Angebot auf wenig Platz zu legen. Aber gut, im Endeffekt ist es kein Problem, denn viele der Skills benötigt man nicht. Heroes of Ruin ist dank des generell niedrigen Schwierigkeitsgrades und der Überschüttung an Heiltränken sehr leicht, sodass die Standardattacke wirklich genügt. Diese „Leichtigkeit“ hat man sich wohl zudem bei dem sonstigen Spielumfang gedacht, denn es gibt keinerlei zusätzliche Quests oder Aufgaben (abgesehen von StreetPass/SpotPass) nach der Beendigung des Spiels.
Highlight des Spiels ist definitiv der Multiplayer-Modus, welcher es einem erlaubt, mit bis zu drei weiteren Spielern aus der Umgebung oder Welt das Abenteuer gemeinsam online zu erleben. So gibt es über StreetPass neue Items, per SpotPass neue (allerdings ewig gleichen) Herausforderungen und ihr könnt euch dank des eingebauten Mikrofons sogar per Sprachchat (Dauerfunktion oder Push-to-Talk) mitteilen. Ebenfalls kann man in der Lobby jederzeit einem Spiel beitreten oder es ohne unnötige Questabbrüche verlassen. Habt ihr eine zu schlechte Internetverbindung, kann es nützlich sein zu wissen, dass die Gruppengröße beschränkbar ist und man sich so nicht über Laggs aufregen muss. Schön ist auch die Idee, dass sich mit registrierten Freunden Bündnisse schließen lassen, sodass man verschiedene Spielboni bekommt, zum Beispiel Trankverbesserungen, mehr Gold oder seltene Items. Da aber nicht alles Gold ist was glänzt, gibt es leider ebenfalls hier ein paar Kritikpunkte. Wer wissen will, wie viel Ausdauer seine Mitstreiter noch besitzen, muss permanent nachfragen. Und Loot wird nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, ...“ verteilt. Einen höheren Schwierigkeitsgrad gibt es zudem nicht, was die Anstrengungen der Gruppe praktisch zum Erliegen bringt und man im Prinzip einfach durchlaufen kann.