Schizophrenes Jump’n‘Run
Kirby ist als Meister der Verwandlungen bereits einiges gewohnt, aber das ist ihm bislang noch nicht passiert: Der böse Nekrodeus hat ihn in zehn Teile gespalten. Nun laufen keine kleinen Kirby-Stückchen durch die Gegend, sondern zehn ausgewachsene rosa Kugeln. Gemeinsam versucht die Kirby-Meute dem Problem bei zu kommen und reist hierfür durch fünf verschiedene Welten.
Kirby Mass Attack wäre eigentlich ein ganz normales 2D-Jump’n’Run: Die Levels sind platt und bunt, die Plattformen und Gegner zahlreich, Türen öffnet ihr mit Schlüsseln und ein paar Endgegner gilt es auch noch zu besiegen. Doch weil ihr hier bis zu zehn Kirbys gleichzeitig (!) steuert, ist die Handhabung ein klein wenig unkonventionell.
Beweg dich… äh… bewegt euch!
Die Kirbys richten sich ganz nach eurem Stylus: Tippt eine Stelle am Bildschirm an und sie marschieren los. Tippt gleich zweimal und sie rennen. Schnippt die Kirbys von unten nach oben, damit sie springen. Klickt einen Gegner an, woraufhin dieser von der rosa Gefahr verprügelt wird. Das Prinzip ist leicht und logisch, allerdings mitunter anstrengend und aufgrund der zahlreichen Kerlchen ganz selten unübersichtlich. Speziell beim Springen müsst ihr wirklich jeden Kirby einzeln hoch schnippsen, was irgendwann in die Arme geht. Seid ihr nämlich zu langsam, dann kullern eventuell bereits gehüpfte Kirbys zurück nach unten. Wohl deshalb gibt es noch die Schwebeoption, mit denen die Kleinen ein paar Meter weit fliegen können.
“Bis zu zehn Kirbys“ soll euch sagen, dass es auch weniger sein können. Genau genommen startet ihr am Anfang einer Welt mit nur einem und müsst Früchte futtern, um die anderen herbei zu zaubern. Die einzelnen Levels setzen zum Start eine Mindestmenge an Kirbys voraus. Dies nervt ein klein wenig, wenn ihr einen bereits gespielten Level zwecks Kirbysammelei erneut spielen müsst, weil ihr eben mit eurer derzeit verfügbaren Anzahl keinen neuen mehr betreten dürft.
Im eigentlichen Spiel besitzt die Kirbymenge ebenfalls eine wahrlich gewichtige Rolle: Abhängig von ihr dauert es mehr oder weniger lange, bis ihr ein von der Decke herabhängendes Dehnkraut heraus zieht. Manche Apparaturen setzen ebenfalls ein Minimum an Kirbys voraus, damit sich überhaupt etwas tut. Das Prinzip macht auch bei den Gegnern und Endbossen nicht halt, wo ebenfalls gilt: Je mehr Kirbys sich am bösen Schurken zu schaffen machen, desto schneller gibt dieser klein bei.
Viel Design und massig Bonus
Dieser Kniff sorgt für einen ganz Satz voller Design-technisch interessanter Ideen. Kirby Mass Attack wird nicht so schnell langweilig oder monoton. Ihr entdeckt immer wieder etwas Neues oder müsst euch andere Taktiken bezüglich der zahlreichen Bosskämpfe einfallen lassen. Der Detailreichtum ist hoch, egal ob es die bunte Grafik betrifft oder die zahlreichen Geheimnisse, die es zu entdecken gilt.
Der Sammelwahn wird ebenfalls stark gefördert: Wer genügend Münzen sammelt, der schaltet eines von vielen Mini-Spielen frei. Darunter fallen einfache Geschicklichkeitstest, mittelschwere Flipper, harmlose Zählspiele oder kernige Ballerereien. All dies ist liebevoll ausgearbeitet und sogar mit jeweils einem eigenen Startbildschirm versehen. Ihr merkt einfach an allen Ecken und Kanten, dass hier sehr viel Herzblut in die Entwicklung geflossen ist.