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Lost Horizon

Animation Arts
DeepSilver
Adventure
2010
k.A.
PC

Bewertung
USK
  28.06.2010   0 Kommentare   2584 Klicks
Lost Horizon 0,0 0

Lost Horizon Preview

Neues von den Tungusku-Machern

 
 

Wir haben uns den kommenden Titel von Animations Arts angesehen, der mit moderner Grafik und Old School Bedienung die Herzen von Adventure-Fans erobern will.

Lost Horizon

Die Vergangenheit ist ein zentrales Thema des kommenden neuen Adventures der Tunguska-Macher. Nicht nur wegen des Settings, das den Nährboden für allerlei haarstäubende und brenzlige Situationen bereitet, sondern auch wegen der Erinnerungen, die unweigerlich beim Verfolgen der Handlung wach werden. Wir haben die ersten Kapitel von Lost Horizon aufgeschlagen und mussten mehr als einmal selig grinsen, da wir uns schnell in unsere Jugendtage zurückversetzt wurden. Gaming als Jungbrunnen altsäckiger Redakteure? In diesem Falle schon.

Jäger des verlorenen Schatzes auf dem letzten Kreuzzug im Tempel des Todes

Lost Horizon

Die Landkarte sah 1936 noch gewaltig anders aus als heute. Der Wahnsinn, der damals bereits an den benachbarten Grenzpfeilern Nazi-Deutschlands rüttelte, war nur eine Erscheinung des damaligen Polit-Klimas. Auch Hong Kong befand sich noch unter dem Fittich des britischen Empires. Noch bevor der Zweite Weltkrieg losbrach und das Gesicht der Erde für immer verändern sollte, kam es zu einem ganz speziellen Machtgerangel zwischen dem Dritten Reich und der Krone Englands. Die Nazis haben auf ihren zahlreichen Expeditionen in die Ferne Wind von einem uralten Artefakt bekommen, das in einem Tempel mitten in den Bergen Tibets lagert. Daraus lässt sich bestimmt eine Geheimwaffe konstruieren, mit der die Allmachtfantasien des Führers befriedigt werden können. Der junge britische Offizier Richard stellt sich genau diesem Vorhaben entgegen und macht sich mit dem Artefakt aus dem Staub. Zur gleichen Zeit erfährt in Hong Kong sein alter Kamerad Fenton von dem Verschwinden seines Freundes. Fenton ist mittlerweile unehrenhaft aus der Armee entlassen worden und schlägt sich mehr schlecht als Recht als Pilot durchs Leben. Für seinen alten Freund lässt er allerdings alles stehen und liegen, um ihm hilfreich zur Seite zu stehen und der Nazi-Barbarei die Zähne zu zeigen.

Nur das Beste aus der Vergangenheit

Lost Horizon

Doch so einfach ist es nicht, Richard im damals noch unerforschten Tibet ausfindig zu machen. Außerdem hat er genügend Stress mit der hiesigen Triade an den Hacken, denen er ein paar lukrative Geschäfte abluchste. Daher überrascht es selbst seine Freunde nicht weiter, dass die Gangster ihn in eine Kiste verstauen und auf den Grund des Hafenbeckens versenken. So sieht dann auch die Ausgangssituation aus: Wie entkommt man aus dieser Lage, wenn man nur ein paar scheinbar unwichtige Hilfsmittel zur Verfügung hat? Kombinationsgabe ist hier gefragt, auch wenn diese Rätsel eher zu den ersten Fingerübungen gehören. Schnell fügen sich Gefallen an Gefallen, die Fenton den Leuten schuldig ist, damit sie ihm weiterhelfen können. Dabei hat die Reise nach Tibet noch gar nicht begonnen. Dort warten dann neben zahlreichen Geheimnissen auch viele verschiedene Gefahren auf Richard und Fenton. Auch das Interface kommt gedächtnisstarken Spielern verdammt bekannt vor. Das Inventar wird eingeblendet, sobald der Mauspfeil den unteren Bildschirmrand berührt. Ordentlich sind dort alle Habseligkeiten nebeneinander aufgereiht. Hat dieses System nicht auch schon bei Maniac Mansion, Zak McCracken oder Monkey Island seinen Dienst vorzüglich verrichtet? Es hat.

Hilflos ist besser als hirnlos

Lost Horizon

Bevor man sich aber die Pupillen wund sucht, wurde doch eine wichtige Errungenschaft neuerer Adventures ins Spiel eingebaut. Mit einem Druck auf die Space-Taste wird der Blick auf alle Punkte im Bild freigegeben, die man im Moment anklicken kann. Die Hotspot-Hilfe ist auch kein wirkliches Utensil, um bei der Lösung zu schummeln. Echte Könner werden trotzdem diese Funktion meiden wie Dr. Pfeiffer eine Lan-Party, auf der ausschließlich Counterstrike läuft. Als weitere Stütze für feststeckende Ratefüchse gibt es eine Zusammenfassung der Ereignisse. Dort wird noch einmal ins Gedächtnis gerufen, was Fenton als nächstes zu tun hat. Es wurde dabei aber genauestens darauf geachtet, nicht zuviel von des Rätsels Lösung zu verraten. Die Spieler sollen sich zu jeder Zeit selbst ihr Weiterkommen erarbeiten. Das mag auf der einen Seite die Aufgaben vielleicht härter erscheinen lassen, auf der anderen Seite blieben sie in den ersten zwei Kapiteln aber auch stets fair und locker lösbar. Außerdem stellt sich auch dadurch das alte Gefühl wieder ein, das man seit Monkey Island verloren geglaubt hat.

Rasanz und Beschaulichkeit

Lost Horizon

Dass die Welt sich auch für die Point´n´Clicker weiterbewegt hat, wird vor allem in der technischen Hinsicht klar. Auf moderne Effekte verzichtet Lost Horizon trotz Rätseldesigns alter Schule nicht. Wasser glitzert hübsch an der Oberfläche, Lichtschein glimmt hübsch in der Dunkelheit und Wettereffekte legen sich überall in den Vordergrund. Auf einen realistischen Look verzichten die Macher aber ganz bewusst. Auch in der Vorab-Version machte die Optik bereits einen reifen Eindruck – dabei wurden von der Fangemeinde gewiss keine überzogenen Ansprüche gestellt. Hier zeigt sich halt in angenehmer Weise, wie moderne Technik und altbewährter Adventure-Spaß zusammenpassen. In den Cut-Scenes wurde ebenfalls sehr ordentlich gearbeitet. Dass die Entwickler genau aufgepasst haben, als Indiana Jones und Co. in den Lichtspielhäusern liefen, zeigt sich hier ganz deutlich. Einige Szenen erinnern ganz deutlich an die Momente, in denen Harrison Ford den Tempel des Todes untersuchen musste. Einige Kamera-Einstellungen wurden sogar so pfiffig gewählt, dass man bei Schusswechseln direkt die Kimme-und-Korn-Perspektive auf dem Schirm hat. So etwas kennt man eher von First-Person-Shootern, aber es passt in die rasante Inszenierung dieser kleinen Zwischenfilmchen. Damit bekommt die Handlung unter anderem mehr Zug und vermittelt sogar ein Action-Feeling, obwohl immer noch die Gemächlichkeit des Point´n´Click-Genres Trumpf ist. Auch die Vertonung ist nicht von schlechten Eltern. Dass die Sprecher ihr Handwerk verstehen, haben sie bereits als deutsche Stimmen von Halle Berry oder Charlize Theron mehrfach unter Beweis stellen können. Zur Hatz auf das uralte geistliche Relikt wird noch in diesem Quartal geladen – bis Ende August kann also noch der letzte Feinschliff ans Game gelegt werden, damit der runde Eindruck sich weiter durch alle Kapitel tragen kann.

Ersteindruck:

Lost Horizon

Lucasarts ist nicht nur wegen der pfiffigen Point´n´Click-Adventures maßgeblicher Ideengeber für Lost Horizon gewesen, sondern auch wegen der Story. Die erinnert stark an Indiana Jones. Verborgene Schätze, halbseidene Gangster, tollkühne Helden und eine Horde Nazis wecken Erinnerungen an großes Kino und legendäre Computerspiele gleichermaßen. Auch das Rätseldesign schlägt in diese Klassik-Kerbe. Daher sollten nicht nur junge Abenteurer aufmerksam die Entwicklungen um Lost Horizon verfolgen, sondern auch ältere Semester, die bis heute noch den Spielspaß von Monkey Island in ihrem Herzen tragen. Wer vor allem die oftmals allzu leichten Rätselhäppchen der letzten Genre-Vertreter im Kopf hat, kann endlich einmal wieder umdenken. Die Denksportaufgaben gehen wieder zurück zu den harten Nüssen, behalten aber kleine Annehmlichkeiten wie Hotspot-Hilfe oder Zusammenfassungen bei. Als Belohnung winken eine Menge hübsch gemachter Cut-Scenes, an deren Framerate allerdings noch ein wenig gearbeitet werden sollte. Die grafische Qualität der Filmchen und der Spielszenen berührt das allerdings in keinster Weise. Dass sich hier Kintopp-Feeling am Rechner breit macht, mag auch am Aufgebot der Synchronsprecher liegen. Die hat man nämlich bestimmt als Stimmen berühmter Kinostars schon einmal gehört. Großes Abenteuer, Kino-Anleihen mit ansprechender Optik und natürlich die gewisse Portion an Geheimnislüftung – Wer nicht auf eine Revolution im Point´n´Click-Genre versessen ist, wird noch im dritten Quartal ordentlich Futter für seine grauen Zellen bekommen.

Kommentare

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Bomberpilot
von Bomberpilot | 29.06.2010, 12:37 Uhr

Oha, das Klingt ja schonmal ganz Gut!. Wesentlich besser als noch bei der ersten Preview nicht?

Also ich habe es glaub gehört. Das Spiel muss man haben, wenn man an solchen spiewlen was abgewinnen kann. Bin schon ganz gespannt!

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