Zehn Jahre nach Luigi's Mansion bekommt Luigi endlich wieder Arbeit! Die Geister sind nämlich wieder da ...
Dass sich Luigi mit Geistern und allerlei übernatürlichem Ungetüm auskennt, ist seit 2002 kein Geheimnis mehr. Damals hat er sich das erste Mal den Schreckweg 08/16 um den Rücken geschnallt und Ghostbusters gespielt. Es war schon eine kleine Überraschung zu dieser Zeit, dass Luigi erstmals sein eigenes Spiel bekam und zum Launch des GameCubes ausnahmsweise Mario retten musste, statt umgekehrt. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, aber bald ist Luigi wieder zurück. Mittlerweile heißt das Spiel Luigi’s Mansion: Dark Moon anstatt einfach Luigi’s Mansion 2, und der Release wurde auf Ende 2012 festgelegt. Dass man den Titel auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte, hat mir die Hands-On-Session auf Nintendos Post-E3-Event in München erneut bewiesen.
Geister, überall Geister! Unter der Dusche, im Auto, im Staubsauger!
Schaurig schöne Schauplätze.
Obwohl das grundsätzliche Spielkonzept zum größten Teil dem des Vorgängers gleicht, hat sich einiges verändert. So erkundet man als Luigi ab sofort nicht mehr eine große Villa, sondern viele unterschiedliche Herrenhäuser, welche jeweils individuelle Eigenschaften besitzen. Außerdem liegt ein größerer Fokus auf Rätseln und Puzzle-Passagen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man keine Geister mehr jagen darf, denn das ist immer noch der Kern des Spiels. Aber auch hier hat Luigi etwas dazugelernt. So lohnt es sich, die Fieslinge mit dem Stroboskop zu blenden, sodass man sie anschließend bequem einsaugen kann. Wie schon im ersten Luigi’s Mansion verstecken sich die Geister auch gerne mal irgendwo in der Umgebung – in der Demo war einer beispielsweise gerade unter der Dusche, als ich den Vorhang davor eingesaugt habe. Ein anderer wiederum saß im Auto in der Garage. Mein erster Eindruck war zwar, dass die Geister etwas an Persönlichkeit verloren haben und sich dezent zu ähnlich sehen, andererseits konnte ich aber ja nur eine einzige Villa erkunden und habe auch hier nur einen kleinen Teil gesehen.
Zwei Dinge sind mir gleich innerhalb der ersten Minuten aufgefallen. Erstens: Das Spiel sieht für 3DS-Verhältnisse umwerfend gut aus und erreicht locker das Niveau von Top-Titeln wie Super Mario 3D Land oder Kid Icarus: Uprising. Vor allem der erstaunlich tiefe und höchst attraktive 3D-Effekt wertet die Optik noch einmal gehörig auf. Zweitens: Die Steuerung bedarf einiger Gewöhnungszeit. Hat man nämlich einmal begonnen, mit dem Schreckweg loszusaugen, lässt sich die Richtung nicht mehr ändern. Das bedeutet, dass man die Aktion abbrechen, sich umdrehen und dann erneut saugen muss. Klingt in der Theorie recht einfach, ist in der Praxis aber etwas zu unbequem – vielleicht würde das Circle Pad Pro hier Vorteile bringen. Dennoch hat es nach ein paar Minuten ganz gut geklappt, sodass die Geister recht schnell verschwanden.
Kindgerechter Horror-Spaß für groß und klein mit tollem 3D-Effekt
Das ist doch kein Geist, oder?
Während man in den verspukten Villen unterwegs ist, jagt man allerdings nicht nur den fiesen Geistern hinterher, man sammelt auch Unmengen an Geld ein – weniger als in New Super Mario Bros. 2, aber mehr als noch im Vorgänger. Nahezu in jedem Schrank, in jeder Vase, Schublade oder sonstigem Möbelkram verbergen sich Münzen und Geldscheine. Um alles aufspüren zu können, muss man natürlich auch die ganze Villa absuchen – und da ein Großteil der Räume versperrt ist, sind Schlüssel vonnöten. Hier kommt dann der Puzzle-Aspekt ins Spiel. Ein Schlüssel, der für das Weiterkommen wichtig war, lag beispielsweise ganz oben auf dem Kronleuchter. Des Rätsels Lösung: die Treppe hinauflaufen, mit dem Staubsauger den Deckenventilator zum Rotieren bringen und schon wird das wertvolle Stück mitsamt des Kronleuchters nach unten gefahren. Im finalen Spiel wird es noch viele weitere solche Passagen geben, wie Nintendo verriet.
Auch wenn Geister eine große Rolle spielen und man häufig im Dunkeln unterwegs ist, nur mit Taschenlampe und Schreckweg 08/16 bewaffnet, will Luigi’s Mansion: Dark Moon natürlich kein traditionelles Horrorspiel sein und euch schon gar nicht gruseln. Hier und da taucht vielleicht plötzlich einmal ein Geist von hinten aus dem Nichts auf, aber das war’s auch schon – wer eine Gänsehaut-Atmosphäre erwartet, darf gerne auf ein echtes Project Zero bzw. Fatal Frame für den 3DS warten oder sich an den großen Plattformen versuchen.