Willkommen bei der Endzeit-Bahn
Wer erinnert sich noch an ´Stalker´? Richtig, dass ist dieses enorm ambitionierte Shooter-Projekt aus der Ukraine, welches sich immer und immer und immer und immer wieder nach hinten verschiebt. Jetzt haben sich einige der Designer vom Team abgesetzt und basteln an ihrer ganz eigenen Version namens ´Metro 2033´. Basierend auf dem gleichnamigen Buch, hat die Welt in knapp dreißig Jahren gar nichts mehr zu lachen. Eine nukleare Katastrophe hat u.a. ganz Moskau verstrahlt und die wenigen Überlebenden leben im Untergrund, genau genommen innerhalb der Ruinen eines U-Bahnnetzes. Dort formieren sich von Station zu Station eigene Staaten, welche gegeneinander Gefechte austragen. Dazu kommen noch allerlei mutierte Monster, wahrscheinlich entstanden durch die Verstrahlung.
First Person Horror
´4A Games´ bezeichnet das Spiel ´Metro 2033´ als eine Mischung aus Action, Horror und Survival, also quasi eine Ego-Shooter Version von ´Resident Evil´. In der gar nicht mal so kurzen Vorstellung dominierte der Actionpart deutlich, was laut Entwicklern jedoch keinen ehrlichen Eindruck über das Spiel hinterlassen würde. Dem Spieler Freiheiten zu geben ist ja in letzter Zeit ein beliebtes ´Feature´, besonders bei den osteuropäischen Entwicklern und natürlich auch im Falle von ´4A Games´. Je nachdem, ob ihr mehr als seelenloser Killer agiert oder dann doch lieber zwischen Freund und Feind unterscheidet, verändert sich der Verlauf des Spieles. Über Dialoge denke man derzeit noch nach, welche auch nur innerhalb der hauseigenen Station zustande kommen könnten. Innerhalb einer Mission wäre man in der Regel allein unterwegs.
Wirkung über alles
Wohl noch eine ganze Ecke wichtiger sollte die Umsetzung der Atmosphäre werden, denn das Szenario sollte schon beklemmend und düster rüber kommen. Dazu passen physikalische Spielereien (dank Ageia), ein Tag/Nachtzyklus (natürlich nur dann zu sehen, wenn ihr kurzfristig in den Untergrund verlasst) und das Weglassen von Bildschirmanzeigen, letzteres soll durch allerlei Tricks kompensiert werden. Gezeigt wurde z.B. ein Einsatz, in dem ihr zehn Minuten Zeit habt, einen Auftrag an der verstrahlten Oberfläche zu erledigen. Zum einen könnt ihr jederzeit per Knopfdruck auf die Uhr schauen, welche sich am Handgelenk des Spielers befindet, zum anderen beschlägt die Scheibe eures Visiers immer mehr. Auch Verletzungen werden ähnlich dargestellt, entsprechend durch kleine Blutspritzer.
Ausnahmsweise soll es mal keinen Multiplayer-Modus geben, die Entwickler konzentrieren sich ganz auf die Story und deren Umsetzung. Obwohl die gezeigten Szenen (teilweise bestehend aus Videos, teilweise live vorgespielt von einem der Ex-´Stalker´-Chefdesigner) schon richtig gut aussahen, könnte ´Metro 2033´ ein ähnliches Schicksal erleiden wie das sehr ähnlich gestaltete Konkurrenzprodukt. Wohl in aller Vorrausicht hat man sich deshalb gleich für einen großzügig ausgelegten Releasetermin im Jahre 2008 entschieden.
Ausblick
Hm... Hm.... HMM.... ich weiß nicht so recht. Die Grafik sieht verdammt gut aus. Die Idee hört sich verdammt gut an. Die Atmosphäre wirkte schon jetzt verdammt gut. Aber warum dieser späte Release? Die gezeigten Levels glänzten ohne größere Bugs, nur ein paar Animationen der mutierten Monster waren nicht fertig. Natürlich kann es auch sein, dass wirklich alles andere noch fehlt, aber selbst dann sollte man so ein Projekt doch innerhalb eines Jahres abschließen können. Ich befürchte, dass ´4A Games´ zu viel will und am Ende ´Metro 2033´ mit lauter Spielelementen überladen wird, welche eigentlich nur stören. In der jetzigen Form könnte daraus ein vielleicht weniger innovativer, aber atmosphärisch gesehen höchst beklemmender Shooter werden, der sich wahrlich nicht vor der amerikanisch-europäischen Konkurrenz verstecken braucht.