Über Peking und Vancouver nach London
Wo laufen sie denn hin?
Mario & Sonic sind inzwischen schon altgediente Olympioniken. Bereits bei den letzten Sommerspielen in Peking gingen sie an den Start, und auch die Winterspiele vor zwei Jahren in Vancouver haben sie mitgenommen. Gleiches gilt für viele weitere Charaktere aus der Sega-Ecke (u.a. Tails, Amy & Knuckles) bzw. dem Nintendo-Universum (z.B. Luigi, Yoshi & Peach), die ebenfalls wieder mit an Bord sind. Insgesamt stehen uns 20 hochmotivierte Sportler zur Auswahl, welche in vier Kategorien (Allrounder, Kraft, Geschwindigkeit, Technik) unterteilt wurden, was tatsächlich kaum einen gravierenden Unterschied macht.
Mit unseren Favoriten dürfen wir uns dieses Mal an 21 olympischen Disziplinen versuchen. Neben vielen bereits aus Peking bekannten Sportarten gibt es einige neue: Dazu zählen unter anderem Fußball, Springreiten oder Kanufahren, die sich allesamt mit ihrer einfachen Steuerung nahtlos zu den altbekannten Disziplinen einreihen. Sämtliche Wettkämpfe können wir ausschließlich mit dem Wiimote steuern, wobei gerade bei Mannschaftsportarten wie Beachvolleyball oder Badminton der Einsatz des Nunchuk durchaus Sinn macht, um der eigenen Figur den Laufweg vorzugeben. Bei den meisten Einzeldisziplinen kommt es hingegen ausschließlich auf schnelles bzw. exaktes Rütteln des Wiimote sowie das richtige Timing beim Drücken eines Buttons an.
Traumhafte Disziplinen
Sieht aus wie ein Land aus magischem Garn
Für noch mehr Abwechslung sorgen die zusätzlichen zehn Traumsportarten, die wir in dieser Form garantiert nie bei irgendwelchen realen Sport-Veranstaltungen sehen werden: Weitsprünge über den Wolken, Sprintrennen mit in Luftblasen gefangenen Athleten, Floßfahrten in reißenden Gewässern oder Flugeinlagen auf einem riesigen Diskus gehören einfach nicht zum üblichen Standard. Deswegen sind die Traumsportarten auch in Umgebungen angesiedelt, die an bekannte Spiel-Welten anderer Sonic- bzw. Nintendo-Titel erinnern.
Spaß machen die zehn ungewöhnlichen Veranstaltungen auf alle Fälle, auch oder gerade weil sie andere Minispiel-Sammlungen wie die Super Monkey Ball-Reihe erinnern sowie das sportliche Einerlei damit etwas auflockern. Da Events wie der Sprint oder die Floßfahrt nicht auf geraden Strecken, sondern in ein einem kurvigen Parcours stattfinden, hätte ich mir dafür eine etwas ausgefeiltere Steuerung erwünscht, die schneller und exakter reagiert.
Offline durch London
London oder Pac-Man?
Egal zu welchen Herausforderungen wir auch antreten, wir können dies entweder alleine oder mit bis zu drei Freunden tun. Dabei haben wir im „Einzelmatch“ sofort die Auswahl aus allen Disziplinen und können diese nacheinander ausprobieren. Schade, dass sie sich nur einzeln aufrufen und nicht zu größeren Wettkämpfen zusammenstellen lassen. Mir hätte es sehr gefallen, mir meinen eigenen Fünf- oder Zehnkampf zusammenzubasteln. So sind wir bei Disziplinen wie dem 100 Meter-Lauf mit dem Durchklicken durch die Optionen, den Ladezeiten und der obligatorischen Siegerehrung viel länger beschäftigt als mit dem Event selbst.
Die einzige Alternative zu dem „Einzelmatch“ stellt die „London-Party“ dar, in der vier von Menschen und/oder CPU-Kontrahenten gegeneinander antreten. Mit ihnen rennen wir durch eine Minimap von London und treten in zufällig ausgewählten Disziplinen und Minispielen gegeneinander an. Je nach Platzierung bekommen wir mehrere oder auch gar keine Sticker zugesprochen, die wir anschließend in ein Album kleben. Der Gesamtsieger ist derjenige, der zuerst sein Album voll hat.
Dies war es dann schon mit der Auswahl an Spielmöglichkeiten, denn Sega hat leider zum wiederholten Male keinerlei Online-Modi untergebracht. Die Jugend der Welt muss sich also schon im eigenen Wohnzimmer versammeln, um gegeneinander antreten zu können. Schade, denn welches Spiel hätte sich denn noch mehr für einen nationenübergreifenden Wettbewerb angeboten?
Buntes Gedudel

Der Gaul hält einiges aus...
Stattdessen gibt es nur Möglichkeit, neue Kostüme freizuschalten, an einem Quiz teilzunehmen oder sich in einer Jukebox den Soundtrack anzuhören, der Sega-typisch mal wieder ein ziemliches Gedudel darstellt. Ich persönlich muss das nicht öfter hören, aber wer’s mag…
Optisch weiß Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: London 2012 zu gefallen, ohne dabei irgendwelche Begeisterungsstürme auszulösen. Dass der Look der beiden Helden gut zusammenpasst, wissen wir schon aus den Vorgängern, und im Grunde wurde deren Optik ohne größere Änderungen übernommen. Alles schön nett und bunt, dazu wurden allen Charakteren ihre üblichen Gesten und Sprüche spendiert. Was will man mehr?