Die Vorgeschiche
Im Comic zu Mirror´s Edge erfährt man auf den ersten Seiten, wie Faith überhaupt zu einem Runner wurde. Sie brach damals in eine Wohnung ein, die einem der erfahrensten Runner namens “Merc“ gehörte. Nach einem kleinen Kampf kommt es zum Gespräch zwischen den beiden und Faith beginnt anschließend ihre Ausbildung bei ihm. Im Verlauf einer der ersten Aufträge kommt die frisch gebackene Läuferin einem weiteren Runner zu Hilfe, der von einem Unbekannten angegriffen wurde. Dabei bekommt sie zufällig den Inhalt der Sendung zu Gesicht: Es handelt sich um Fotos von ihrem Vater, zu dem sie keinen Kontakt mehr hat. Demnach beginnt Faith nach zu forschen und wird schnell mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Warum ihr Vater observiert wurde und was das alles mit ihrer toten Mutter zu tun hat, wird die junge Läuferin im Verlauf der Story herausfinden - aber alles andere als glücklich damit sein.
Oberflächlich
Autorin Rhianna Pratchet hat versucht in diesem Prequel Faiths familiäre Verhältnisse und ihre Vergangenheit, sowie die Verschwörung um ihren Vater an den Leser zu bringen. Zusätzlich sollte auch erklärt werden, wie “New City“ zu der überwachenden Stadt wurde die sie im Spiel schließlich ist. Leider funktioniert das Konstrukt der einzelnen Storyelemente nicht besonders gut. Es werden zwar zu jedem Element einige Informationen rüber gebracht, doch bleiben diese alle oberflächlich. Das ist überhaupt der Hauptkritikpunkt am Mirror´s Edge Comic – Oberflächlichkeit. Man bekommt von allen Elementen ein wenig, aber die Story geht nicht in die Tiefe. Nehmen wir zum Beispiel Faiths Vater, der seinerzeit gegen die Pläne von New City demonstrierte und laut des Comics alles daran gesetzt hat, um die Bürgerrechte sowie die Freiheit zu wahren. Die Story geht weder darauf ein, was seine Beweggründe waren, noch was er außer demonstrieren sonst noch gemacht hat. Somit fehlt der glaubwürdige Background.
Der Mirror´s Edge Comic präsentiert sich in den gleichen Farbtönen wie das Spiel, wodurch sich sofort ein Wiedererkennungseffekt beim Leser einstellt und das “Look and Feel“ der Spielvorlage wunderbar übernommen wurde. Leider war es das auch mit den lobenden Worten zur Kolorierung und den Zeichnungen. Die Charaktere sehen sich oftmals sehr ähnlich und teilweise fällt es dem Leser schwer diese, allein durch die Zeichnungen, zu unterscheiden. Die Perspektiven sind ebenfalls nicht einer Erwähnungen wert. Gut gefallen haben wir dagegen ein oder zwei Sequenzen die in der Ego-Sicht gestaltet waren, welche die Bewegungen von Faith und das Gefühl der Höhe gut rüber brachten.
Fazit
Ich muss sagen, dass ich vom Mirror´s Edge Comic recht enttäuscht bin. Dabei kann ich nicht sagen, was ich schlimmer finde: Das verschenkte Potential durch die oberflächliche Story oder die mittelmäßigen Zeichnungen. Dazu kommt, dass die Handlung im Comic keinen Mehrwert für das Spiel bietet und somit keine wichtigen Erkenntnisse zu den Charakteren liefert. Für mich war gerade die sympathische Heldin Faith ein Highlight im Spiel, was im Comic komplett verloren geht. Fans können sicherlich einen Blick riskieren, alle anderen sollte es sich zwei mal überlegen.
Zur Leseprobe
Mirror`s Edge von Rhianna Pratchett und Matthew Dow Smith ist bei Panini Comics im Softcover mit 148 Seiten erschienen. Preis: 16,95 Euro