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Patrizier IV

Gaming Minds Studios
Kalypso Media
Strategie
02.09.2010
k.A.
PC

Bewertung
USK

Patrizier IV Vorschau

Nicht nur für Fans der Wirtschaftssimulation

Nachdem Martin jüngst einer Präsentation beiwohnte, hat Sven nun eine Vorabversion gespielt.

  04.08.2010   0 Kommentare   1707 Klicks
Patrizier IV 0,0 0
Patrizier IV

Alte Wirtschaftssimulations-Fans werden allein bei dem Namen “Patrizier“ aufhorchen. Vor allem “Patrizier 2 Gold Edition“ samt AddOn “Seeräuber der Hanse“ gilt nach wie vor als großartiger Vertreter eines aussterbenden Genres. Aber Kalypso Media, neuer Rechteinhaber der ehemals legendären Lizenz, hat ein Herz für Anhänger des Themas und bringt deshalb „Patrizier 4“ am 2. September 2010 in den Handel. Wo Teil 3 bleibt? Der erschien längst, jedoch nur in den USA. Dort wurde besagte “Gold Edition“ mit der Erweiterung als “Patrician 3“ verkauft. Und um noch mehr Verwirrung zu vermeiden, entschied sich der Publisher für einen weltweit einheitlichen Namen: “Patrizier 4“.

Und ein Schiff geht auf die Reise...

Patrizier IV

Was erwarten wir Spieler von einem Sequel? Besserungen, Änderungen, Neuerungen? Vielleicht sogar Innovationen? Zumindest Letztgenanntes hat “Patrizier 4“ auf den ersten Blick nicht zu bieten. In der vorliegenden Preview-Version ist zwar die Kampagne samt eines versprochenen, Einsteiger freundlichen Tutorials noch nicht verfügbar, sehr wohl aber das freie Spiel. Und dieses riecht an allen Ecken und Enden nach “Patrizier 2“: Wie gewohnt startet ihr im Spätmittelalter in einer von 32 Städten im Norden Europas. Ob ihr nun Malmö, Lübeck oder London wählt, ist euch überlassen. Dort errichtet ihr ein Kontor für die Lagerung von Waren. Mit einem relativ geringen Budget und einem kleinen Schiff (d.h. einer Schaluppe) macht ihr euch auf, um in anderen Orten Produkte günstig einzukaufen und diese gewinnbringend woanders zu verhökern.

Mit dem gewonnenen Mammon und den veräußerten Gütern steigert euer Ansehen in den jeweiligen Städten. Zudem dürft und sollt ihr natürlich expandieren: In eurer Heimatstadt könnt ihr neue Gebäude errichten, um Mieteinnahmen zu kassieren oder - sofern es euer Stand in der hiesigen Gilde oder gar der Hanse zulässt - selbst Tuch, Bier, Hanf, Fleisch und dergleichen zu produzieren. Die gesamte Spielewelt ist in acht Sektoren aufgeteilt, in der sich nicht nur KI-Konkurrenten herumtreiben, sondern bestimmte Produkte hergestellt werden. In Rostock zum Beispiel fließt das Bier besonders effektiv, andere Städte konzentrieren sich mehr auf Produkte wie Pech oder Fisch.

Alles beim Alten?

Patrizier IV

Folglich ist es immer nötig, genau zu überlegen, wo man Geld ausgeben oder verdienen kann. Das war schon bei den Vorgängern nicht anders - die Entwickler von Gaming Minds sind konzeptionell keine Experimente eingegangen. Das ist schon etwas ernüchternd, denn grob genommen spielt sich “Patrizier 4“ genauso wie sein fast zehn Jahre alter Vorläufer. Dennoch haben einige Optimierungen ihren Weg ins Spiel gefunden. Das Interface lässt sich intuitiver bedienen und ist für Anfänger verständlicher. Handelsrouten und Schiff-Konvoys können jetzt besser sowie flotter erstellt und verwaltet werden, genauso muss man sich nicht mehr um das Anheuern einer Mannschaft kümmern: Das alles wird automatisiert.

Seeschlachten gegen Piraten sind simpler gehalten, Pest und Belagerungen ändern die Rahmenbedingungen und kriegerische Auseinandersetzungen auf dem Land werden mittels eines „Tower Defense“-Klon ausgetragen. Laut offiziellen Aussagen soll es bei “Patrizier 4“ schwieriger sein, den Status des Eldermanns zu erreichen. Zusätzlich sind die auftretenden Institutionen agiler und präsenter. Für Städte oder Gilden könnt ihr Aufträge annehmen, die eurer Beliebtheit förderlich sind. Und mit etwas Glück winkt der Posten als Bürgermeister einer mittelalterlichen Metropole.

Undsonstso?

Patrizier IV

Die Preview-Fassung von „Patrizier 4“ verdeutlicht immerhin eines: Obwohl die Grundidee des mittlerweile klassischen Spielprinzips recht alt ist, macht das Schippern und Handeln unverändert viel Spaß. Dies erklärt wohl auch, wieso die Produzenten nicht alles umkrempeln wollten. Trotzdem ist es schon schade, dass tiefgreifendere Elemente, wie man sie in rauen Mengen z.B. bei “Die Gilde 2“ findet, nicht den Weg in “Patrizier 4“ gefunden haben. Vor allem bei der Simulation des eigenen Charakters hätte man einiges machen können, um diesem Profil zu verleihen - und einen Multiplayer-Modus sollte ebenso niemand erwarten. Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass Gaming Minds der Hauptkampagne frische Aspekte spendiert, um vor auch Kennern etwas Neues zu bieten.

Durchschnittlichkeit

Patrizier IV

Immerhin: “Patrizier 4“ erstrahlt jetzt in einem 3D-Gewand, zumindest was die eigentlichen Städte betrifft. Diese wachsen dynamisch, sehen nett aus und werden durch Witterungsbedingungen optisch facettenreich dargestellt. Das wirkt schön harmonisch im Gesamten, bleibt visuell aber weit hinter einem “Anno 1404“ oder besagtem “Die Gilde 2“ zurück. Unter anderem die Wassereffekte sind nicht besonders aufregend, während die zahlreichen Menüs einen dezent altbackenen Eindruck vermuten lassen. Zudem könnte die Übersichtskarte, auf der man unter anderem die eigenen Schiffe bei ihrer Fahrt beobachtet, etwas hübscher und zeitgemäßer aussehen. Aber: “Patrizier 4“ ist eine Wirtschaftssimulation, da braucht es nicht zwangsläufig optisch herausragende Szenarien. Der Preview-Fassung zufolge soll sich in der finalen Version des Spiels überdies noch einiges verbessern, auch wenn ich hier nicht viel erwarte.

Ausblick:

Patrizier IV

“Patrizier 4“ hinterlässt einerseits schon jetzt einen äußerst vielversprechenden Eindruck. Die Stärken der Vorgänger wurden ohne Einschränkungen ins Jahr 2010 katapultiert und nach spätestens einer Stunde stellte sich bei mir dieses großartige Suchtgefühl ein, welches ich bereits bei “Patrizier 2“ verspürte wie schätzte. Das Handeln und Managen der eigenen Flotte macht unverändert viel Spaß, man könnte also glatt von einem zeitlosen Spielprinzip reden. Auf der anderen Seite finde ich es ein wenig schade, dass es allen Anschein nach kaum nennenswerte Ergänzungen geben wird, die den Titel fordernder und komplexer machen. Stattdessen soll “Patrizier 4“ Einsteiger freundlicher werden. Und technisch ist das bisher Gebotene zwar solide, trotzdem hätte ich mir mehr erhofft. Der Nörgelei zum Trotz: Ich freu mich auf die Fortsetzung einer Serie, die ich damals viele Monate genossen habe. Und es sieht gut aus, dass „Patrizier 4“ mich wieder lange fesseln wird.

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Kommentare

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Odin89
von Odin89 | 09.08.2010, 07:20 Uhr

Wie gut das Grafik nicht alles bedeutet :).


Hauptsache es macht Spaß und das wird es wohl.

Vetes
von Vetes | 05.08.2010, 13:19 Uhr

Damals? Viele Monate? Ich genieße das zum Teil heute noch ^^

Poppel
von Poppel | 05.08.2010, 08:24 Uhr

Schade dass es nicht so viel neues gibt. :(

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