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Phantasy Star Universe

Sega
Sega
Rollenspiel
24.11.2011
k.A.
PC, Xbox 360, PS2

Bewertung
USK

Phantasy Star Universe Spieletest

Phantasy Star Universe

  11.12.2006   0 Kommentare   4750 Klicks
Phantasy Star Universe 0,0 0

Kinder, wie die Zeit vergeht. Es ist tatsächlich schon fast fünf Jahre her, dass ich auf dem Sega Dreamcast Phantasy Star Online (PSO) nahezu bis zum Erbrechen gespielt habe. Dieses Game war aber auch etwas Besonderes, da es das erste Online-Rollenspiel für eine Konsole war und man damals dieses Genre auch auf dem PC noch eher selten antraf. Die PSO-Fortsetzungen auf der Xbox und dem Gamecube hatte ich ausgelassen, dafür durfte ich nun gleich zweifach in Phantasy Star Universe (PSU) eintauchen und das neue Online-Abenteuer aus dem Hause Sega auf dem PC und der Xbox 360 antesten. Da seit PSO viel Zeit vergangen ist und sich das Genre dank solch grandioser Games wie World of Warcraft oder Guild Wars weiterentwickelt hat, stellt sich die Frage, ob PSU hier noch mithalten kann.

On- und Offline-Spaß

 

Phantasy Star Universe
Wobei PSU auf den ersten Blick mehr zu bieten hat als jedes normale Online-RPG – nämlich einen Offline-Modus für Einzelspieler. Wer nun denkt, dass sich dieser genauso spielt wie früher in PSO, der liegt falsch. Denn auf dem Dreamcast gab es quasi kaum einen Unterschied zwischen On- und Offline, da man in beiden Fällen mit einem selbst erstellten Charakter durch die gleichen Areale lief. Etwas anders ist dies in PSU: Die „Story Mode“ benannte Offline-Variante erzählt die Geschichte des 17-jährigen Ethan Waber, den der Spieler durch insgesamt zwölf Kapitel begleitet. Dabei erlebt man mit, wie das aus drei Planeten sowie einer Raumstation bestehende Gurhal-System von fiesen Außerirdischen angegriffen wird und wie sich Ethan den Guardians – so der Name der interstellaren Sicherheitskräfte - anschließt, um die Aliens zu bekämpfen. Die Geschichte wird dabei durch – zum Teil sehr lange – Filmeinspielungen weitererzählt, so dass man viele Details über das neue Universum und die Invasion erfährt.

Ganz ähnlich wie im „Story Mode“ sind die Vorgaben im „Netzwerk-Mode“. Auch hier bekämpft man auf der Raumstation und den drei Planeten Parum, Neudaiz und Moatoob die bösen, als SEEDS bezeichneten Aliens. Allerdings erstellt man darin seinen eigenen Charakter und darf in Gruppen mit bis zu sechs Spielern in den Arealen für Ruhe und Ordnung sorgen. Der „Netzwerk-Modus“ wird übrigens bei allen drei PSU-Umsetzungen geboten, allerdings können nur PC- und PS-Spieler miteinander spielen, die Xbox 360-Abenteurer bleiben unter sich.

Ein kleiner Freund und Helfer

 

Phantasy Star Universe
Soweit erst einmal zu den grundsätzlichen Unterschieden in den beiden Spielvarianten. Da es sich letztendlich aber doch um dasselbe Game handelt, gibt es natürlich auch etliche Gemeinsamkeiten: So besitzen sowohl Ethan als auch der selbst erstellte Charakter ein eigenes Zimmer auf der Raumstation. Der auffälligste Gegenstand darin ist die so genannte Partner Machine – eine fliegende, mechanische Einheit, die altgediente PSO-Spieler an die Mags erinnern dürfte. Allerdings begleiten einen diese putzigen Einheiten nicht mehr wie früher in den Kampf, sondern dienen in PSU als Informationsquelle und Lagerverwalter. In beiden Modi kann man seiner Partner-Machine überschüssige Gegenstände zur Aufbewahrung überreichen oder sie verschiedenste Items kombinieren lassen, um dadurch neue – und teilweise sehr seltene – Gegenstände zu erschaffen. Und wie früher die Mags, lassen sich auch die Partner Maschinen füttern, wodurch sie ihre Form verändern und neue Fertigkeiten erlernen.

Das eigene Quartier kann zudem individuell eingerichtet werden und im Online-Modus findet sich dort außerdem die äußerst praktische Lagerbox: Jeder Spieler kann bis zu vier verschiedene Charaktere erstellen, die allesamt Zugriff auf die Lagerbox haben, so dass man ohne Probleme seine Frischlinge mit den Items eines bereits hoch gezüchteten Kriegers versorgen darf.

In den Städten und im Kampf

 

Phantasy Star Universe
Innerhalb der Raumstation befindet sich die Stadt Clyez, die unter anderem zahlreiche Shops beinhaltet. Sowohl Offline als auch Online kann man sich hier mit neuen Waffen, Kleidung oder sonstigem Krimskrams versorgen. Dazu gibt es in der Stadt das Guardians-Hauptquartier, in dem man neue Missionen erhält, sowie verschiedene Raumhäfen, um zu den drei Planeten zu reisen. Im Online-Modus findet sich schließlich auch noch ein Ausgangspunkt zu den Missionen auf der Raumstation. Ganz ähnliche Städte wie Clyez befinden sich auch auf den drei Planeten, die somit ebenfalls als Chatroom, Einkaufsmeile und Start zu den künftigen Kämpfen dienen.

Und schließlich ist auch das Kampfsystem in beiden Spielvarianten identisch. Wie schon in PSO durchläuft man in Echtzeit diverse 3D-Areale und trifft dabei auf eine Unzahl von Gegnern, die zwar zumeist in der Überzahl sind, dafür aber den IQ eines angefeuchteten Schwamms besitzen. Dies heißt, sie greifen Euch blindlings an und zeigen dabei keinerlei taktisches Vorgehen. Bekämpft werden die feindlichen Truppen mit einer schier unüberblickbaren Anzahlen von Schlag-, Stoß- und Schusswaffen, die sowohl vom Aussehen als auch von der Bezeichnung her 1:1 aus den Vorgänger-Games übernommen wurden. Und wer sich fleißig durch die Reihen der SEEDS hackt und ballert, der steigt Rollenspiel-typisch Level um Level auf und wird dadurch stärker. Neu in PSU sind die Photon Arts – mächtige Angriffe, die je nach Art der Waffe etwas anders aussehen: Schwertkämpfer üben dadurch gewaltige Hiebe aus, mit einer Schusswaffe erzeugt man beispielsweise Explosionen in den Reihen der Gegner und die magiebegabten Charaktere schleudern mit Blitzen und Feuer um sich. Um die verschiedenen Photon Arts nutzen zu können, muss man seine Spielfigur erst bis zu einem gewissen Grad aufbauen. Außerdem sind diese Angriffe nicht unendlich verfügbar, da jede Spielfigur nur über ein begrenztes Maß an Photon-Punkten verfügt.

Zusammen mit anderen

 

Phantasy Star Universe
Wie der „Story Mode“ abläuft, dürfte durch die bisherigen Erläuterungen weitestgehend klar sein. Allerdings gibt es noch einiges über den „Netzwerk-Modus“ zu erzählen, zum Beispiel über die Charaktererstellung: Hier muss man sich zuerst für eine der vier Rassen (Human, Newman, Cast, Beast) entscheiden, wodurch man seinen Junghelden schon von vornherein auf eine bestimmte Kampfart festlegt. Die mechanischen Casts beispielsweise sind hervorragende Schützen, Beasts dagegen lieben es, sich an vorderster Front in eine Schlacht zu werfen. Nach der Wahl der Rasse entscheidet man sich für das Geschlecht – wobei Männlein und Weiblein keine unterschiedlichen Werte bieten -, bestimmt aus einer Anzahl von Gesichtern, Augenfarben, Frisuren etc. die Optik seines künftigen Haudegens und tauft ihn anschließend auf einen Namen. PSO-Veteranen werden hier hellhörig, schließlich war damals die Namenswahl dafür entscheidend, welche ID man zugewiesen bekam. Und dies hatte wiederum Einfluss darauf, welche Items man besonders häufig und besonders selten fand. Das führte zu teilweise sehr kuriosen Bezeichnungen, nur um ja die richtige ID zu erhalten. Bei PSU muss man sich darüber zum Glück keine Gedanken mehr machen, denn die IDs sind ersatzlos gestrichen worden.

Sobald Ihr Euren Charakter fertiggestellt habt, erwartet Euch beim ersten Mal ein ausführliches Tutorial, in dem ihr in die Steuerung und das Kampfsystem eingewiesen werdet. Sowohl die Xbox 360- als auch die PC-Variante lassen sich komplett über ein Joypad steuern, alternativ darf man seinen Recken am Computer aber auch mit der Tastatur lenken bzw. findet darauf einige Zusatzfunktionen, die beispielsweise das Chatten erleichtern.

Nach der Einweisung geht es so richtig los und Ihr landet auf einem der insgesamt 18 Server, die Sega gemeinsam für europäische und US-PSUler betreibt. Zwischen diesen 18 parallelen Universen kann an vielen Punkten im Game gewechselt werden, außer auf einem der Server ist bereits das Maximum an Spielern unterwegs. Dies kommt allerdings sehr selten vor und gerade die hinteren Server sind meist komplett verwaist – es gibt also noch reichlich Platz für etliche weitere Online-Heroen.

Aus der Stadt in die Arena

 

Phantasy Star Universe
Sightseeing und Shoppen in den Städten ist zwar eine nette Sache, aber natürlich brennen die meisten Spieler darauf, ihre Waffen zum Einsatz zu bringen. Dies darf man mit bis zu fünf Mitspielern gleichzeitig tun, wobei einer als Anführer der Gruppe agiert. Schon vor dem Kampfeinsatz kann man sich zu einem Trupp zusammenschließen, alternativ gewährt man einfach allen anderen Mitspielern den Eintritt in die eigene Mission. Wer kontaktscheu ist oder nur mit einem bestimmten Freundeskreis auf SEEDs-Jagd gehen möchte, kann sein laufendes Match mit einem Passwort verschlüsseln. Da PSU im Gegensatz zu PSO mehrere Städte und Lobbies bietet, ist es nicht mehr möglich, von einem einzigen Ort aus alle laufenden Missionen auf einem Server zu überblicken. Um trotzdem seine Freunde und Kampfgefährten leicht wieder zu finden, darf man untereinander seine Visitenkarten austauschen. Dadurch lässt sich einfach feststellen, wer gerade online ist und was er gerade treibt. Außerdem kann man so in eine Gruppe eingeladen werden und sehr schnell zu einem Kampftrupp dazu stoßen. Die direkte Kommunikation in den Städten und den Missionen läuft in der PC-Version über die Tastatur ab. Bei der Xbox 360 wird dagegen der Voice Chat unterstützt, wodurch das lästige Tippen komplett wegfällt.

Übrigens seid Ihr auch im Offline-Spiel nicht ausschließlich alleine unterwegs, denn in vielen Missionen begleiten Euch NPC-Kämpfer, die fleißig in die Gegner mit reinhauen, allerdings auch nicht immer durch eine außerordentlich gelungene K.I. glänzen. Es kann schon vorkommen, dass man sich selbst mit einem Endboss abmühen muss und die computergesteuerten Begleiter gleichzeitig Löcher in die Luft starren.

Technik, Kosten und Extras

 

Phantasy Star Universe
Bei der Grafik gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden getesteten Versionen. Grundsätzlich sind die gesamten Charakter- und Umgebungsgrafiken natürlich miteinander identisch, allerdings hat sich Sega bei der PC-Version wohl an der PS2-Variante orientiert und dementsprechend liegt die Optik am Computer auch nur auf dem Niveau der Sony-Konsole. Dies hat den Vorteil, dass PSU bereits auf Systemen läuft, in denen etwa noch eine GeForce 4-Karte steckt. Mit deutlich mehr Lichteffekten und etwas schärferen Konturen ist da die Xbox 360-Fassung ausgestattet, die somit einen ordentlichen, aber auch nicht überragenden Eindruck hinterlässt. Nachdem ich schon auf die eher mittelmässige K.I. der NPCs und der Gegner eingegangen bin, möchte ich auch noch ein paar Worte zur Sounduntermalung verlieren: Die Effekte sind allesamt aus den Vorgängern von PSU übernommen worden, so dass etwa wohlbekannte Kampfgeräusche aus den Boxen klingen. Der Soundtrack ist einmal mehr Geschmackssache: Schon auf dem Dreamcast habe ich mir die Synthesizerklänge nicht lange angehört und lieber die Stereoanlage laufen lassen. Und ähnlich machte ich es auch mit dem neuen Game. Da PSU auf dem PC im Fenstermodus betrieben werden kann, ist es zum Glück kein Problem, einen Mediaplayer nebenher zu betreiben. Und auch auf der Xbox 360 darf man seine eigenen Songlisten abspielen.

Neben dem Einkaufspreis für das Game fallen bei PSU auch monatliche Gebühren an, die in beiden Varianten bei rund 10 Euro liegen. Sega zeigt sich hier leider etwas knauserig und spendiert Neugierigen nicht einmal einen Freimonat, um erst einmal festzustellen, ob einem das Spiel überhaupt gefällt. Man kann nur hoffen, dass dies nicht Schule macht, denn bisher war es eigentlich bei allen kostenpflichtigen Online-Rollenspielen Standard, dass man wenigstens für 30 Tage umsonst reinschnuppern darf.

Zum Schluß möchte ich noch verraten, dass es noch eine dritte Spielvariante gibt: Den „Extra Mode“. Dieser wird über den „Story Mode“ freigeschaltet, ebenfalls Offline gespielt und stellt sich als ein Mix aus den beiden anderen Varianten dar. Um ein klein wenig Spannung zu erhalten, werde ich an dieser Stelle aber nicht mehr darüber ausplaudern.

Fazit: Gelungene Fortsetzung für PSO-Fans

 

Phantasy Star Universe
Wie ihr aus dem Text bereits herauslesen konnten, hat Sega den Spielern mit Phantasy Star Universe sehr viel zu bieten, denn der „Story Mode“ allein stellt schon ein vollwertiges Game dar. Vom Umfang her gibt es somit keinen Grund zu Klage. Allerdings wird das Offline-Spiel durch etliche Filmsequenzen gestreckt und beschränkt sich das eigentliche Spiel auf das Herumlaufen in den Städten und die Kämpfe. Und auch der „Netzwerk-Modus“ stellt keine wirkliche Revolution dar. Zwar hat man sehr viel mehr Missionen zur Auswahl als in Phantasy Star Online und darf dieses Mal mit sechs anstatt nur vier Spielern gleichzeitig kämpfen – letztendlich hat sich aber am Gameplay und dem gesamten Online-Erlebnis nicht wirklich viel geändert. Die Levels auf den verschiedenen Planeten bieten reichlich Abwechslung fürs Auge, sind aber allesamt ähnlich aufgebaut und erinnern trotz allem stark an die Einsatzgebiete der Vorgänger-Games. Genau gleich ist es bei den Gegnern: Sie laufen ebenso hirnlos herum wie zu Phantasy Star Online-Zeiten und verhalten sich in allen Missionen vollkommen gleich. Für etwas Abwechslung sorgen leichte Schalterrätsel, die – wer hätte dies gedacht – ebenfalls 1:1 aus den alten Dreamcast-Zeiten geklaut sind. Somit lässt sich letztendlich sagen, dass PSU gegenüber seinen Vorgängern an Quantität zugelegt hat, nicht aber unbedingt an spielerischer Qualität. Unabhängig davon ist außerdem schade, dass sich Xbox 360-Besitzer online nicht mit den PC- und PS2-Spielern treffen können.

All diese Kritik bedeutet nun aber nicht, dass man nach diesem Spiel nicht süchtig werden könnte. Denn es dauert lange, bis man alle Städte erforscht, verschiedene Waffen ausprobiert und die meisten Missionen gesehen hat. Bis dahin hat man dann schon eine ordentliche Anzahl an Kampfgefährten kennen gelernt und freut sich immer wieder auf ein neues gemeinsames Abenteuer – und darin liegt bekanntlich der Schlüssel zum Erfolg eines MMORPG. Allerdings konnte mich das Spielprinzip nicht mehr wirklich so mitreißen wie Anfang des Jahrtausends, was sicherlich daran liegt, dass ich seitdem bessere Online-RPGs wie beispielsweise World of Warcraft gespielt habe. Und da sich ein Produkt auch immer an der Konkurrenz messen lassen muss, schafft Phantasy Star Universe nicht ganz den Sprung bis in die obersten Spielspaß-Regionen. Den Fans der Vorgänger dürfte dieses allerdings sowieso egal sein, denn sie bekommen mit Phantasy Star Universe eine Fortsetzung geboten, die trotz erweitertem Inhalt und einigen Neuerungen immer noch das typische Spielerlebnis bietet. Und daher darf jeder PSO-Jünger auch bedenkenlos zugreifen.

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Kommentare

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JR_germany06
von JR_germany06 | 13.01.2007, 20:15 Uhr
monatliche beiträge sind sowieso ne sache für sich. Zumindest die Spiele nur im Netz könnten ja was kosten aber die mit Singleplayer part? da machts tribes am besten:D
Optimus_Prime
von Optimus_Prime | 12.12.2006, 17:50 Uhr
Also hatte mir die xbox360 demo mal geloaded und war auch jetzt nicht so überwältig aber wenn es nicht ein monatlichen beitrag hätte dann wür ich es mir vielleicht sogar holen
Sabacka
von Sabacka | 11.12.2006, 14:31 Uhr
ich bin auch irgetnwie enttäuscht... Nachdem ganzen Trailern die man sehen konnte hab ich mehr erwartet.... muss mir überllegen ob ich mir das teil kauf wenn ich schon wow im regal stehen hab...:-/
Genetixx
von Genetixx | 11.12.2006, 13:02 Uhr
nhya das spiel, geht. ich hätte mir weitaus mehr erwartet, die kämpfe sind irg.wie lieblos und langweilig, genauso wie die welt..
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