Zu hohe Erwartungen
Natürlich muss ich mit solchen Aussagen vorsichtig sein, denn a) besitzt die Firma eine enthusiastische Fangemeinde und b) findet sowieso die ganze Welt, solche technischen Schwanzvergleiche unglaublich toll. Das hat dem Spiel schon einige Preise auf Fachmessen eingebracht, aber am Ende scheint id das zu machen, was sie schon immer konnten: Ballern auf hohem technischen Niveau. Wenn ich hier von Enttäuschung spreche, bezieht sich das vor allem auf die ganze PR-Maschine zum Spiel. Ein Open-World-Shooter, der den Konkurrenten den Stinkefinger zeigen will. So etwas kann nur schief gehen.

Auf der Gamescom spielte ich eine Stunde vom Anfang des Spiels. Unser Raumschiff stürzt auf den Planeten, unser Held überlebt als einziger und wird von einem Einheimischen gerettet. Schnell stellt sich heraus, dass ein paar Banden diesen Endzeitplaneten unsicher machen und ich die braven Siedler retten soll. Also reise ich mit einer Art Quad zu einem Außenposten, nehme einen Auftrag an und stürze mich ins Abenteuer. Nachdem ich die tatsächlich unglaublich detaillierte und weitsichtige Landschaft bewundert habe, komme ich am Banditen-Stützpunkt an. Spätestens hier habe ich mein erstes Déjà-vu-Erlebnis. Ist das nicht "Borderlands"? Zumindest sieht Rage so aus, wie die ursprüngliche "realistische" Version des Riesenhits von Gearbox. Gleiches Szenario, gleiche Aufgaben. Selbst die Gegner verhalten sich nahezu identisch. Hier wie dort stürmen ein paar Mutanten(?) schreiend auf mich zu und ich muss dieses Kanonenfutter aus dem Weg räumen.
So geht's im Prinzip weiter. Um neue Freunde zu gewinnen, reise ich von Außenposten zu Außenposten, nehme Aufträge an und bekomme dafür wertvolles Equipment. Besonders begehrt: Pläne, mit denen ich meine Fähigkeiten erweitern kann, um so beispielsweise Schlösser zu knacken. Von den angekündigten Autorennen habe ich in der Demo leider nichts gesehen. Insgesamt soll die Spielzeit rund 15 Stunden betragen.