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Rainbow Moon

SideQuest Studios
Sony
Rollenspiel
04.07.2012
k.A.
PS3
Gespielt von: alle ansehen
agony
Bewertung
USK
  10.07.2012   3 Kommentare   1037 Klicks
Rainbow Moon 7,5 4

Rainbow Moon Spieletest

Ich dachte, dass der Mond aus Käse besteht...

Auch wenn wir uns auf all die tollen Blockbuster Ende des Jahres freuen und auf deren revolutionäre Grafik oder Gameplayelemente gespannt sind, gibt es dennoch eines, an das wir gern denken: die Vergangenheit. Umso schöner ist es da, wenn wir der Rollenspiel-Geschichte einen Besuch abstatten können, um noch mal in liebgewonnenen Details zu schwelgen. 3D Game Dot Heroes hat es 2010 mit einer Zelda-Kopie vorgemacht, und der kunterbunte Mond will an diesen Erfolg anknüpfen. Ob das Sinn macht, wir uns wie 1980 fühlen oder ob der Charme im Zeitreisetunnel stecken geblieben ist?

Am Ende wartet immer ein Goldtopf

Man muss schon überlegen und nicht einfach wahllos sich durch die Gegend bewegen!

Deutsche Entwickler und tolle Spiele? Funktioniert, wie wir bereits durch Cytek (Far Cry, Crysis 1+2) wissen. Doch es gibt auch noch weitere, wie zum Beispiel das in Mainz ansässige Entwicklerstudio SideQuest Studios, welches Fans von Shoot‘em Ups vor allem durch Söldner-X und Söldner X-2 in Erinnerung geblieben sein dürfte. Mehrere Jahre nach dem Release von letztgenanntem Spiel kehren die Entwickler jetzt auf die PlayStation 3 zurück, aber dieses Mal ohne einen Shooter: Mit dem Sony-exklusiven Rainbow Moon haben sie sich in die Tiefen des Strategie-Rollenspiels vorgewagt. Und das nicht, um das altbackene Genre zu revolutionieren, sondern um den Retro-Charme wiederaufleben zu lassen.

So viel Blau....

Ein Spaziergang im Mondschein ist etwas Schönes, Beruhigendes und auch irgendwie Aufheiterndes. Eigentlich, denn schimmernde Lichter in der Dunkelheit sowie leuchtende Portale mit fiesen Grimassen bedeuten nie etwas Gutes. Wer das nicht glaubt, sollte mal den jungen Krieger Baldren fragen. Nach einem kurzen Schlagabtausch wurde er nämlich von einem Bösewicht in ein Portal gesogen und findet sich kurzerhand im unbekannten Land namens „Rainbow Moon“ wieder. Gott sei Dank ist in der Nähe ein rettendes Dorf. Nur dort sind die Einwohner alle sauer auf uns! Wieso? Nun, das tägliche Überleben lässt sich schlecht meistern, denn seit unserem Auftauchen warten überall Monster auf hilflose Geschöpfe. Unsere Aufgabe ist es nun, alle Fieslinge zu besiegen, das Chaos aufzuräumen, sich mit den Bewohnern gut zu stellen und herauszufinden, wo man eigentlich ist und wie man wieder in die Heimat gelangt. Ob die überall rumstehenden Portale damit etwas zu tun haben?

Auf unserer Reise unterstützen uns nach und nach bis zu drei Freunde im taktischen Kampf gegen die bösen Horden. Aber wie Abenteuer so sind, stehen schnell das Auffinden von besserer Ausrüstung, die Entdeckung der faszinierenden Regenbogen-Welt und das Kennenlernen neuer Freunde im Mittelpunkt. In Panik muss man dabei jedoch nicht ausbrechen, auch wenn die Geschichte manchmal vor sich hinplätschert, werden die mindestens vielen Spielstunden (die Entwickler geben 100h an) nie langweilig.

Links, Rechts oder doch lieber verstecken?

Manchmal benötigt man eine Fackel, um den richtigen Weg zu erkennen

Wie es sich für einen Helden gehört, fangen wir in Rainbow Moon mit einfachen Dingen an und müssen auf fantastische Attacken vorerst verzichten. Allzu oft wünschte ich mir, dass ich mehr kann als nur angreifen. Da ist es dann umso erfreulicher, dass nach einigen kniffligen Aufgaben die ersten Skills erscheinen und man Unterstützung in Form von Gruppenmitgliedern erhält. Ab diesem Punkt spielt die Strategie auch eine vordergründige Rolle: Es gehört schon einiges an Überlegung dazu, um gegen mehrere Feinde gleichzeitig antreten zu können, denn immerhin gehen Baldren und Co. nach einer gewissen Anzahl an Zügen die Luft aus, sodass sich die Gegner mit zwei, drei Schritten an sie heranschleichen können. Praktischerweise zeigt uns während des Kampfes eine Rundenanzeige an, welcher Kontrahent als nächstes am Zug ist. Und natürlich bekommen wir ebenfalls dargestellt, über welche Move- oder Angriffsrange wir verfügen. Schade nur, dass die Symbolik manchmal nicht wirklich schlüssig ist und das blaue Menü (ja, alles ist Blau und Blau und Blau) erst auf den zweiten Blick logisch wirkt.

So zieht man also durch die recht offene Welt, welche sich einem Quest für Quast langsam eröffnet, und muss neben kleineren Rätseln eben viele taktische, rundenbasierte Kämpfe bestreiten. Schön ist bei unserer Reise, dass der Tag/Nacht-Zyklus die Spielwelt stark beeinflusst: So sind Gegner in der Dunkelheit stärker und die Landschaft verwandelt sich von einer kunterbunten Welt zu einer echten Bedrohung. Übrigens wird man auf seiner Reise von A nach B nur durch wenige Gegner (respawnen nicht!) gestört, denn zufällige Kämpfe werden uns zwar auf dem Bildschirm angezeigt, müssen aber nicht wahrgenommen werden. Neben den Kämpfen spielt auch das Verbessern eurer Helden eine wesentliche Rolle in Rainbow Moon. Dank verdienten EXP, Kugeln und Rainbow Coins können wir so einiges anstellen. Trefft ihr einen Skill-Meister, solltet ihr unbedingt Halt machen, um eure Kugeln in Ausdauer, Glück, Schnelligkeit, Mana oder Verteidigung zu investieren. Nebenbei kann Baldren bei einem Händler neue Ausrüsungsgegenstände oder Skills erwerben sowie bei einem Schmied sein Equipment durch entsprechende Material aufwerten, wenn man nicht gerade seltene Items auf der Map verstreut findet. Insgesamt sind das alles nützliche Elemente, die man zwingend wahrnehmen sollte.

Schimmer, Schimmer, Schimmer

Uh, was is das?

Ganz wie es der Titel des Spiels vermuten lässt, ist die Welt in Rainbow Moon durchaus farbenfroh, comichaft und liebevoll gestaltet. Es macht einfach Spaß durch die verzwickten Abschnitte zu pilgern, immer andere Gegner zu treffen und der Handlung zu folgen. Schade dabei ist nur, dass Baldren und seine Mitstreiter im Menü vollkommen anders aussehen als auf dem Spielfeld, es einem manchmal schwer fällt, verschiedene Feinde nur anhand ähnlicher Farben auseinander zu halten und blaue Schrift auf blauem Hintergrund das Lesen nicht unbedingt fördert. Alles in allem überwiegen aber die positiven Aspekte des Spiels, übrigens auch die seltenen Zwischensequenzen.

Untermalt wird das Ganze von einem harmonischen Hintergrund-Gedudel, welches allerdings (oder zum Glück?) von Gebiet zu Gebiet wechselt sowie sich atmosphärisch anpasst. Ansonsten hört man Gespräche eher selten, da unsere Gefährten nur im Kampf mal den Mund aufmachen. Die Dialoge wurden gar nicht synchronisiert. Schade, denn die Identifikation mit den Charakteren bleibt so auf der Strecke. Die Frage, wieso ein aus Deutschland stammendes Spiel komplett in englischer Sprache gehalten ist, möchte ich eigentlich gar nicht stellen.

Auf der Strecke bleibt übrigens auch ab und an die Motivation. Mal ehrlich, wer will schon vergnügt durch ein Gebiet streifen, alles mitnehmen was geht, nur um dann festzustellen, dass im nächsten Abschnitt alle Gegner rund drei Level höher sind? Das ständige Aufleveln ist nervig und nimmt dem Spiel sehr viel an Geschwindigkeit (wenn man in einem Taktik-Spiel davon sprechen kann) und Spaß. Hinzu kommt die Food-Bar, welche eine weitere Komponente in die Schlacht bringt. Hungrig kämpft niemand gut, weswegen ihr immer auf die Anzeige eurer Kameraden achtet müsst - nervig und macht keinen wirklichen Sinn, da man so das recht kleine Inventar mit Lebensmitteln vollstopfen muss.

Fazit - Rainbow Moon Spieletest

Lenela

Es müssen nicht immer die großen Spiele von großen Entwicklerstudios sein, die begeistern. Manchmal reicht da schon ein relativ unbekannter Indie-Entwickler, der seine Retro-Liebe in ein mehr als kleines, aber feines Spiel steckt. Obwohl die Geschichte bei Rainbow Moon im Verlauf etwas zu sehr in den Hintergrund gerät, kann das umfangreiche Spielprinzip, die liebevolle Grafik sowie der atmosphärische Sound durchaus gefallen. Es erübrigt sich zudem zu sagen, dass man mindestens 30 Spielstunden mit dem Titel beschäftigt ist - und das für gerade mal 12,99 Euro. Da können sich so manche 10 Stunden-Spiele noch einiges abschauen. Und vor allem lassen uns diese Stunden die kleineren Mängel fast schon vergessen...

Bewertung
„Mit Rainbow im Namen, konnte eigentlich gar nichts schief gehen.”

Vorteile Nachteile
Download-Erweiterungen
Leider nur englische Sprache
Retro-Feeling
Schwierigkeitsgrad recht knackig
Taktik, Taktik, Taktik
Dialoge manchmal unwichtig/langweilig
Charakter kann sehr individuell gestaltet werden
Menüdesign stellenweise fragwürdig
Lange Spielzeit
Bewertung
„Mit Rainbow im Namen, konnte eigentlich gar nichts schief gehen.”

Kommentare

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elektro
von elektro | 10.07.2012, 12:53 Uhr
Habe vor langer Zeit mein letztes Taktik-RPG gespielt. Valkyria Chronicles. Das hier sieht mir sehr ähnlich aus, wenn auch grafisch weitgehend unspektakulärer. Preis-Leistung scheint jedenfalls zu stimmen. Doch meine rundenbasierte Ära ist lange vorbei. smile.gif

2 Antworten:

agony
von agony | 10.07.2012, 15:52 Uhr
Wie kann so eine Ära vorbei sein? Ich sehne mich nach wie vor nach einem Shining Force 3-Nachfolger. Episode 1 hab ich auf dem Saturn geliebt...(die anderen kamen ja nicht nach Europa sad.gif ).
elektro
von elektro | 11.07.2012, 14:58 Uhr
Ich bin eigentlich schon Retro-Fan. Früher gabs ja die rundenbasierten Taktikspiele zu hauf. Battle Isle oder Full Metal Planet zB. Und es war ok und gut weil die Ära technisch einfach nicht mehr her gab. Shining Force hab ich mangels Saturn ausgespart. Vielleicht ist auch das das Problem und ich würde jetzt ebenfalls in Wehmut schwelgen. biggrin.gif
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