Huch, was haben die denn alle hier zu suchen?
Da werden Erinnerungen an die ersten beiden GTA-Teile wach
Der eine oder andere wird sicherlich mitbekommen haben, dass Indie-Entwickler häufig einen anderen Weg gehen als große Videospielfirmen: So konnten technisch wenig anspruchsvolle Titel wie Minecraft oder Fez zu großen Erfolgen werden. Um an diesem Konzept anzuknüpfen, hat der Programmierer Brian Provinciano in den vergangenen Wochen und Monaten fast ganz allein an seinem eigenen Spiel. Herausgekommen ist der Retro-Titel Retro City Rampage, welcher spielerisch an die 2D-Ableger der Grand Theft Auto-Reihe erinnert. Gleichzeitig verspricht der fleißige Spielmacher unzählige Gags, spannende Missionen und eine unglaubliche Spielwelt. Ob das funktionieren kann, vor allem im Alleingang?
Wirklich viel möchte ich über die Storyline von Retro City Rampage gar nicht verraten, allein schon, weil es ziemlich schwer ist die zahlreichen Bezüge zu den vielen verschiedenen Spielen und Filmen (wie zum Beispiel Batman, Ninja Turtels, Frogger oder Zurück in die Zukunft) in aller Kürze zu erläutern. Aber gut, damit an dieser Stelle nicht allzu viele Fragezeichen auftauchen, gebe ich euch einen kleinen Hinweissatz. Das finale Ziel von Retro City Rampage ist es, in Gestalt eines fiesen Gangsters einem Doktor aus der Zukunft dabei zu helfen, sein Zeitreisen-Auto zu reparieren.
Touristen-Guide: Retro City
Flax Combobulator? Hieß das Ding nicht anders?
Generell gibt es im Hinblick auf das Gameplay von Retro City Rampage nicht allzu viel zu sagen, da man sich nicht nur etwas an die ersten GTA-Games angelehnt hat. So rast man mit seinem spritzigen Gefährt in der Vogelperspektive durch die Stadt, liefert sich Schießereien mit Gangstern oder schlagkräftigen Zivilisten und klaut anschließend mehr oder minder wichtige Gegenstände (Einen Fernseher kann man immer mal haben, oder?). Abgesehen von den Story-Missionen gibt es zahlreiche Nebenaufgaben zu erledigen oder man wirft einen Blick in Nolan‘s Arcade, in welchem nicht ganz normale Minispiele auf einen warten. Unterhaltsam dürfte vor allem Virtual Meat Boyoder 8Bit Trip sein - im schicken Augenkrebs-Rot gilt es, ein wirklich, wirklich schweres Level zu bestehen. Um die Neben- oder Hauptmissionen zu bestehen, helfen euch verschiedene Waffen (zum Beispiel gibt es neben einer Pistole auch einen Mob) oder aber Gameplay-Mechaniken, wie ein LockOn-System oder Cover.
Gleichzeitig besteht im „Freien Spiel“ die Möglichkeit, mit einem Vermögen von 99.999.999 Dollar sowie voller Munition für alle Waffen-Typen „Theftropolis“ in Schutt in Asche zu legen, die recht teueren PowerUps auszuprobieren, Verfolgungsjagden zu absolvieren oder die Stadt ausgiebig zu erkunden. Schade nur, dass die Welt recht klein und deshalb nach relativ kurzer Zeit die Luft raus ist.
Ebenfalls stellt sich die Frage, wieso man beim Missions-Design nicht viel mehr Variationen herausgeholt hat, denn bis auf ein paar Ausnahmen sind die Aufgaben permanent gleich(langweilig) gestaltet. Letztendlich ist dies wohl auch der größte Kritikpunkt an Retro City Rampage - jüngere Spieler werden einfach wenig mit den unzähligen Hints anfangen und dadurch die Schwächen des Titels nicht ignorieren können. Aber gut, letztendlich wurde das Spiel nur von einer Person entwickelt und sollte eine eigene Hommage darstellen.
Ode an die Vergangenheit
Retro City Rampage nutzt die volle Farbpalette!?
Wie erwartet, besteht die Grafik in Retro City Rampage aus pixeligen, klobigen, farbarmen und simplen Blöcken. Trotzallem gibt es eine fast schon unbegrenzte Anzahl an Grafikeinstellungen, welche den Retro-Spaß weiter in die Höhe bringen dürften. So kann man mit verschiedenen Farbfiltern experimentieren oder Hintergründe einstellen (Fernseher, GameBoy oder Arcade). Das Ganze geht dann soweit, dass der Titel wirklich wie auf einem C-64 oder einem NES aussieht.
Unterhaltsam ist zudem der Soundtrack, welcher vor allem mit stylischen Retro-Klängen punkten kann. Passend zum GTA-Rahmen besteht auch hier die Möglichkeit, aus verschiedenen Radiostationen zu wählen. Nette Idee, aber leider bleibt keine Melodie so richtig im Ohr. Immerhin können sich Retro-Kenner noch gut an den Sound aus vergangenen Klassikern erinnern. Nur der Vollständigkeit halber: Eine Sprachausgabe gibt es (natürlich) nicht und ebenfalls wurden die Effekt-Sounds nur spärlich aus der Kiste geholt.