Öde
Im Rettungswagen-Simulator 2012 stehen banale Aufträge auf der Tagesordnung. Besagtes Opfer könnt ihr beruhigt stundenlang liegen lassen und eure Zeit sinnlos in der fiktiven Großstadt verbringen. Mit stumpfsinnigem Fahren oder Herumlaufen eures Arztes. Oder wen auch immer ihr mimen sollt. Zeit spielt hier keine Rolle, wieso auch? Nachdem ihr den Spielplatz erreicht habt, jammert der Typ über seine blutverschmierte Kleidung - als gäbe es nichts Tragischeres. Wie auch immer: Die Missionen in der Endloskampagne sind lahm und glänzen sicher nicht durch Einfallsreichtum. Abhängig von eurem Einsatz schnappt ihr euer vorgegebenes Vehikel, fahrt los und achtet bei einer unwichtigen Aufgabe wie einem Dialyse-Transport auf die Verkehrsregeln. Rote Ampeln überfahren? Unerlaubtes Benutzen der Sirene? Verursachen von Unfällen? Dafür gibt’s Abzüge überflüssiger Punkte. Habt ihr euer Ziel erreicht, kümmert ihr euch um den Patienten durch billiges Herumklicken von Optionen. Danach fahrt ihr den verletzten Menschen zum Beispiel ins Krankenhaus, um wieder euren Ausgangsort anzuvisieren. Dort gibt’s Punkte für eine erfolgreiche Absolvierung. Immer und immer wieder versucht ihr euch an blöden Missionen, die langweilig präsentiert sind und nur mit viel Fantasie realistisch anmuten.
Ich möchte betonen, dass der Rettungswagen-Simulator 2012 kein Alptraum wie manch anderer Simulator ist. Doch von Spaß kann kaum die Rede sein. Hauptsächlich liegt dies an den sich wiederholenden Missionen, die keine Relevanz und keinen Sinn haben. Wieso erfüllt ihr diese überhaupt? Ein Ende existiert nicht. Dazu kommt eine schwache Präsentation, die in mir die Frage aufkommen lässt, wieso ich überhaupt einen Dualcore-Prozessor benötige. Zwar kommt die mächtige Trinigy-Engine mit PhysX-Spielereien zum Einsatz, dumm nur, dass die Entwickler von Z-Software diese nicht im Ansatz so gut im Griff haben wie die Kollegen von den TML Studios (Kehrmaschinen-Simulator, Bus- & Cable-Car-Simulator...). Folglich sehen die Umgebungen furchtbar hässlich aus, die Kollisionsabfrage ist ein schlechter Scherz und das Physik-System z.B. bei Unfällen eine Beleidigung für meine ohnehin schon blutenden Augen. Verursacht ihr Karambolagen, hagelt es übrigens Grafikfehler ohne Ende. Und dass ihr an Mülltonnen oder Büschen hängen bleibt, spricht auch nicht für die Produktqualität des Spiels - oder die Kompetenz der Entwickler.
Laut Produktbeschreibung unterstützt der Rettungswagen-Simulator 2012 Gamepads und Lenkräder. Nur wieso finde ich dann keine Optionen? Nicht einmal die Grafikdetails kann ich anpassen? Das ist suboptimal, denn auf meinem nach wie vor aktuellen Quadcore mit DX11-Grafikkarte ruckelt das Geschehen ordentlich. Ich weiß nur nicht, wieso. Vielleicht haben die Macher einen Deal mit dem Roten Kreuz? Für jeden durch den Rettungswagen-Simulator 2012 verursachen Anfall oder Selbstmordversucht erhalten die Programmierer eine Provision? Vielleicht. Irgendwie muss Z-Software ja Geld verdienen...