Langweilige Old-School-Action
Zugegeben, die Abenteuer von Kraftprotz Sam waren selbst vor einem Jahrzehnt schon ziemlich old-school. Dort wo andere Shooter mit Anflügen von Taktik, spektakulärer Inszenierung oder cleverer Gegner-K.I. geprotzt haben, hieß es bei Sam: Erst ballern, dann...äh, ballern. So ist die Story auch diesmal ziemlich egal: Aliens greifen die Erde an und Sam erledigt sie. Punkt.
Banal
Ein paar nette Momente gibt es ja. Ein paar...
Die Handlung und Spielmechanik des dritten Abenteuers sind also auf das Nötigste reduziert. Ihr lauft durch teilweise riesige Areale und lasst in 12 Abschnitten allerei Monster zerplatzen. Das Waffenarsenal ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich eingeschränkt: eine Pistole mit unendlich Munition, Schrotflinte, Minigun und so weiter. Im Vergleich zu den abgefahrenen Waffen früherer Abenteuer soll das möglicherweise realistisch sein, aber es ist auch ziemlich langweilig. Einzige Ausnahme: Die Entwickler haben unserem Helden eine Nahkampfattacke spendiert, die selbst große Gegner schnell ins Jenseits befördert. Trotzdem ist das etwas mau. Eine Stärke Sams waren nämlich die teilweise irren Waffen und der abgefahrene Look, durch den der Gute gewatet ist. Jetzt wirkt das Abenteuer dank realistischer Grafik eher wie ein unbeholfener Versuch, mit Grafik-Knallern wie Battlefield 3 oder meinetwegen Modern Warfare 3 mitzuhalten.
Bei den Gegnern trefft ihr in der Regel auf alte Bekannte. Irre Selbstmordattentäter oder Skeletthunde machen euch das Leben schwer. Das liegt aber nicht an der grottigen K.I., sondern an ihrer enormen Masse. Das ist nämlich auch geblieben: Wo andere Shooter mit einer Handvoll Feinde aufwarten, geht Croteam aufs Ganze. Meistens müsst ihr euch Unmengen von Aliens erwehren und seid ständig am Sprinten. In diesen Momenten wird der ganze Aberwitz der Reihe deutlich und tatsächlich kann so etwas Spaß machen. Kurzfristig zumindest. Wer will, kann die Kampagne mit ein paar Kumpels im Koop nachspielen, gerne auch per Splitscreen.