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Shinobi

Griptonite Games
Sega
Adventure
11.11.2011
k.A.
3DS

Bewertung
USK

Shinobi Spieletest

Ein Klassiker kehrt zurück

Nicht nur, dass die Videospielbranche von Fortsetzungen überschwemmt wird: Selbst Serien, die längst zu den Akten gelegt wurden, stehen irgendwann wieder in Form eines Revivals, Remakes oder Reboots auf der Matte. Heute im Programm: der Musashi-Clan aus Shinobi.

  13.12.2011   0 Kommentare   1228 Klicks
Shinobi 0,0 0

Musashis Papa Strikes Back

Ein Shinobi im Vormarsch.

Jiro Musashi hat sich den Abend ruhiger vorgestellt: Im Dojo mit seinem besten Freund sitzen, dabei ein kleines Kämpfchen abhalten – und schwupps, greifen Scharen feindlich gesinnter Ninjas sein Dorf an. Doch es bleibt nicht bei diesem Unglück: Ein paar Levels später reißt ihn eine Explosion aus dem 13. Jahrhundert in unsere Neuzeit. Plötzlich hat er es nicht mehr mit schwertschwingenden Schurken zu tun, sondern muss gegen das waffentechnisch hochmoderne Zeed-Imperium bestehen.

Anders ausgedrückt: Vergesst die Story gleich wieder. Jiro mag der Vater von Joe Musashi sein, der im legendären Shinobi sowie Super Shinobi den Helden spielte. Letztlich ist nur wichtig, dass ihr hier einen flinken Ninja durch acht Levels steuert, mit eurem Schwert selbst dicken Helikoptern Paroli bietet und im Doppelsprung ein halbes Dutzend Wurfklingen von euch werft. Rein konzeptionell ähnelt das neue Shinobi extrem seinen legendären Vorgängern. Selbst die Ninja-Magie ist wieder mit dabei, dank der ihr z.B. ein Schutzschild aufbauen oder eure Sprungkraft kurzfristig erhöhen könnt.

Kompetent und seelenlos

Blau ist die dominierende Farbe.

So viel Retrogunst gefällt mir alten Hasen natürlich sehr, nur wäre es mir lieber gewesen, man hätte diese konsequenterweise auch bei der Präsentation angewandt. Anstatt schicker Bitmaps sehe ich öde Polygone. Musashi und seine Widersacher sind somit zwar hübsch animiert, nur wirken sie mickrig und dürr. Auch die Hintergrundkulisse haut mich nicht vom Hocker: Dort dominiert entweder die Farbe rot (halbwegs fesch) oder blau (größtenteils langweilig). Die Levels hinterlassen einen austauschbaren und leeren Eindruck, der den Vorgängern nicht gerecht wird.

Ähnlich schaut es beim Spieldesign aus: Die Anordnungen der Plattformen und Gegner sind wohl überlegt, jedoch ohne große Besonderheiten garniert. Gleiches gilt für sämtliche Zwischen- sowie Endgegner: Das hat alles Hand und Fuß, aber kein Herz, wenn ich gegen dicke Samurais oder riesige Haifische (!) kämpfe. Der Gesamteindruck lässt sich am besten mit dem Wörtchen “nüchtern“ beschreiben. Einzig die 3D-Abschnitte sorgen für ein wenig Adrenalin, egal ob ich mit einem Pferd reite, auf der Schnellstraße von Autodach zu Autodach hüpfe oder mich in schwindelerregender Höhe auf dem Rücken eines Jets (!!) verteidige, inklusive passender Afterburner-Musik.

Harte Schule

Wo Shinobi klotzt anstatt kleckert, ist beim Schwierigkeitsgrad. Selbst in der einfachsten Stufe, in der euch unendlich viele Leben gegönnt werden, ist das Spiel knackig schwer. Das liegt zum einen an den sehr flott agierenden Gegnern, zum anderen an der arg pingeligen Kollisionsabfrage. Egal ob das feindliche Wurfmesser mein Herz trifft oder meinen linken Zeh streift: Der Energiepunkteabzug bleibt der gleiche. Zwar kann man solche Geschosse mit dem Säbel abwehren, jedoch müsst ihr die entsprechende Taste innerhalb eines mickrig kleinen Zeitfensters drücken, damit der Trick gelingt.

Fazit - Shinobi Spieletest

Andy1977

Das mag sich hart anhören, aber Shinobi lässt mich kalt. Es besitzt durchaus einige positive Seiten und zeigt sowohl von der Präsentation als auch vom Design her solide Handwerksarbeit. Nur genau da liegt das Problem: Das Spiel hinterlässt einen herzlosen Eindruck. Die Chancen, dass ich mich in einem halben Jahr daran erinnern werde, sind praktisch gleich Null. Dies ist umso trauriger, weil die legendären Vorgänger das glatte Gegenteil darstellen.

Einsteiger lassen sowieso die Finger von dieser Cartridge, während Action-Jump’n’Run-Profis, die eine echte Herausforderung suchen, sich den Titel ruhig merken sollten. Der hohe Schwierigkeitsgrad vergrault zwar den Massenmarkt, gleichzeitig sichert er sich einen brauchbaren Platz in der Nische der Hardcore-Games und am Ende doch noch eine “gute“ Gesamtwertung.

Bewertung
„Shinobi zeigt sowohl von der Präsentation als auch vom Design her solide Handerwerksarbeit, aber es hinterlässt einen herzlosen Eindruck.”

Vorteile Nachteile
sehr fordernder Schwierigkeitsgrad...
...der nicht zuletzt aufgrund der pingeligen Kollisionsabfrage zustande kommt
kompetentes Leveldesign...
...ohne Seele
technisch gut...
...künstlerisch langweilig
Bewertung
„Shinobi zeigt sowohl von der Präsentation als auch vom Design her solide Handerwerksarbeit, aber es hinterlässt einen herzlosen Eindruck.”
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