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Steel Battalion: Heavy Armor

FromSoftware
Capcom
Action
22.06.2012
k.A.
Xbox 360
Gespielt von: alle ansehen
Tim
Bewertung
USK
  02.07.2012   1 Kommentare   797 Klicks
Steel Battalion: Heavy Armor 7,5 2

Steel Battalion: Heavy Armor Spieletest

Ein Krieg gegen den Feind in den eigenen Reihen

Ich habe das originale Steel Battalion für die alte Xbox nie gespielt, aber nur Gutes darüber gehört. Laut Metacritic beträgt der Wertungsdurchschnitt ganze 83/100 Punkte - eine ziemlich gute Leistung. Allerdings sagt mir die gleiche Seite, dass Steel Battalion: Heavy Armor für die Xbox 360 nur 40/100 Punkte im Durchschnitt bekommen hat - eine Katastrophe! Wenn man solche Zahlen sieht, wird einem bereits klar, dass das zugehörige Spiel nicht gut sein kann. Aber dass es so schlecht ist, hätte ich niemals gedacht. Und nach den Qualen, die ich in den letzten Tagen mitgemacht habe, steht für mich fest, dass ich Core-Games für Kinect keine Chance mehr geben werde. Vielleicht ja mit Kinect 2.0, aber so nicht.

Lasst euch nicht vom Cover oder der guten Wertung im Burger-King-Magazin täuschen. Dieses Spiel ist Müll.

Es ist schon irgendwie traurig. Fast 19 Millionen Menschen da draußen in der großen weiten Welt besitzen Kinect – aber wirklich nutzen werden es vermutlich nur die wenigsten von ihnen. Auch bei mir steht die Kamera ganz unschuldig vor dem Fernseher. Ab und zu browse ich, faul wie ich bin, mittels der Spracherkennung im Xbox-Menü oder in der offiziellen YouTube-App, aber gespielt wird mit Kinect nur selten. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand: Es gibt abseits von Dance Central und Child of Eden kaum Software, die mit Kinect funktioniert, geschweige denn wirklich Spaß macht. Capcom wollte mit Steel Battalion: Heavy Armor genau dieses (berechtigte) Vorurteil aus der Welt räumen und zeigen, dass es auch stahlharte „Core“-Games für das teure Xbox-Zubehör gibt. Als ich das Spiel eingelegt hatte, dachte ich mir noch: „Endlich mal ein interessantes Spiel für Kinect!“. Aber Gott bewahre, ich lag noch nie so falsch wie hier. Was eigentlich eine schicke Mech-Simulation werden sollte, ist für mich jetzt schon die größte Gurke des Jahres. Ernsthaft: Das Ding ist unspielbar.

Better with Kinect? Nicht in diesem Leben und nicht in diesem Spiel!


Brofist mit dem besten Kumpel? Alles klar, aber braucht ein Spiel wie Steel Battalion sowas?

Auf dem Papier klang alles noch so schön: In First-Person-Perspektive schlüpft man in die Rolle eines erfahrenen und kompetenten Mech-Piloten, setzt sich in eine der riesigen Maschinen und darf alles von den Monitoren über die Tasten bis hin zu Hebeln, Klappen und Geschützen selbst bedienen. Mehr als 40 unterschiedliche Interaktionen sind möglich! Keine Frage, das hört sich alles super an und hätte auch ganz gut werden können. Sobald jedoch Kinect ins Spiel kommt, ist der Spaß vorbei. Das Problem an Steel Battalion: Heavy Armor ist nämlich, dass die Kinect-Steuerung nicht optional, sondern Pflicht ist – und damit stellt sich das Spiel selbst ein Bein. Und zwar eines, über das es so heftig stolpert, dass es danach ganz tief unten im Wertungskeller liegen bleibt. Während Kinect nämlich in mancherlei Spielen gezeigt hat, dass es durchaus funktionieren kann, klappt in Steel Battalion nichts, absolut gar nichts.

Eine beispielhafte Situation ergab sich bei mir bereits im Tutorial, das ich nur mit Mühe und Not erfolgreich geschafft habe. Nach einigen anderen Aufgaben sollte ich die Lüftung innerhalb des Mech aktivieren, was dadurch vonstatten geht, indem ich zunächst eine kleine Plattform hervorziehe und dann einen Hebel betätige. Nicht, dass das in der Realität besonders schwer wäre, aber Kinect ließ mich das Teil einfach nicht herziehen. Ich habe satte 15 Minuten damit verbracht, wild in der Gegend herumzufuchteln, bis meine Spielfigur es endlich schaffte! Und als ich dann den Hebel ergriffen hatte und ihn herunterziehen wollte, hat meine Figur die Plattform wieder zurückgeschoben und der ganze Spaß begann von vorne. Es ist wirklich so: Man sitzt vor dem Fernseher, schreit die schrecklichsten Beleidigungen und Flüche heraus und hofft, dass das Spiel einen endlich versteht.

Wie soll man einen Krieg gewinnen, der nicht fair ist?


Willkommen im Mech, der Hölle auf Erden. Suizid ist vorprogrammiert.

Das Problem, das Kinect mit Steel Battalion: Heavy Armor hat, ist allerdings ziemlich schnell erklärt. Bereits in der Vergangenheit hat das Zubehör oft Zicken gemacht, wenn man sitzt – denn die Kamera erkennt gerne mal ein Stuhlbein oder eine Lehne als Arm oder sonstiges Körperteil. Dass From Software trotz dieses bekannten technischen Problems ein Spiel für Kinect entwickelt hat, in dem man sitzen muss, ist für mich nicht nachvollziehbar. Grundsätzlich sei gesagt: Steel Battalion: Heavy Armor erfordert zum Spielen sowohl den Controller als auch Kinect. Und wenn man sitzt, erkennt Kinect andere Gesten als wenn man steht. Damit kann man die Steuerungsprobleme nicht einfach aus dem Weg räumen, indem man sich hinstellt – ganz im Gegenteil, denn dann kann man gar nicht erst versuchen, irgendwie zu spielen. Wer nämlich steht, blickt automatisch aus dem Mech heraus und kann damit keine Geräte und Tasten innerhalb der Maschine mehr bedienen. Die Folge daraus ist, dass sich Steel Battalion selbst ausknockt – und so ist es einfach unspielbar.

Bei all diesen technischen Mängeln achtet man auch gar nicht mehr so sehr auf das, worum es in dem Titel eigentlich geht. Das ist durchaus schade, denn im Kern wäre Heavy Armor kein so schlechtes Spiel. Die Handlung ist zwar kein großes Highlight und bietet keine spannende Geschichte, aber die Zwischensequenzen sind interessant und qualitativ hochwertig. Auch die Interaktion mit den beiden Kollegen, die man ständig bei sich im Mech sitzen hat, ist eine gute Idee – warum man allerdings High-Five und Faustchecks machen muss, ist mir bis heute nicht ganz klar, es hätte vielleicht besser funktioniert, wenn man diesen Quatsch weggelassen hätte.

Das Missionsdesign ist hingegen ziemlich uninspiriert und eintönig, da man im Grunde immer das Gleiche machen muss. Was jedoch viel schwerer wiegt, ist der knallharte Schwierigkeitsgrad: Gleich nach dem Tutorial wird man in eine Schlacht geschickt und hat keine Ahnung, was man eigentlich tun muss. Vieles in Steel Battalion: Heavy Armor läuft auf frustrierendes Trial & Error hinaus, in den meisten Fällen endet es im Error, also im Scheitern der Mission. Dass das Spiel auch einen Coop-Modus und Bonus-Abschnitte bietet, ist ein netter Zusatz, den man aber angesichts der furchtbaren Steuerung einfach nicht schätzen kann. Grafik und Sound sind okay, doch keine Meisterleistung. Aber wen interessiert das schon, wenn man einfach keinen Spaß am Spielen hat

Fazit - Steel Battalion: Heavy Armor Spieletest

Tim

Core-Spiele für Kinect? Liebe Entwickler: Vergesst diesen Quatsch einfach. Es klappt mit dieser aktuellen Form von Kinect einfach nicht. Steel Battalion: Heavy Armor ist das beste Beispiel dafür. Es will viel sein und bietet viel Potential, aber die furchtbar miserable Steuerung lässt es im Wertungskeller versinken. Man soll einen Krieg gewinnen, doch der Feind steht in den eigenen Reihen. Wenn das Spiel irgendwann so gepatcht wird, dass man es ohne Kinect spielen kann, bin ich bereit, ihm noch einmal eine winzige Chance zu geben. Aber nach all diesem Frust, den ich in den letzten Tagen mit Steel Battalion: Heavy Armor erlebt habe, kann und will ich keine gute, keine befriedigende und auch keine ausreichende Wertung geben. In der aktuellen Form ist Steel Battalion eine Katastrophe, ein unspielbares und nicht fertiges Produkt, das ich auf gar keinen Fall weiterempfehlen werde. Bitte, bitte, bitte lasst die Finger davon. Es ist ein Trauerspiel.

Bewertung
„Steel Battalion: Heavy Armor hätte ein solides Spiel sein können, doch mit Kinect steht der schlimmste Feind in den eigenen Reihen. Er ist unbezwingbar und unvorhersehbar. Kurz gesagt: Heavy Armor ist in der derzeitigen Form unspielbar.”

Vorteile Nachteile
Ein paar gute Ideen und viel Potential
Katastrophale Steuerungsprobleme mit Kinect
Uninspiriertes, monotones Missionsdesign
Schwierigkeitsgrad unausbalanciert und hart
Bewertung
„Steel Battalion: Heavy Armor hätte ein solides Spiel sein können, doch mit Kinect steht der schlimmste Feind in den eigenen Reihen. Er ist unbezwingbar und unvorhersehbar. Kurz gesagt: Heavy Armor ist in der derzeitigen Form unspielbar.”

Kommentare

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Lampyria
von Lampyria | 02.07.2012, 23:25 Uhr
Oder auch Fail Battalion genannt ^^
Bestätigung
Wirklich Eintrag löschen?

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