Monopoly?
Ein komischer Mario, oder?
Nicht nur auf den ersten Blick erinnert das Spielprinzip von Straßen des Glücks an den Brettspielklassiker Monopoly. Ihr begebt euch mit drei Mitspielern auf eines der zahleichen Spielbretter und würfelt los. Dabei bewegt ihr euch über Felder, die neben Läden auch die Bank, Überraschungen und Symbole bereithalten. Landet ihr auf einem leer stehenden Geschäft, nehmt ihr euer Bares und verleibt es eurem wachsendem Imperium ein. Viele Geschäfte nebeneinander oder innerhalb eines „Bezirks“ erhöhen die Preise, die eure Konkurrenz an euch abführen müssen. Sind alle Geschäfte des Spielbretts aufgeteilt, könnt und solltet ihr euer Geld in den Ausbau der Läden stecken, was deren Preise in hyperinflationäre Höhen schwellen lässt.
Wenn euch der schnöde Warenhandel zu unrentabel erscheint, könnt ihr euer sauer verdientes Geld auch in Aktien investieren. Von jedem Bezirk sind reichlich Anteilsscheine vorhanden, die unabhängig davon, ob man im jeweiligen Bezirk ein Geschäft besitzt, für jeden erwerbbar sind. So partizipiert ihr auch dann, wenn ihr beispielsweise in einem gegnerischen Geschäft im Bezirk A euer Portemonnaie leeren müsst, ihr aber Bezirk A-Aktien besitzt. Neben einer Provision steigt dann in der Regel der Aktienwert.
Frische Ideen? Wozu?
Bunte Spielbretter. Hübsch anzusehen.
Abgesehen davon bietet das Spiel kaum innovative Ansätze. Auch die sporadisch eingebauten Minispiele bieten wenig Abwechslung und Aktion, sie sind computergesteuert, so dass euer Können keinen Einfluss auf den Ausgang hat. Öfters kam mir beim Spielen der Gedanke, dass die Umsetzung als Brettspiel spaßiger als die Virtualität sei. Die nächsten Schritte sind kaum planbar, da der Zoom nur auf den gerade aktiven Spieler zielt. Dadurch müsst ihr euch jedes Mal neu orientieren, und die Spielgeschwindigkeit leidet arg darunter.
Sitzen Mutter und Vater mit den zwei Kleinen vor der Wii, kann eine Partie gern etwas länger dauern. Bis einer der Spieler sein Vermögen, bestehend aus Bargeld, Aktien- und Geschäftswert, die Zielsumme erreicht hat, zieht gern die ein oder andere Stunde in die Straßen des Glücks – insbesondere die Jüngeren verlieren dabei schnell die Geduld.
Familienfreundlich
Typische Szenarien aus Nintendo-Spielen fehlen nicht.
Gefällig ist die Spielgestaltung. Die Spielbretter sind thematisch im Mario- und Dragon Quest-Universum angelegt. Auch die Figuren rekrutieren sich aus diesen Titeln. Die knallbunte Grafik unterstreicht – gemeinsam mit der recht simplen Spielmechanik – den Familiencharakter des Werkes. Die Musik beschränkt sich auf ein nerviges Gedudel und die Soundeffekte erzeugen kein nennenswertes Spielerlebnisplus. Die eigene Lieblings-Platte rotierend im heimischen CD-Player stellt dabei eine gern und oft gewählte Alternative dar.