Auf den Tanuki gekommen
Der olle Mario ist wieder zurück? Moment mal! Der coole Mario ist wieder da!
Als ich zu meinem 10. Geburtstag das Geschenkpapier aufriss und darunter Super Mario Land vorfand, hätte die Freude kaum größer sein können. Zwar hatte ich da noch keinen Gameboy, aber der folgte mit dem nächsten Päckchen. Somit besaß ich zehn Tage nach dem Europa-Release das coolste Gadget meines Lebens. 21 Jahre später halte ich Super Mario 3D Land in den Händen und fühle mich wieder wie ein kleiner Junge. Denn erneut heißt es, die arme Prinzessin zu retten. Zwar nennt sich diese nun Peach und der Gegner Bowser, die beide bei Super Mario Land überhaupt nicht vorkamen, aber dafür kennt man sie mittlerweile aus quasi allen anderen Mario-Spielen. Somit fällt das gar nicht weiter auf und die Reise kann beginnen.
Überhaupt erinnert das Spiel eigentlich gar nicht an Super Mario Land, sondern viel mehr an Super Mario Bros. 3. Denn endlich spendiert Nintendo unserem Lieblingshelden wieder das coolste Power-Up, das er je in die Wurstfinger bekommen hat: den Tanuki-Anzug, in unseren Breitengraden auch als Waschbäranzug bekannt. Und diesen findet Mario diesmal an allen Ecken und Enden. Um genau zu sein entdeckt er eigentlich alles an allen Ecken und Enden. Denn Ressourcen-Knappheit herrscht in Super Mario 3D Land beim besten Willen nicht. So darf Mario nicht nur gleich zwei Power-Ups mit sich herum tragen, die er zu jedem Zeitpunkt austauschen kann. Er findet außerdem Münzen und Level-Ups in Hülle und Fülle und lacht somit über die neun Leben einer Katze.
In acht Welten mit jeweils einer Hand von Level steuert ihr Mario in gewohnter Plattform-Manier über Rohre, Seile, Lava und viel mehr. Die Abwechslung ist riesig und die Gestaltung der Abschnitte fast so kreativ wie in Super Mario Galaxy. Und ihr trefft dabei auf all die knuffigen Schurken, die uns seid Jahrzenten begleiten, sowie auf neue Gegner. Darunter so coole Gestalten wie die Bumerang-Brüder, Drachlinge und laufende Wände. Alle paar Levels wartet eine Rätselbox auf euch, die Münzen und Medaillen für euch bereit halten. Mit Street Pass tauscht ihr solche Boxen mit anderen Spielern aus. Wirklich nützlich sind sie allerdings nicht, da ihr eh immer genug von allem habt.
Levelraffinesse mit geringem Anspruch
Unglaublich liebevoll und grafisch außerordentlich attraktiv.
Die Levels sind clever und lustig aufgebaut. Mal verändern sich die Plattformen unter euren Füßen mit jedem Sprung, mal lösen sie sich oder katapultieren euch zu Geheimabschnitten. Das macht Spaß und geht zügig von der Hand. Zu keinem Zeitpunkt im Spiel kommt Stress auf, da der Schwierigkeitsgrad erschreckend niedrig ist. Zwar war Super Mario Land auch nicht gerade schwer, aber im Vergleich zu seinem Namensgeber ist Super Mario 3D Land ein Kinderspiel - und weiß trotzdem auch ältere Semester zu begeistern. Das liegt allerdings eher an den zahlreichen Extras, die teilweise gefährlich positioniert sind. Wer alle Sternmedaillen eines Levels sammeln möchte, begibt sich auf schmale Grade. Das führt am Ende dazu, dass ihr ein Level nicht mit fünf Extraleben mehr verlasst, sondern nur mit zwei. Die anderen drei gingen bei erfolglosen Versuchen drauf. Sei's drum, ihr habt immer noch mehr Leben als vorher.
Habt ihr Peach schließlich aus den Griffeln Bowsers befreit und die penetrante Schildkröte in blubbernde Lava geschmissen, schaltet ihr eine Bonus-Kampagne frei, bei der ihr Luigi aus den Fängen von Dry Bowser retten müsst. Also macht ihr euch erneut auf den Weg, um euren Bruder aus seiner misslichen Lage zu holen. Doch auch nach seiner Rettung ist das Spiel noch nicht vorbei. Eure dösige Freundin Peach hat es geschafft, sich erneut von Bowser entführen zu lassen. Doch ein echter Klempner resigniert nicht, schließlich hat er schon ganz andere Scheiße gesehen.
Drei Dimensionen sind besser als zwei
Ein wenig Retrocharme gibt's oben drauf.
Die Technik des Nintendo 3DS zeigt ihre Muskeln nirgendwo besser als beim hauseigenen Maskottchen. Es sieht einfach nur großartig aus, was Big N uns da gebastelt hat. Kann es wirklich sein, dass hier eine Handheld-Konsole am Werke ist? Zugegeben, brillante Texturen werdet ihr hier keine finden. Aber wer erwartet von einer Mario-Welt auch Realismus? Der 3D-Effekt verwandelt die quietsch bunte Welt in eine plastische Sphäre voller Höhen und Tiefen. Zusätzlich zu dem Schieberegler am 3DS könnt ihr direkt im Spiel den Effekt ein wenig regulieren, um noch bessere Ergebnisse für euch zu erhalten. Doch egal ob ihr den räumlichen Effekt eher sanft oder drastisch bevorzugt - Mario sieht in 3D einfach besser aus.