Hunger
Lee und die Axt: Ein ganz normales Bild nach drei Monaten Zombie-Apokalypse.
Drei Monate später: So lautet der Text direkt nach der kurzen Zusammenfassung, die euch die Geschehnisse von The Walking Dead – A New Day in Erinnerung rufen. Die Welt ist immer noch von Zombies bevölkert, während die wenigen noch lebenden Menschen um ihre Existenz kämpfen. Ihr übernehmt erneut die Rolle von Lee, der zusammen mit Mark auf Nahrungssuche geht. Wer Mark ist? Das wird nicht direkt erklärt – Lee und seine Gefolgsleute, die es bis zum Ende der ersten Episode geschafft haben, lernten ihn irgendwann im Laufe der besagten drei Monate kennen und integrierten ihn dabei in die Gruppe.
Nahrungssuche: Es ist das zentrale Thema dieser Episode. Darüber hinaus geht es wieder mehr darum, schwierige Entscheidungen zu treffen, anstatt komplexe Rätsel zu lösen. So bekommt ihr zu Beginn vier Essensrationen zugesteckt, die ihr an die Gruppe verteilen müsst. Das Problem ist nur, dass eigentlich zehn Münder gestopft werden wollen...
Vorweg: Verhungern wird so schnell niemand. Im Laufe der Episode lernt ihr die Brüder Danny und Andy sowie deren Mutter Brenda kennen. Die drei haben ihre Farm zur Festung gemacht und halten den Zaun, der das gesamte Grundstück umgibt, unter Strom. Jedoch kostet das auch massig Benzin, weshalb die Familie Tauschgeschäfte mit anderen Überlebenden eingeht – vornehmlich Sprit gegen Nahrung. Lee & Co. gehen ebenso auf den Deal ein – aber wie ihr euch denken könnt, hat die Sache einen Haken...
Böse Fragen, unbequeme Antworten
So viel Essen auf dem Tisch... da muss etwas faul dran sein.
Keine Angst, mehr verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: Episode zwei ist in jedweder Hinsicht härter und geschmackloser als Episode eins. Diesmal sind es weniger die Zombies, die als Bedrohung heraus kristallisiert werden, sondern die Menschen, die verzweifelt einen Weg suchen, mit dem apokalyptischen Szenario umzugehen. Eure Entscheidungen hängen viel häufiger mit Moral, Anstand und Überlebensinstinkt zusammen. Gleichwohl sei gesagt: Die Geschehnisse an sich könnt ihr kaum beeinflussen. Es geht “nur“ darum, ob ihr beispielsweise für den Tod eines bestimmten Charakters verantwortlich seid oder nicht. Lees Umfeld, allen voran das kleine Mädchen Clementine, merkt sich eure Taten und verhält sich entsprechend freundlich oder unfreundlich euch gegenüber.
Es ist klar, dass Telltale Games aufpassen muss, keine allzu großen unterschiedlichen Resultate in Abhängigkeit euer Aktionen zu ermöglichen. Denn wir haben nicht einmal die Hälfte der “Serie“ hinter uns, weshalb ich allenfalls gegen Staffelende wirklich dramatisch unterschiedliche Storyverläufe erwarte. Doch zumindest die Dialoge oder besser gesagt der Tonfall einzelner Charaktere variiert massiv von Spielverlauf zu Spielverlauf. Erinnert euch: Ein Heavy Rain war nicht viel anders gestrickt.
Ein kleines Wort zur Grafik und zum Sound: Die Präsentation hat sich freilich von der Qualität her kaum gegenüber der ersten Episode geändert. Aber speziell auf der Xbox 360 hatte ich einige unschöne “Hänger“, aufgrund derer die Schnitte von der einen zur nächsten Szene sehr holprig wirkten. Das sorgte demnach für ein paar Kratzer in der ansonsten grandiosen Atmosphäre.