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"Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen."
- Erich Kästner
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Trine 2

FrozenByte
Atlus
Geschicklichkeit
09.12.2011
Zur offiziellen Seite
PC
Gespielt von: alle ansehen
FL_Teal
Bewertung
USK

Trine 2 Spieletest

Oder warum man sich manchmal noch auf Fortsetzungen freuen kann...

Es ist selten, dass Sven sich über eine meiner Wertungen beschwert hat. Trine war so ein Fall: Mit 7 Punkten (bzw. vor der Wertungsreform waren es noch 78%) hätte ich es zu hart angepackt. Man soll ja auf seiner Meinung beharren und in diesem Fall muss ich nochmal darauf pochen. Trine hatte ein tolles Konzept, aber ein inspirationsloses Leveldesign, welches nichts damit anfangen konnte. Der Beweis? Trine 2, das nämlich nahezu alle Scharten auswetzt.

  17.12.2011   2 Kommentare   1599 Klicks
Trine 2 0,0 0

Teamwork Reprise

Ob grün...

Wieder übernehmt ihr die Rollen dreier Rollenspiel-typischer Charaktere, namentlich einem Kämpfer, einer Diebin und einem Zauberer, und müsst euch in einem Mix aus Denkspiel sowie Jump’n’Run durch 13 Abschnitte grübeln. In Sachen Fähigkeiten hat sich nicht sensationell viel verändert: Der Kämpfer hat erneut einen Schild, ein Schwert sowie einen Hammer, womit er sich sehr gut gegen grüne Orks verteidigen und brüchige Steinmauern einschlagen kann. Die Diebin hüpft besonders grazil durch die Gegend, unterstützt von ihrem Enterhaken schwingt sie gar über größere Abgründe und aufgrund ihres Bogens trifft sie jedes noch so weit entfernt liegende Ziel. Bleibt noch der Zauberer, der mehr auf Köpfchen setzt und stapelweise Kisten materialisiert.

Es stehen euch nicht gleich sämtliche Fähigkeiten in ihrer vollsten Stärke zur Verfügung. Stattdessen sammelt ihr blaue Erfahrungspunkte sowie Flaschen, mit deren Energie ihr die Fähigkeitenbäume der Protagonisten füllt. Z.B. werden die Pfeile der Diebin mit Feuer getränkt, der Kämpfer erlernt eine Art Rammstoß und der Zauberer kann abseits der Kisten lange Planken herbei beschwören. Einige dieser Fähigkeiten sind in den späteren Levels essentiell notwendig, zum Glück könnt ihr jederzeit bereits frei geschaltete gegen eine verlustfreie Rückerstattung der Erfahrungspunkte eintauschen. So ist die Sackgassengefahr praktisch nicht vorhanden beziehungsweise nur dann gegeben, wenn ihr bis zu den betreffenden Levels gar keine Punkte gesammelt habt.

Satter Qualitätssprung nach oben

...rot...

Und was soll ich sagen? Im Gegensatz zum Vorgänger hat sich Frozenbyte diesmal ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie man den Spieler trotz all dieser Eigenschaften richtig fordern kann. Euch stehen zahlreiche Rätsel bevor, die in ihrer Art einmalig sind und bei denen ihr “nur“ auf die richtige Idee kommen müsst. Gleichzeitig ist genug Freiraum vorhanden, weshalb ihr einige Passagen auf verschiedene Arten lösen könnt. Gerade der Zauberer mit seinen Kisten und Planken ist ein echtes Multitalent, das es auszunutzen gilt. Und hier steckt dann doch noch eine kleine Schwäche im Puzzledesign: Ein paar Lösungen, die mir einfielen sowie funktionierten, fühlten sich mehr wie abenteuerliches Flickwerk anstatt cleverem Gedankengut an. So könnt ihr euch immer noch hier und da von Raum zu Raum mogeln, in dem ihr euch von einer abenteuerlich gezauberten Kistenbrücke zur anderen hangelt. Aber das Schummelpotenzial hält sich in Grenzen, speziell im Vergleich zu Trine 1.

Während der Rätselpart von mir eine 1- erhält, gibt es für die Kämpfe gerade mal eine 3+. Das Schlachten der Orks fühlt sich nett und lustig an, mehr aber auch nicht. Selbst die etwas größeren Zwischengegner agieren alle nach dem gleichen Rush’n’Attack-Schema, während ihr wie wild über deren Köpfe hüpft und sie von hinten mit dem Schwert eures Kämpfers bearbeitet. Die einzig rühmliche Ausnahme ist der finale Endboss, der es wahrlich in sich hat und gleichzeitig auch nicht zu sehr frustriert.

Etwas unsicher bin ich mir bezüglich der Steuerung, ob diese besser im Vergleich zum Vorgänger ist. Auf der einen Seite fühlt sich das Laufen und Springen immer noch etwas schwammig an, zudem der Wechsel von Charakter zu Charakter in hektischen Situationen zur Unübersichtlichkeit tendiert. Aber irgendwie hab ich mich kaum verhüpft und bin selten in eine tödliche Falle gerannt. Rein vom Gefühl her würde ich einfach behaupten, dass die Bedienung immer noch ein wenig nach Seife riecht, aber dafür mehr auf Seiten des Spielers steht. Bei einigen Hechtsprüngen war ich nämlich erstaunt, dass diese zum Erfolg führten, obwohl es so verflixt knapp aussah.

Gute Musik, fulminante Grafik

...oder blau: Trine 2 sieht fantastisch aus!

Es bleibt noch das Äußere, wobei ich nun das Lob zweiteilen muss: Einerseits hätten wir einen schönen Soundtrack von Ari Pulkkinen, der aber nicht ganz so spektakulär ausfällt wie erhofft. Der Junge hat sich hörbar von Projekt zu Projekt gesteigert, doch in diesem Falle sein diesjähriges Outland-Werk nicht toppen können. Dazu kommt eine wirklich schreckliche, englische Sprachausgabe, die gottlob nur am Rande ertönt.

Andererseits ist da eine Grafik, die einen von den Socken reißt. Was Frozenbyte hier an Detailreichtum, Farbvielfalt und Animationskünsten auf die Beine gestellt hat, ist eine mittelschwere Sensation. Trine 2 überholt in Sachen Art Direction locker 99% aller mir bekannten Computer- oder Videospiele und ist ein gewichtiger Kandidat für den entsprechenden Grafik-Award des Jahres. Man könnte ihr vielleicht mangelnde Abwechslung vorwerfen, doch wer genau hinschaut, der entdeckt immer wieder ein paar neue Details. “Genau hinschauen“ ist sowieso Pflicht, denn phasenweise wirkt die Kulisse fast schon zu überladen, weshalb ihr gerne auch mal ein Rätsel relevantes Objekt später als gewohnt entdeckt.

Fazit - Trine 2 Spieletest

Andy1977

Hach, was ist das toll: Aus einer dezent vergebenen Chance ist nun doch noch ein prächtiger Titel entsprungen. Trine 2 ist das Assassin’s Creed 2 unter den Indie-Werken: Der erste Teil war konzeptionell grandios und vom Spieldesign her eine abwechslungsarme Enttäuschung. Der zweite Teil mag den Innovationsbonus verloren haben, doch das ist mir sowas von egal, wenn das Ergebnis so prächtig ausgefeilt ist. Endlich habe ich das Gefühl, dass mich die Fähigkeiten der Charaktere ernsthaft zum Nachdenken fordern. Die Rätsel sind teilweise gut, teilweise grandios – mehr verlange ich doch gar nicht.

Der Hingucker ist im wahrsten Sinne des Wortes die verboten schöne Grafik. Was hier ein kleines 20 Mann starkes Team mitten in Finnland geleistet hat, sollte einigen High-Budget-Geldverschwendern ernsthaft zu denken geben. Klar, das liegt sicherlich auch an der klassischen Seitenperspektive. Gleichwohl gehören hier nicht nur die Grafiker und die Texturzeichner gelobt, sondern auch die Programmierer sowie die Animations-Abteilung für ihre außergewöhnlich saubere Arbeit.  Für den nächsten Teil wünsche ich mir feschere Standardkämpfe und… tja, sonst eigentlich nix.

Bewertung
„Trine 2 ist das Assassin’s Creed 2 unter den Indie-Werken.”

agony

Verdammt, sieht das gut aus! Trine 2 ist wunderschön, und das ist keine maßlose Übertreibung. In diesem Jahr habe ich kaum ein schönes Fantasymärchen zu Gesicht bekommen. Da fällt das Spielkonzept, welches sich gegenüber dem Vorgänger nur marginal weiterentwickelt hat, fast in den Hintergrund. Natürlich spielen die Rätsel und die Action unverändert eine große Rolle, aber die Optik ist es, die euch dauerhaft dazu anregt, weiter zu kommen. Glücklicherweise ist Trine 2 kein Grafikblender, denn im Kern steckt ein rundes Spielerlebnis, das ihr übrigens unbedingt via Internet (oder lokal) mit Freunden ausprobieren solltet. Mit zwei menschlichen Mitstreitern entfaltet das Werk seine weitere Stärke: Im Team durch die fantastischen Schauplätze zu pilgern macht schlichtweg riesigen Spaß. Hier trendiert das Werk ganz klar Richtung 9er-Wertung. Es bleiben allerdings die von Andy genannten Mäkelchen.

Vielleicht ist der Titel genau aufgrund des Koop-Modus' ein perfektes Geschenk für Kumpels, mit denen ihr die prächtig inszenierten Gefahren meistern wollt. Solltet ihr Trine übrigens noch gar nicht kennen oder es eben verschenken wollen, dann lohnt sich der Kauf der hierzulande veröffentlichten Collector’s Edition. Diese enthält beide Teile, ein schniekes Artbook und den Soundtrack.

Abschließend noch zwei Worte: Ich bin ja eigentlich ein Jump&Run-Fanatiker alter Schule. Mit solch einer prächtigen Fassade würde ich mir irgendwann einmal ein klassisches Hüpf-Spektakel wünschen. Dann gerne ohne die freilich tollen Physik-Spielereien und dem Trio-Ansatz. Klingt konservativ und puristisch? Mag sein. Aber man wird ja mal träumen dürfen.... :)

Bewertung
„Trine 2 ist das Assassin’s Creed 2 unter den Indie-Werken.”

Vorteile Nachteile
abartig schöne Grafik
Kämpfe ohne Kick
überraschend tolles wie vielschichtiges Rätseldesign
Grafik an wenigen Stellen etwas zu überladen und damit unübersichtlich
Konzept zwar nicht neu, aber immer noch frisch
fürchterliche Sprachausgabe
gute Musik
Bewertung
„Trine 2 ist das Assassin’s Creed 2 unter den Indie-Werken.”
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Kommentare

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19meiky84
von 19meiky84 | 17.12.2011, 17:42 Uhr
Finde die Grafik Klasse aber die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig wink.gif
Claymore
von Claymore | 17.12.2011, 13:08 Uhr
Nicht zu vergessen: Die wirklich einfachen Kämpfe... Innerhalb von 4 Stunden war ich mit dem Spiel durch. Logisch: Ich habe auch Trine 1 bis zum Umfallen gespielt, weswegen ich keine Einarbeitung nötig hatte. Einzig und allein missfallen hat mir, dass es keine Gegenstände mehr gibt, welche man finden kann.

Nur noch Bilder und Gedichte. Diese zu finden - nunja, nicht falsch verstehen - fördert nicht gerade den Ehrgeiz zur Suche. Die Bilder, jain. Die Gedichte? Verzichte.
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