Gegen- oder Miteinander
Wonach steht es euch heute? Jeder gegen jeden? Zwei verfeindete Teams? Drei Teams mit je zwei verbündeten Spielern? Den Gegnern die Schätze wegschnappen? Oder eine Kombination aus einfachen Missionszielen, die Killzone 2-&-3-Like jede Runde wechseln? Der Multiplayer-Modus von Uncharted 3 erfindet das Rad nicht neu, profitiert aber genau wie sein direkter Vorgänger vom Kletterfaktor. Dieser fehlt nämlich der Online-Shooter-Konkurrenz – und damit hat die Serie etwas Einmaliges zu bieten, quasi eine Daseinsberechtigung frei Haus.
Natürlich könnt ihr auch gemeinsam Abenteuer bestreiten, wahlweise ein paar kleine Episoden, die sich an den Geschichten des zweiten sowie dritten Teiles orientieren, oder einfach nur um Horden voller Gegner abzuwehren. Letzteres gibt es in zwei Alternativen: Entweder tritt eine Gruppe geschlossen gegen den Computer an. Oder ein zwei Mann starkes Team versucht so viele Schätze zu sammeln und wird dabei von einem weiteren Team plus unzähligen KI-Einheiten gestört.
Neu ist der Splittscreenmodus, mit dem alle genannten Modi auch für zwei Spieler an einer Konsole zur Verfügung stehen. Dies lässt sich praktischerweise mit einem Online-Spiel koppeln, was ansonsten schließlich den einen oder anderen Modus sinnlos machen würde (z.B. die Deathmatch-Variante mit drei Teams).
Nicht brillant, aber toll
Nehmt dann noch den ebenfalls neuen, wie recht umfangreichen Figureneditor hinzu, das Genre-übliche Erfahrungspunktesystem und das individuelle Ausstatten mit Waffen sowie Boni-gebenden Boostern – was wollt ihr mehr? Vielleicht ein wenig Nervenkitzel, so wie ihr ihn aus der dramatischen Kampagne kennt? Nun, soweit ist Naughty Dog (noch) nicht – dazu sind die Karten doch recht statisch. Auch ist deren Design keine Weltsensation: Zwar schön verzweigt, aber sie strahlen nicht die gleiche Genialität eines Killzone 2 aus.
Hab ich etwas vergessen? Hm… die Geschwindigkeit ist recht hoch (sowohl im Vergleich zum Vorgänger als auch der Singleplayer-Kampagne) und ein Druck auf den Sprintbutton wird zum Muss, wenn ihr möglichst effizient von A nach B gelangen wollt. Grafisch wie musikalisch ist der Multiplayer ähnlich stark wie der Singleplayer, technisch gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Sowohl die Performance als auch das Matchmaking funktionierten tadellos während meiner Sessions.
Der Multiplayer von Uncharted 3: Drake’s Deception ist nicht originell und bei weitem nicht der Kieferrunterklapper, wie die Singleplayer-Kampagne. Aber er stellt eine schöne Bereicherung dar, die ein großartiges Spiel einfach eine Ecke runder macht – genau wie es schon beim Vorgänger der Fall war.