Altegediente Mechs neu aufgelegt
Mächtig mächtig sehen die Kampfmaschinene auf alle Fälle aus.
Als ich mir das Cover der Zone of the Enders HD Collection anschaue, war ich erst überrascht. Ein USK 18-Aufkleber? Ein Blick in die Packung klärt auf: Als Demo hat man das inhaltlich härtere Metal Gear Rising beigelegt. Alles klar, zurück zu den Robotern: 2002 erschien mit Zone of the Enders für die Playstation 2 einer der wenig bekannteren Titel des Metal Gear Solid-Schöpfers. Darin schlüpfen wir als Held wider Willen in einen Mech, der direkt aus dem Gundam-Universum entliehen sein könnte. Diese entpuppen sich nicht als behäbig und langsam, sondern als äußert agile Kampfmaschinen, die sich flott steuern lassen. Die meiste Zeit fliegen wir durch die Luft und beharken unsere Gegner mit Lasern, Fernraketen, riesigen Energiekugeln oder zerstückeln sie stilvoll im Nahkampf. Das flutscht zwar ganz gut, aber man merkt der Steuerung an, dass sie von einer alten Konsolengeneration stammt. Nach einer alternativen Tastenbelegung sucht man leider vergebens , weswegen auch in der Neuauflage der rechte Stick ignoriert wird. Und ehrlich, hoch runter mit Buttons geht gar nicht.
Sowohl im Nahkampf...
Kojima war schon immer ein guter Geschichtenerzähler, aber in Zone of the Enders liegen Kitsch und Pathos dicht aneinander. Und im ersten Teil der Serie will das Geschehen auch nicht so richtig in die Gänge kommen, dafür ist sie einfach zu holprig erzählt. Die immer wieder eingestreuten Anime-Filmchen helfen da leider auch nicht mehr und die Dialoge im ersten Teil zwingen mich, sie zu überspringen. Der zweite Teil macht da seine Sache um einiges besser. Die Grafik sieht etwas schicker aus und der Übergang zwischen Animes und Spiel ist stimmiger gelungen. Die VR-Missionen gibt es als Bonus obendrauf. Metal Geal Solid-Veteranen erinnern sich an diese Trainingeinheiten.
Die Schattenseite alter Spiele
...als auch beim Waffeinsatz weiß das Gameplay durchaus zu gefallen
Machen wir uns nichts vor: Nur weil HD draufsteht darf man nicht automatisch „High Definition“ erwarten. Genau dies gilt bei Zone of the Enders ganz eindeutig. Die Texturen sehen besonders im ersten Teil einfach schlimm aus. "Matschig" ist das erste Wort, das einem in den Sinn kommt. Viel schlimmer sind allerdings die unglaublichen Frame-Einbrüche. Kaum befinden sich ein paar Gegner auf dem Schirm, schon geht die Konsole in die Knie. Gerade der zweite Teil leidet darunter. Das ist schade, da dieser der spielerisch überzeugendere ist.
Außerdem hat man wohl über alle Zwischensequenzen einen Weichzeichner gelegt, anders kann ich mir die nervige Unschärfe nicht erklären. Die Augen tun einem schon beim Zuschauen weh. Schade auch, dass man Zone of the Enders eine Kameraführung aus der Hölle verpasst hat. So zäh und träge, dass man in schnellen Kämpfen öfters die Übersicht verliert. Und die sind eigentlich die Stärke von Zone of the Enders. Der zweite Teil aber macht einiges an Boden wett und stimmt Action- und Mech-Fans versöhnlich.