02.05.2008 – Redakteur: Matthias
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Vergangenes Wochenende hatte der Frühling endlich auch den Weg nach München gefunden, was aber einer nicht gerade kleinen Anzahl (vornehmlich männlicher) Personen herzlich egal war. Sie verbrachten die sonnigen Stunden lieber in der Mehrzweckhalle eines Münchner Sportvereins, um sich beim „Vintage Computer Festival Europa“ über (ver)alt(tet)e EDV-Systeme und angestaubte Hard- und Software auszutauschen. Die Wurzeln dieser Veranstaltung liegen im kalifornischen Silicon Valley, doch längst hat sich auch das Münchner Festival etabliert: Es fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt und ist inzwischen der größte Sammlertreff für historische Computer in Europa. Kein Wunder, dass man deshalb auch auf Computerfreaks treffen konnte, die extra mehrere hundert Kilometer angereist waren. Das diesjährige Motto lautete „Daddeln bis der Doktor kommt - Spielcomputer & Computerspiele“, weswegen auch wir uns unter die anderen Bleichgesichter mischten – und selbst genügend Zeit mit Fachsimpeln und Anekdoten austauschen verbrachten.

Sollte sich versehentlich ein Außenstehender in die Festivalhalle verirrt haben, kam sich dieser vielleicht vor wie auf einem städtischen Wertstoffhof; für Computer- oder auch Konsolen-Freaks war es dagegen eine Reise in die gute alte Vergangenheit. Schon beim Flohmarkt direkt neben dem Halleneingang reihten sich alt gediente Konsolen nebeneinander: Egal ob man sich noch ein NES-System in Originalverpackung, einen Sega Dreamcast oder vielleicht das Amiga CD32 bzw. den Atari Jaguar ins heimische Wohnzimmer stellen möchte, hier wurde jedermann fündig. Ebenso gab es eine kleine, aber feine Auswahl von Spiele-Oldies, die teilweise noch direkt auf Datasette gekauft werden konnten.
Der Ausstellungsbereich war schon aufgrund der Hallengröße sehr übersichtlich gehalten, was aber laut Veranstalter Hans Franke durchaus Absicht ist. Wie er uns erläuterte, ist es nicht das Ziel des „Vintage Computer Festivals“, dass jeder seinen Keller ausräumt und seine Sammlung vorzeigt. „Wenn es darum ging, könnte ich allein die Halle mit meinem Zeug füllen“, so Franke. Stattdessen konzentriert sich die Ausstellung auf Raritäten und Besonderheiten. Und so konnten die Besucher beispielsweise eine Gruppe alter MSX2 Videocomputer neben den klassischen Telespielen der 70er und 80er des letzten Jahrhunderts, einem Selbstbau-Spielautomaten aus der DDR oder seltenen „echten“ 3D-Konsolen wie den Virtual Boy von Nintendo oder dem noch weniger verbreiteten 3D-Imager von Vectrex entdecken. Sega-Fans freuten sich außerdem über den Stand von redspotgames, einem jungen Münchner Publisher, der noch heutzutage neue Dreamcast-Spiele veröffentlicht. Das bereits erschienene „Last Hope“ war ebenso zu sehen wie das kommende „Wind & Water“. Zu beiden Games liefern wir Euch bald nähere Infos nach.
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