Jahr für Jahr werden Statistiken veröffentlicht, in denen deutlich wird: Der PC-Spielemarkt in Deutschland schrumpft zugunsten der Videospiele. Dabei ist das nur die halbe Wahrheit, denn sowohl der Branchenverband BIU als auch der reguläre Einzelhandel berücksichtigen nur Zahlen regulär erworbener Datenträger, nicht aber zum Beispiel den Geldtransfer durch MMOGs.
Und hier zeigt sich deutlich, dass PC-Spiele unverändert einen enormen Umsatz bringen können. Laut der Umfrage "MMOG Emerging Markets Survey" gaben die deutschen im letzten Jahr 180 Millionen Euro allein für Onlinespiele wie World of Warcraft, Guild Wars etc. aus. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern steht Deutschland ganz gut da, Frankreich lag bei einem Jahresumsatz von 160 Millionen Euro, Großbritannien bei 215 Millionen Euro. Einzig die USA ist uns weit voraus, hier geht man von einem Gesamtumsatz von 2,8 Milliarden Euro aus.
Trotz der Tatsache, dass 180 Millionen Euro eine gewaltige Summe darstellen, nutzen nur 37 Prozent der Spieler kostenpflichtige MMOGs mit Abo-Gebühren. Allein für den Kauf der Titel wurden rund 40 Millionen Euro ausgegeben, weitere 80 Millionen fallen auf die eigentlichen Abonnements. Immerhin 60 Millionen Euro wurden durch virtuelle Gegenstände (Items etc.) erwirtschaftet.
Und welches MMOG ist bei uns Deutschen an beliebtesten? Nun, natürlich WoW mit zwei Millionen registrierten Teilnehmern. Erst danach kommen Travian, Guild Wars und Age of Conan. Von Aion oder Herr der Ringe Online keine Spur.
Unabhängig von diesen beeindruckenden Zahlen werden nach wie vor PC-Spielekäufe über Steam, Gamersgate und Co. nicht berücksichtigt - zumindest nicht bei offiziellen Zahlen.