22.04.2009 – Redakteur: Andreas
Fans von Militär-Shootern haben es schwer. Seit „Operation Flashpoint“ aus dem Jahr 2001 gab es kaum ein Spiel, das die Spieltiefe und den Realismus des PC-Klassikers erreichte. GRAW & Co. richteten sich vor allem an actionverwöhnte Mainstream-Spieler, aber das soll jetzt anders werden: Publisher Morphicon/Petergames und „Flashpoint“-Entwickler Bohemia Interactive wollen mit „Armed Assault 2“, kurz „Arma 2“, die guten alten Zeiten zurückbringen. Mehr Realismus auf dem PC geht nicht.
Es ist ein Wettrennen gegen die Zeit. Codemasters und Morphicon wollen als Erste über die Ziellinie gehen. Die einen mit der Fortsetzung „Operation Flashpoint 2: Dragon Rising“ und die anderen mit dem inoffiziellen Nachfolger des PC-Klassikers. „Ich hoffe, dass wir es fehlerfrei herausbringen“, betont Jan Pražák, PR Manager von Bohemia Interactive. Das soll als Versprechen verstanden werden, denn das Spiel ist komplex, riesig und sowieso das bisher größte Spielprojekt der Tschechen.
Skepsis ist angesagt, denn mit Militärshootern ist das so eine Sache. Der Vorgänger „Arma“ war verbuggt. Furchtbar verbuggt. „Wir waren unter Zeitdruck“, erklärt Pražák. Der damalige Publisher wollte mit der Militärsimulation den Erfolg von „Operation Flashpoint“ wiederholen und riskierte den Ärger der Fans. Trotzdem ging der Titel allein in Deutschland über 100.000 Mal über den Ladentisch.
Beide Spiele sollten nämlich möglichst fehlerfrei erscheinen. Die Fans sind anspruchsvoll und ein Bug-Desaster wie bei „Arma“ kann sich niemand leisten. Ein Actionfan akzeptiert es vielleicht, wenn die Gegner-K.I. versagt, ein „Flashpoint“-Profi aber nicht. Deswegen ist es nicht nur ein Rennen um den ersten Platz, sondern auch um Qualität.
„Arma 2“ will es deswegen allen beweisen: 225 km² Spielfläche, 81 unterschiedliche Waffen, 136 Land- und Luftfahrzeuge, 4-Spieler-Coop-Kampagne, umfangreicher Multiplayer und ein leistungsstarker Editor für Szenarien-Bastler. Außerdem können die Spieler Basen bauen und im „Commander“-Modus Armeen befehligen. Eine scheinbar endlose Liste an Erweiterungen und Verbesserungen, die vor allem den Ehrgeiz der Entwickler unterstreicht.
Natürlich soll es auch eine spannende Story geben: Es ist das Jahr 2008, irgendwo in Osteuropa an der russischen Grenze. Im Staat Chernarus kommt es zum Bürgerkrieg, nachdem die Kommunisten die Wahlen gegen eine demokratische Partei verlieren. Die Aufständischen versuchen ihr Land mit Russland wieder zu vereinen, doch sie werden in der „Nordwind“-Offensive zurückschlagen. Stark deziminiert verstecken sich die Verlierer in den Bergen. 2009: Nach einem Überraschungsangriff besetzen die Aufständischen den Norden des Landes. Aber ihr Anführer Akula, genannt der „Hai“, hat sich verrechnet: Russland lehnt die Vereinigung ab. Die Revolutionäre gründen daraufhin eine eigene Regierung und beginnen den Rest des Landes zu erobern. Der Premierminister von Chernarus bittet daraufhin die NATO um Hilfe.
Der Spieler übernimmt nun die Rolle eines US-Marine in einem Squad und erlebt den Konflikt aus nächster Nähe.
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