28.08.2006 – Redakteur: Andy
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2006, das Jahr der 3D-Action/Rollenspiele? ´Oblivion´ ist zumindest schon erschienen und wird bislang als heißester Kandidat für das Spiel des Jahres gehandelt, jetzt möchte Piranha Bytes mit ´Gothic 3´ zurück schlagen. Die Vorraussetzungen sind prinzipiell gegeben, wenn man sich die Qualität der selbst international gelobten Vorgänger anschaut. Doch bei ´Gothic 3´ ist trotz vielsprechender Ideen Vorsicht geboten, denn es scheint nicht alles so reibungslos zu funktionieren, wie man sich das in diesem eigentlich fortgeschrittenen Stadium wünschen würde.
Es geht auf nach Myrtana, einem Kontinent voller Orks, welche fast alle menschlichen Bewohner versklavt haben. Nur ein paar rebellische Truppen leben vereinzelt im Norden oder im Süden, ihr selber entscheidet, für welche Seite ihr euch starken machen wollt. Viel Wert legen die Weltendesigner auf den Abwechslungsreichtum, so sei jeder Stein, jedes Haus und jeder Baum per Hand gesetzt, kein Ort würde demnach einem anderen gleichen.
Kai Rosenkranz, der nicht zuletzt für die Musik der Serie verantwortlich ist, zeigte ein paar neckische Features innerhalb der brandneuen Wüstenwelt. Das Spannen von Bögen hängt beispielsweise von der Dauer des Knopfdrucks ab, was sowohl optische, als auch spielerische Auswirkungen habe. Sonstige physikalische Spielereien werden zwar dargestellt, missbrauche man aber nicht für irgendwelche Rätsel.
Die Serie ´Gothic´ war schon immer bekannt für ihr erstaunlich gut funktionierendes System, dass dem Spieler alle Möglichkeiten vom Diplomat bis zum Massenmörder offen lies. Dieses soll natürlich auch im dritten Teil ein wichtiger Bestandteil sein, weshalb jeder Charakter sterben kann, ohne dass angeblich dadurch irgendwelche Sackgassen bezüglich der Hauptstory entstehen könnten. Beispielsweise könnt ihr euer Ansehen mit Hilfe von Kämpfen in der Arena aufbauschen und eure besiegten Gegner auf Wunsch ohnmächtig schlagen oder kaltblütig umbringen.
Die verzweigte Storyline beeinflusst auch die Talente, welche ihr von den verschiedenen Parteien angeboten bekommt. Wer beispielsweise sogenannte Mini-Talente von den Rebellen erlernt, der wird es schwer haben, einen Trainer der Orks zu überreden, dass er euch ebenfalls seine Künste zeigt. Durch diese natürliche Integration von Spielfeatures innerhalb der Welt sollte eine deutlich glaubwürdigere Atmosphäre entstehen, als im Vergleich zu anderen RPGs.
Auch euer Ruf spielt eine sehr wichtige Rolle, denn mit einem schlechten verbaut ihr euch schnell viele Lösungswege. Dies führt mitunter dazu, dass ihr bestimmte Bereiche nicht betreten dürft, weil euch die Wache nicht vorbei lässt. Dann hat der Spieler trotzdem die Option, einfach die Warnung zu ignorieren und schnell vorbei zu laufen... mit der Konsequenz, dass er von allen anwesenden NPCs angegriffen wird.
Genau dieses Feature wollte uns auch Kai zeigen, doch dann stürzte das Spiel ab... und das soll im Rahmen der GC leider nicht das einzige Mal gewesen sein. Logisch: Wenn man ein Spiel mit vielen Möglichkeiten designt, besteht die Gefahr eines Systemabsturzes umso mehr. Genau in diese Falle darf ´Gothic 3´ aber nicht hineintappen, den dieses Jahr steht Piranha Bytes in direkter Konkurrenz zu ´Oblivion´. Das war zwar auch nicht gerade fehlerfrei, konnte sich aber insgesamt gesehen gut aus der Affäre ziehen.
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