Ich will ganz in Ruhe heiraten, allein für mich.

PC-Review: Everlight - Elfen an die Macht

12.10.2007 – Redakteur: Matthias


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Im Hakagure, einer Art historischer „Samurai für Dummies“-Ratgeber, heißt es, wenn man es als natürlich hinnimmt, im Regen nass zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnässt werden. Der picklige Teenager Melvin hat sich aber bisher anscheinend eher wenig mit fernöstlicher Kriegsphilosophie beschäftigt, denn er flieht gleich zu Beginn des Adventures Everlight - Elfen an die Macht vor einem Unwetter in den nächstbesten offenen Laden und kommt somit sprichwörtlich vom Regen in die Traufe. Denn es handelt sich dabei um das Kerzengeschäft von Mr. Teeth; einem skurrilen alten Mann, der in seinem Gast eine Begabung zur Magie erkennt. Der Alte überredet Melvin zu einer besonderen Reise, die die Fähigkeiten des Jungen zum Vorschein bringen soll. Kaum hat der überrumpelte Melvin zugestimmt, findet er sich auf dem Dorfplatz der mittelalterlichen Kleinstadt Talen wieder.

Eine Kleinstadt außer Rand und Band

Everlight - Elfen an die MachtDort begegnet er sogleich der vorlauten Elfe Fenny, die ihm eigentlich nur als spirituelle Führerin mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Allerdings ist das kleine Flugwesen ein richtiges Lästermaul und haut dem armen Kerl ständig naseweise Sprüche um die Ohren. Trotzdem erfährt er von ihr, warum er überhaupt in Talen gelandet ist. Seine Aufgabe ist es, das idyllische Städtchen von einem Fluch zu befreien: Nacht für Nacht treibt die Bevölkerung von Talen jede Menge Unfug, nur um sich am Tag darauf überhaupt nicht mehr daran erinnern zu können. Ein paar Beispiele: Der tagsüber zurückhaltende Postbeamte Sven fuchtelt nachts mit einem Schwert herum und brabbelt ständig nur noch vom Töten, die alte Jungfer Daphne ist im Dunkeln plötzlich gar nicht mehr so prüde, der reiche Walt bettelt um Geld und der furchtlose Torwächter Wolf mutiert im Finstern zum völlig verschreckten Angsthasen. Ähnliche Macken zeigen auch all die anderen Einwohner der Stadt.

Kombiniere Angel mit Magneten…

Everlight - Elfen an die MachtWie löst man solch ein Problem? Natürlich in typischer Point & Click-Manier. Der Spieler besucht mit Melvin sämtliche Stadtteile und zieht den Bewohnern per Mausklick (mehr oder weniger) wichtige Informationen aus der Nase. Hier vertrauten die Macher auf das übliche Dialogsystem, das einem mehrere Auswahlmöglichkeiten anbietet, die man nach und nach abarbeitet. Ebenso gewohnt sammelt man alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist, denn jeder Gegenstand könnte sich in einem der insgesamt fünf Kapitel als wichtig erweisen. Dabei ist nicht immer unbedingt von Anfang an klar, wozu beispielsweise eine Fischsuppe, klebrige Süßigkeiten, Potenzmittel, Stinkbomben, Magiekapseln oder auch ein Broccoliauflauf-Rezept wirklich benötigt werden. Doch wenn man manche Dinge miteinander kombiniert und ein wenig um die Ecke denkt, kommt man der Lösung oftmals näher. Dabei muss man Entwickler Silver Style das Kompliment machen, dass im Nachhinein die meisten Lösungswege durchaus logisch erscheinen.

Ein besonderes Feature in Everlight stellt außerdem der Wechsel zwischen Tag und Nacht dar. Nach ein wenig Spielzeit hat man jederzeit die Möglichkeit, zwischen diesen beiden Tageszeiten zu wechseln, was sich sehr oft als enorm wichtig erweist, da man nur dann bestimmte Details erfährt oder Dinge entdeckt.


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