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PC-Review: Alarm für Cobra 11 - Crash Time

10.11.2007 – Redakteur: Andy


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Unfall auf der A-77

Alarm für Cobra 11 - Crash TimeWenn ich neuen Bekanntschaften erzähle, was für einen Beruf ich ausübe, dann kriege ich meist den Satz ´Videospiele testen, dass ist bestimmt geil, oder?´ zu hören. Dann versuche ich zunächst abzuwiegeln, dass dazu eine nicht zu unterschätzende Schreibarbeit gehört und nicht jedes Spiel Spaß macht, wenn man es spielen muss. Gleichzeitig sage ich, dass mir sowohl das Schreiben als auch das Spielen von schlechten Spielen persönlich Freude bereite. Man lebt quasi nicht nur für den Job, man hat Leidenschaft für ihn. Doch es gibt auch Ausnahmen, bei denen der Stress und die unangenehme Seite der Arbeit überhand nimmt. ´Alarm für Cobra 11 – Crash Time´ ist solch ein Wicht, obwohl es beileibe kein schlechtes Spiel ist. Aber die unnötigen Design- und Bedienungsmängel, welche Synetic integriert hat, haben mehr als einmal meinen Adrenalinspiegel auf gesundheitsgefährliches Niveau kochen lassen.

Besser eine Story als keine?

Alarm für Cobra 11 - Crash TimeIch gehöre zu den Fans des direkten Vorgängers, der ebenfalls von Synetic stammte. Schließlich ist die Idee, auf echten Autobahnstrecken zu fahren, gar keine mal so dumme und dank der technisch sehr kompetenten Engine, die auch schon in ´World Racing 2´ zum Einsatz kam, resultierte das Ergebnis vor einem Jahr in kein holländisches Raser-Desaster. Es war etwas kurz und die Präsentation quasi nicht vorhanden, doch daran kann man ja bei einer Fortsetzung arbeiten. Genau dies hat Synetic getan und zumindest was den erweiterten Storypart anbelangt, wäre es mir lieber gewesen, sie hätten diesen ganz weg gelassen. Die Sprachausgabe ist eine Ausgeburt an Schlechtigkeit, dass es echt nicht mehr feierlich ist. Ausgerechnet die beiden ´Hauptcharaktere´, Chris und Semir, sprechen unglaublich übel, dilettantisch, überzogen und unglaubwürdig zugleich. Es mag sein, dass die Lizenzgebühr nur für den Serientitel und nicht für die Integration der Seriendarsteller gereicht hat, aber es gibt selbst im Laienmilieu definitiv besseren. Dazu kommt eine überaus seltsame Art der Präsentation: Im gesamten Spiel gibt es keine Personen zu sehen, außer die steif wirkenden Fahrer in den Fahrzeugen.. Ergo wird die Story mit ihrer hanebüchnen Handlung und teilweise völlig sinnfreien Szenen entweder wie ein Hörspiel per schlechtem Dialoggeplänkel und inklusive nichtssagender Hintergrundgrafik weitergesponnen. Oder die Laberei wird von oftmals unsinnigen Kamerafahrten der näheren Streckenumgebung untermalt. Das Unschöne daran: Erstere könnt ihr immer abbrechen, letztere hingegen nur sehr selten. Speziell beim Neustart einer Mission nervt es immens, wenn man die unsäglich schlechte Konversation ebenfalls erneut hören muss.

Eine wirklich tolle Spielwelt

Alarm für Cobra 11 - Crash TimeWie schlecht die Story wirklich ist, merkt ihr spätestens beim Kontrast zum exzellenten Streckendesign. Synetic hat eine ganze Stadt mit Autobahnverbindungen und wirklich vielen kleinen sowie abwechslungsreichen Bonusarealen zusammengestückelt, dass es nur so eine wahre Freude ist. Zwar wäre es mir ganz lieb gewesen, wenn es mehr als nur ein zusammenhängendes Areal gäbe, aber das vorhandene ist wirklich riesig und auch nach Stunden entdeckt ihr immer noch was Neues. Auch bei der Art der Missionen haben sich die Designer mit Erfolg Mühe gegeben, vom Stereotyp des Vorgängers wegzukommen. Diesmal geht es nicht nur um Verfolgungsjagden, das Stoppen von Rasern oder das Abfahren von Streckenpunkten. Zwischendurch fahrt ihr einen Panzer, steuert kleine bzw. explosive Drohnen, düst mit Formel 1-ähnlichen Autos durch die Stadt oder zeigt eure Sprungkünste an speziell dafür aufgestellten Schanzen. Dazu kommt, dass manche Aufgaben allein aufgrund des intelligenten Designs sehr pfiffig wirken. So müsst ihr an einer Stelle zurück zur Zentrale fahren, wobei diese jedoch auf der anderen Seite des Autobahnkreuzes liegt. Wer hier stur nach Pfeilrichtung fährt, der wird schnell scheitern. Stattdessen müsst ihr einfach logisch denken: Auf der Autobahn solange geradeaus fahren, bis die Abfahrt kommt, von dieser direkt auf die Gegenspur abbiegen und den kleinen Umweg direkt zurück düsen, schon seid ihr vom Ziel nicht mehr weit entfernt.

Ähnliches Lob erfährt die KI der computergesteuerten Fahrzeuge: Bei einer Verfolgungsmission fahren diese keinen vorgeskripteten Weg, sondern nutzen von Neustart zu Neustart eine andere Route. Das bringt dann noch mehr Abwechslung ins Spiel, weil ihr so anhand einer Mission gleich mehrere Streckenabschnitte kennenlernt. Dafür ist ein heftiger Storybug, der mich schon beim Vorgänger störte, auch in ´Crash Time´ wieder mit dabei: Ich soll das Auto einer Kollegin stoppen, weil ihre Bremsen nicht mehr funktionieren. Doch die KI lenkt so, als ob ein böser Bube auf der Flucht wäre. Ergebnis: Wenn ich ihr Auto abbremse, aber nicht richtig zum Halten bringe, gibt die Kollegin kurz daraufhin wieder kräftig Gas mit ihrem Fahrzeug.


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