17.06.2008 – Redakteur: Andreas
Als PC-Spieler ist man in diesen Zeiten ja froh, wenn wenigstens ab und an ein Konsolenknaller umgesetzt wird. Das mag vielleicht erklären, warum ich mich so sehr auf „Mass Effect“ gefreut habe. Entwickler Bioware hat schon mit „Baldur´s Gate“ oder „Knights of the Old Republic“, kurz KotOR, bewiesen, dass sich alle anderen RPG-Entwickler an ihnen messen müssen. Eine riesige Spielwelt, eine spannende Story und viel Platz zum Erforschen wurde versprochen und vielleicht bin ich deswegen nach soviel Vorschusslorbeeren auch etwas enttäuscht.
Anno 2183. Gerade sind die Menschen in die außerirdische Allianz aufgenommen worden, als großes Unheil droht. Saren, ein Top-Agent von „Spectre“, der Elite-Einheit der Allianz, spielt falsch. Er hat sich mit den Reapern, mächtigen Maschinenwesen aus einer fernen Galaxis, verbündet und will alle Völker vernichten. Der Spieler übernimmt nun die Rolle von John Shepard, dem ersten menschlichen „Spectre“, und macht sich mit seinem Raumschiff „Normandy“ auf die Jagd nach dem abtrünnigen Saren. Auf seiner Reise durch die Galaxis trifft er auf neue Verbündete und entdeckt das Geheimnis eines alten, längst untergegangenen Volkes, den Protheanern. „Mass Effect“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, aber keine Angst, die Handlung des Spiels ist in sich abgeschlossen. Der Autor war übrigens Drew Karpyshyn, der bereits an „Baldur´s Gate“ und „KotOR“ beteiligt war. Er hat auch die beiden Bücher zu „Mass Effect“ geschrieben, welche die Hintergrundgeschichte erzählen. Schade, dass trotz des riesigen Universums nur eine relativ simple Space Opera über eine Invasion aus dem All herausgekommen ist. Ein bisschen James Bond, ein bisschen Indiana Jones und viel Spektakel – spannend, aber viel zu kurz und mit der inhaltlichen Tiefe eines B-Pictures aus den 60ern.
Das Spiel selbst präsentiert sich als ein gelungener Mix aus Rollenspiel und Taktik-Shootern wie „GRAW“. Fans dürften diese Mischung schon aus „KOTOR“ kennen, soweit also nichts Neues. Statt Schwertern kämpft ihr mit Schrotflinten, Pistolen oder Sturmgewehren und statt Magiern zieht ihr mit Soldaten oder Technikern in den Kampf. Insgesamt gibt es sechs unterschiedliche Klassen wie den Infiltrator, einen technikversierten Kämpfer, der seine Feinde als Sniper ausschaltet und Computercodes knackt. Eure Rüstungen und Waffen könnt ihr zudem mit Upgrades wie bessere Munition ausrüsten. Euer Squad besteht dabei aus maximal drei Personen, die sich mit der Zeit eurem Agenten anschließen. So könnt ihr am Ende zwischen außerirdischen Technikexperten, Agenten oder schlagkräftigen Soldaten wählen. Pro Stufenaufstieg könnt ihr sogenannte Talentpunkte entweder selbst auf Fähigkeiten wie „Elektronik“ oder „Einschmeicheln“ verteilen oder es dem Computer überlassen. Letzteres empfiehlt sich vor allem für eure Squadmitglieder.
Den Kampf an sich könnt ihr in Echtzeit austragen oder das Spiel kurz mit der Leertaste einfrieren, um Kommandos an euer Team zu geben. Im Prinzip eine gute Idee, die aber nur auf höheren Schwierigkeitsgraden Sinn macht, denn euer Team reagiert meist gut und kommt ohne eure Hilfe aus.
Du bist nicht angemeldet.
Spielt ihr Browser-Games?