04.07.2008 – Redakteur: Andreas
Ok, ich gebe es zu – ich bin momentan auf dem Science Fiction - Trip. Das fing vor ein paar Monaten ganz harmlos mit einem Special über Aliens an, dann Orson Scott Cards Geschichten um Ender Wiggin und schließlich ganz viel „Battlestar Galactica“. Nach den fast schon vergessenen Sünden meiner Jugend, haben mich die unendlichen Weiten des Weltraums also wieder. Das mag ein Grund sein, warum „Sins of a Solar Empire“, kurz „SoaSE“ von „Ironclad Games“ für mich zu den besten Strategiespielen des Jahres zählt. Monate nach dem US-Release erscheint es jetzt auch in Deutschland.
„SoaSE“ ist im Kern ein so genanntes 4X-Spiel, ähnlich wie „Civilization“ oder „Master of Orion“. Ziel ist dabei immer, die Weltherrschaft und die Zahl „4“ beschreibt dabei das strategische Grundprinzip des Spiels: „explore, expand, exploit, exterminate“. Bevor ihr nämlich eure Allmachtsphantasien ausleben könnt, müsst ihr eure Basis absichern und neue Welten und Technologien entdecken, um am Ende alle Gegner zu besiegen. Typisch für dieses Genre war bisher ein rundenbasiertes Spielprinzip, doch in „SoaSE“ läuft alles in Echtzeit ab. Wenn dann teilweise riesige Flottenverbände im Weltraum aufeinanderprallen, werden sofort Erinnerungen an „Homeworld“ oder vielleicht „Supreme Commander“ wach. Auf jeden Fall ist es dann aber mit der Ruhe vorbei.
Typisch für das 4X-Genre ist auch, dass naturgemäß alles der Spielmechanik untergeordnet ist. Gott sei Dank hat „Ironclad“ ebenso wenig versucht, mühsam eine x-beliebige Story über eine Invasion aus dem All zu konstruieren. Stattdessen skizzieren sie nur ein Szenario, das die drei spielbaren Völker einführt. Dabei haben sie sich von anderen Spielen wie „Supreme Commander“ oder der Fernsehserie „Battlestar Galactica“ inspirieren lassen. Ein Volk, die Trader Emergency Coalition, kurz TEC, versammelt die letzten Überlebenden der menschlichen Rasse. Sie sind aus einem Handelsorden entstanden, der sich über das ganze Weltall verbreitet hatte und sich unschlagbar fühlte. Plötzlich tauchen aber die Vasari auf und greifen die Menschen an. Dieses alte Alien-Imperium hatte schon immer andere Welten und Völker annektiert - bis ihre Heimatwelt von einem unbekannten Feind vernichtet wurde. Seitdem sind die Vasari auf der Flucht durch die Tiefen des Alls. Schließlich sind da noch die Advent. Sie verlassen sich auf ihre spirituellen und kybernetischen Fähigkeiten und werden vom Hass auf die TEC getrieben, die ihre Vorfahren einst vertrieben. Sie wollen ihre alte Heimatwelt wiedererobern, um dann über die Galaxis zu herrschen.
Da eine durchgängige Story oder sogar Kampagne fehlt, kämpft ihr in 25 Szenarien oder wählt eine Zufallskarte. Ziel ist es dabei zwar immer, alle Gegner zu vernichten, doch erfordern die einzelnen Szenarien unterschiedliche Taktiken. So werdet ihr in kleinen Systemen manchmal gleich angegriffen oder müsst schnell bestimmte Technologien entwickeln, um von einem System in das andere zu reisen. Der Spielablauf ist aber meist gleich: Ihr entdeckt einen neuen Planeten, untersucht ihn und macht euch an den Ausbau eurer Verteidigungs- und Handelsposten. Wenn ihr euch dann für eines der drei Völker entschieden habt und in die Schlacht zieht, solltet ihr euch zunächst über die Dimensionen dieses Spiels bewusst werden, denn „SoaSE“ ist riesig. Knapp 100 Planeten könnt ihr gleichzeitig erobern und erkunden oder vor den Angriffen eurer Feinde beschützen. In diesen Momenten seid ihr über das relativ langsame Spieltempo dankbar, aber im Multiplayer wird das dann noch eine Spur hektischer. Allerdings finden all diese Kämpfe nur im Weltraum statt und nicht auf der Planetenoberfläche. Dafür könnt ihr aber Artefakte entdecken, die euer Imperium bei der Forschung unterstützen.
Daneben gibt es während des Spiels auch Auszeichnungen, ähnlich den „Achievements“ bei der Xbox 360. Diese bekommt ihr, wenn ihr beispielsweise ein Szenario mit einem bestimmten Volk gewonnen, Allianzen gebildet oder besonders viele Gegner vernichtet habt. Allerdings haben diese Auszeichnungen keinen Einfluss auf den Spielverlauf.
Du bist nicht angemeldet.
Spielt ihr Browser-Games?