Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken.

NintendoDS-Review: Drawn to Life – SpongeBob und der magische Stift

26.10.2008 – Redakteur: Sven


Seite: 1 | Fazit

Tja, so läuft das heutzutage. Hat man einmal ein tolles und erfolgreiches Konzept gefunden, wird es ausgeschlachtet, soweit es nur geht. Nicht ohne Grund gibt es so viele Fortsetzungen oder Ableger von populären Spielereihen oder gar TV-Serien bzw. Kinofilmen. Auch THQ und Entwickler 5th Cell haben erkannt, dass man mit einfachen Mitteln sicher gutes Geld verdienen kann: Man nehme ein bereits vorhandenes Spielprinzip und packe eine namhafte Lizenz dazu – fertig ist die Geldkuh?! Manchmal ist diese Vorgehensweise gar nicht so tragisch, wie Drawn to Life: SpongeBob Swammkopf und der magische Stift beweist.

Außenseiter SpongeBob

Drawn to Life – SpongeBob und der magische StiftFangen wir aber erst einmal ganz harmlos an. Drawn to Life: SpongeBob Schwammkpf und der magische Stift ist ein weiteres Plattformspiel, das auf der durchaus kultigen Trickfilmreihe basiert. Dieses Mal steht der gelbe Schwamm nicht direkt im Vordergrund, sondern sein dahin gekritzeltes Ebenbild. Als ein Künstler aus Versehen zwei Bleistifte ins Wasser fallen lässt, beginnt das Chaos in Bikini Bottom. Seestern Patrick malt aus Versehen einen bösen SpongeBob, der sich fortan KritzelBob nennt. Dieser sorgt für Angst und Schrecken in der kleinen Unterwasserwelt, zum Glück zeichnen aber Patrick und SpongeBob einen neuen Helden, der KritzelBob aufhalten, hässliche Schmierereien verschwinden lassen und eine Armee blöder Gegner vernichten darf. Solltet ihr die TV-Serie gerne schauen, dann werdet ihr eine ähnliche Folge vielleicht kennen. Das Spiel orientiert sich entfernt an dieser. Welch Zufall..

Drawn to Life in Bikini Bottom

Drawn to Life – SpongeBob und der magische StiftDie Story ist natürlich relativ banal, kann aber vor allem jüngere Spieler ordentlich unterhalten. Ältere Säcke wie ich konzentrieren sich da lieber auf die eigentlichen Elemente des Titels. Und einmal mehr bin ich überrascht: Das sieht nicht nur wie Drawn to Life aus? Nein, das spielt sich auch so! Konkret bedeutet dies, dass ihr euch zu Beginn einen Helden selbst malt, um mit diesem in klassischer 2D-Jump&Run-Manier etliche Levels zu überstehen. Zwischenzeitlich zeichnet ihr Wolken, auf die ihr hüpfen dürft, erschafft Figuren, die fortan eure Freunde sind, kritzelt euren eigenen Siegerpodest und so weiter. Nebenbei müsst ihr hässliche Kleckse, die die Spielewelt verschandeln, durch Rubbeln auf den Touchscreen wegwischen, Münzen sammeln, auf Gegner hopsen und später sogar euer eigenes Haus ausschmücken. Kurzum: Nahezu all das, was ihr bei Drawn to Life schon machen konntet. Solltet ihr das Debüt-Spiel von 5th Cell noch nicht kennen, werdet ihr durchaus überrascht sein, dass ihr so viele Objekte und Charaktere in einem simplen Editor erstellen könnt, um sie kurze Zeit später in quasi allen Abschnitten des Spiels zu sehen.

Immerhin haben die Entwickler, in dem Fall übrigens Altron, noch zahlreiche Anpassungen vorgenommen. So findet das Geschehen freilich in Bikini Bottom statt, ihr trefft auf unzählige Helden aus der Serie bzw. rettet diese und erhaltet Unterstützung von SpongeBob, Patrick und Thaddäus. Beispielsweise ist der Schwamm ein schützender Schild, Patrick dagegen kann durch Schwingen des Stylus eine Attacke ausführen.

Das war es schon an Besonderheiten

Drawn to Life – SpongeBob und der magische StiftGegenüber dem Original Drawn to Life besitzt SpongeBob und der magische Stift keine weiteren Besonderheiten. Okay, es gibt ein Malbuch, in das man via WIFI gemeinsam kritzeln kann. Ansonsten aber wirkt einiges etwas schwächer. Die Grafik ist detail- und dezent farbärmer, der Schwierigkeitsgrad wurde deutlich entschärft und die 20 Levels sind viel zu schnell durchgespielt. Auch akustisch hätte man noch einiges verbessern können. Dagegen ist die intuitive Steuerung nach wie vor überzeugend, der „ich bastle mir meine Spielewelt“-Aspekt sowieso eine tolle Sache und der Mal-Editor schnell zu bedienen. Ärgerlich ist höchstens, dass weniger kreative Spieler keine vorgefertigten Objekte erhalten, sondern immer selbst herumfriemeln müssen. Zudem ist das gesamte Leveldesign viel linearer, manche Gebiete erinnern sogar frappierend an einen älteren Super Mario – Teil. Tragisch ist das sicher nicht. Schade ist höchstens, dass es eigentlich nicht so viel zu entdecken gibt.


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