Lieber stehend sterben als kniend leben.

Xbox 360-Review: Gears of War 2

12.11.2008 – Redakteur: Jan


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Es kommt selten im Genre der Actionspiele vor, dass ein Titel auch zwei Jahre nach seinem Release die Messlatte für die Konkurrenz darstellt. Als Gears of War 2006 für die Xbox360 erschien (natürlich nie offiziell in Deutschland), war es ohne Frage das beste Spiel der neuen Konsolengeneration, vor allem in technischer Hinsicht. Selbst heute macht der Shooter immer noch einen glänzenden Eindruck, so dass ich lange überlegen müsste, welches Spiel mich in den letzten zwei Jahren vom Gesamteindruck mehr beeindruckt hat als Epics Meisterwerk. Nun ist also der zweite Teil in Europa erschienen und wird von volljährigen deutschen Zockern fleißig aus den Nachbarländern importiert. Wir haben uns die AT-Fassung geschnappt, die mit komplett deutschen Texten und Sprachausgabe daherkommt.

Deckung, Deckung!

Gears of War 2Kenner des Erstlings fühlen sich sofort heimisch bei GoW 2: gleicher Held, gleiches Setting, identische Steuerung. Schon nach fünf Minuten seid ihr mitten drin in der Action, ein Tutorial dürft ihr eingangs auf Wunsch überspringen und gleich euren Kameraden dabei helfen, ein Krankenhaus vor der Locust-Horde zu beschützen. Dabei greift auch Teil 2 auf das bekannte Deckungssystem bei den Kämpfen zurück. Ohne Deckung hält eurer Protagonist kaum etwas aus, so dass ihr immer hinter Mauern, Säulen oder sonstigen Objekten auf Knopfdruck Schutz suchen solltet und aus der Sicherheit die Feinde unter Beschuss nehmen müsst. In den letzten zwei Jahren haben sich viele Spiele dieses System zu Eigen gemacht, ohne aber das Original eines GoW zu erreichen. Allerdings muss ich schon festhalten, dass das ständige Suchen der Deckung und das Verschanzen ein wenig Spielfluss kostet, im direkten Vergleich zu einem Resistance 2 spielt sich GoW 2 etwas träger und vielleicht auch taktischer. Welchen Spielstil man mehr mögt, bleibt letztlich Geschmackssache. So viel Spaß ich mit einem GoW 2 auch habe, so kann ich jeden von euch verstehen, der das grundlegende Konzept schnell verteufelt, in all zu vielen anderen Titel möchte ich das System auch nicht mehr unbedingt sehen und ziehe die direkte Konfrontation vor.

Innovation?

Gears of War 2GoW 2 ist keine sonderlich innovative, sondern eher eine logische Fortsetzung. Erwartet keine neuen Spielelemente, alles ist aus Teil 1 bekannt. Das mag ein Kritikpunkt sein, doch da inzwischen viel Zeit seit dem Durchspielen des Erstlings vergangen ist, störte mich das nicht weiter. Außerdem bedeutet ähnliches Spielgefühl ja nicht, dass in den Missionen selbst die Highlights fehlen. Schon das zweite Level glänzt mit vielen Überraschungen. Ihr befindet euch hier an Bord eines großen Panzers und müsst allerlei Feinde unter Beschuss nehmen, die versuchen, den Tank zu kapern oder gar in einen Abgrund zu drängen. Dank toller Skriptsequenzen wird hier ständig etwas geboten, Langeweile kommt sowieso nie auf. Die Action ist grandios und entsprechendes Equipment vorausgesetzt, bebt euer Zimmer bei den vielen Explosionen richtig. Gears of War bleibt somit der perfekte Actionfilm zum Mitspielen, bei dem ihr euer Gehirn für etwaige Storytwists ruhig ausschalten könnt. Die gesamte Spielzeit motivierte mich die Handlung selbst kaum, vielmehr zog jedes Level aus sich selbst seinen Reiz. Ein weiteres Beispiel ist der Abstieg in ein gigantisches Höhlensystem. Dieses erinnert zwar ein wenig zu stark an die Höhlenmissionen des Vorgängers, doch ein paar neue Gegnertypen sorgen für genug Abwechslung. Außerdem bekommt ihr am Ende ein riesiges Lebewesen zu sehen, zumindest ansatzweise. Später spielt dieses Wesen eine tragende Rolle, mehr als der biblische Hinweis Jonas und der Wal kommt mir an dieser Stelle aber nicht über die Lippen.


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