02.12.2008 – Redakteur: Daniel
TrackMania ist ein krasser Anachronismus zu heutigen Rennspielen: Simple Fahrphysik, dumme Gegner (durch die man einfach hindurchfahren kann), keine aufwändige Grafik – und trotzdem äußerst beliebt. Wie kommt es dazu? Ganz einfach: TrackMania besitzt eine unheimlich große Fangemeinde, die ihre im Editor erstellen Strecken über das Internet anbietet und so einen schier unendlichen Strom an neuen Tracks fließen lässt.
Und damit wären wir auch schon beim größten Kritikpunkt der DS-Premiere von TrackMania. Es besitzt nämlich keinerlei WiFi-Möglichkeiten. Ein Austausch der eigenen Kreationen mit Spielern aus aller Welt ist so fast unmöglich. Ansonsten können sich TrackMania- und Rennspielfans freuen, denn TrackMania DS bietet all das, was die PC-Variante zu einem der beliebtesten Rennspiele macht. Das beginnt mit der Modiauswahl, die euch die Wahl zwischen normalen Rennen, Plattform-Kopfnüssen und Rätseln lässt. Und der fantastische Editor darf natürlich nicht fehlen.
Die Kategorien könnten in sich nicht unterschiedlicher sein. Am gewohntesten sind wohl noch die Rennen. Auf knapp 50 Rennstrecken, die in drei Szenarien angesiedelt sind (Stadion, Burg und Wüste), kämpft ihr gegen die Zeit und müsst versuchen, alle Computer-Gegner zu schlagen. Der Schwierigkeitsgrad steigt in den fünf Bereichen angenehm an und bietet die perfekte Lernkurve. So erlernt ihr schnell, wie man Loopings mit Vollspeed nimmt, Sprünge timt oder Schneckenkurven auf der komplizierten Ideallinie durchfährt. Apropos Ideallinie: Selbst auf höheren Spielstufen müsst ihr nicht permanent die Curbs schneiden oder den Scheitelpunkt der Kurven ideal treffen. Selbst mit mehreren kleinen Schnitzern ist es noch möglich, den Gold-Rang zu erreichen und den Streckenrekord zu brechen. Wer hingegen alle Scheitelpunkte trifft, kann mit einem Zeitpolster von bis zu drei Sekunden auf den meisten Strecken rechnen. Der ein oder andere auftretende Frustmoment, den Rennspiel-Enthusiasten erleben, wird durch den sich entfaltenden Willen kompensiert, doch noch die ein oder andere Zehntel auf dem Kurs zu finden.
Mit Credits, die ihr in Rennen gewinnen könnt, kauft ihr neue Strecken, Skins für die Fahrzeuge oder Blöcke für den Editor – oder komplette Strecken. Denn wollt ihr jede Kategorie zu 100% abschließen, ist es unumgänglich, die zusätzlichen Pisten zu erwerben. Und – man ahnt es – die kosten mächtig Kohle.
Wer es dann nach Stunden endlich geschafft hat, überall Gold zu holen, wird im Plattform-Modus eine nächste Herausforderung finden. Ohne Zeitdruck ist es hier eure Aufgabe, bestimmte knifflige Parcours mit möglichst wenigen Fehlversuchen zu meistern. Scheitert ihr an einer Stelle, lasst ihr euch per Knopfdruck komfortabel zurücksetzen und absolviert einen Teil des Parcours erneut. Nach Passieren der Zielgeraden werden eure Fehlversuche bewertet und ihr erhaltet je nach Leistung eine von drei Medaillen. Fies: Nur mit einer fehlerfreien Vorstellung ist euch das höchste Edelmetall sicher. Die knapp 50 Hinderniskurse kosten auch wieder Stunden, bieten aber viel Spaß.
Der letzte große Spielmodus ist ein Puzzle-Spiel. Ihr kriegt zwei Fixpunkte, Start und Ziel, vorgegeben und müsst alle (!) vorgegebenen Streckenteile verbauen. Anfangs wirkt dies mehr wie Beschäftigungstherapie, doch schon schnell zieht der Schwierigkeitsgrad an und erfordert von euch das Um-die-Ecke-Denken. Aufmerksame Leser dürften schon mitbekommen haben, dass die drei Spielmodi aufeinander aufbauen: Erst wird euch die Steuerung näher gebracht, dann die Möglichkeiten offeriert und anschließend auf spielerische Art und Weise der Umgang mit dem Editor geschult.
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