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iPhone/iPod Touch-Review: 1112 - Episode 1

11.12.2008 – Redakteur: Sven


Seite: 1 | Fazit

1112 Episode 1 könnte man am besten als Point´n Touch – Adventure bezeichnen, schließlich ist das iPhone / iPod Touch-exklusive Abenteuer komplett ohne Tasten, Maus oder dergleichen spielbar. Zudem ist 1112 der eindrucksvolle Beweis dafür, wie gut das Genre auf den Apple-Handhelds aufgehoben ist. Und allein der Stil stellt beispielsweise ein Hotel Dusk auf dem NDS locker in den Schatten...

Johnny Depp hat Kopfschmerzen

1112 - Episode 1Das Mystery-Adventure fängt wahrlich mysteriös an. Zu Beginn seht ihr, wie der Held der Geschichte in ein tiefes Loch fällt, um sich plötzlich inmitten einer Menschenmasse wieder zu finden. Eine unheimlich wütend ausschauende Frau schreit ihn an – und er wacht auf. Louis Everett ist eigentlich ein ganz normaler Kerl, der mit seiner schönen Ehefrau in einem Stadtteil von New Jersey wohnt. Doch irgendwas scheint mit ihm nicht zu stimmen – abgesehen davon, dass er fast genauso aussieht wie Johnny Depp in dem Thriller Das Geheime Fenster. Ihn plagen üble Kopfschmerzen und immer wieder muss er diesen Alptraum erleben. Ob vielleicht seine Frau etwas damit zu tun hat? Oder wer steckt dahinter? Vielleicht handelt es sich um eine Verschwörung? In Episode 1 von 1112 kommt ihr des Rätsels Lösung leider nicht wirklich sehr nah, denn mit einer Spielzeit von rund einer Stunde ist das knapp sechs Euro teure Adventure viel zu kurz. Weitere Folgen sind aber schon fest in Planung bei den Entwicklern von dem Agharta Studio.

Highlights

1112 - Episode 1Die offensichtlichste Besonderheit von 1112 ist die Optik.. Sämtliche Schauplätze, in Episode 1 vorrangig die Wohnung von Louis, wurden handgezeichnet und sehen schlichtweg fantastisch aus. Dies liegt vor allem daran, dass Personen und Objekte zusätzlich animiert sind und dadurch ein erstaunlich lebendiger Eindruck erzeugt wird. Wenn im Badezimmer der Wind die Vorhänge wehen lässt oder die Ehefrau im Schlafzimmer am Fenster steht und eine Zigarette raucht, dann hinterlassen diese ganzen Kleinigkeiten eine sehr glaubwürdige Atmosphäre. Ohnehin wurden die Charaktere, trotz eines gemalten Grafikstils, ungewöhnlich plastisch dargestellt, was mich schon beeindruckt hat. Dazu kommt ein kleiner, aber sehr feiner Soundtrack mit tollen und vor allem passenden Songs.

Richtig interessant sind die typischen Adventure-Elemente, die freilich für iPhone bzw. iPod Touch angepasst wurden. Gespräche führt ihr mittels eines Dialog-Systems, das immer verschiedene Themen bereit hält. Soweit ist das nichts Besonderes, allerdings könnt ihr speziell markierte Wörter in den Unterhaltungen in euer Notizbuch aufnehmen und später nochmals genau auf diese zurückkommen, um beispielsweise Probleme näher zu beleuchten bzw. zu hinterfragen. Clever sind die technischen Funktionen: In den besuchbaren Räumen kommt die Multi-Touch-Funktion zum Einsatz. Das bedeutet, dass ihr einfach den Bereich, den ihr euch genauer anschauen wollt, einfach mit Daumen und Zeigefinger vergrößert. Einige der Rätsel nutzen diese technische Eigenschaft der Handhelds ebenfalls. Witzig bzw. nützlich sind auch weniger wichtige Ideen: So rüttelt ihr euren iPod, um einen Wecker zum Schweigen zu bringen oder betrachtet Objekte in einer 3D-Ansicht. Man kann schon sagen, dass 1112 absolut sinnvoll die individuellen Fähigkeiten der Mediaplayer nutzt, ohne dass der Bedienkomfort verloren geht.

Und noch was zum Meckern

1112 - Episode 1Es sei weiterhin erwähnt, dass die Puzzles insgesamt gut gelungen sind. Sie sind zum Großteil logisch, nachvollziehbar und nicht sonderlich schwer zu verstehen. Ein Voranschreiten für unerfahrene Genrefreunde wird höchstens dadurch erschwert, dass die Bedienung in keiner Weise irgendwo erklärt wird. Die Entwickler hätten ruhig Hilfen integrieren können. Schade ist ebenfalls, dass 1112 leider nur in englischer Sprache verfügbar ist, manche Textpassagen sind schon etwas schwerer zu verstehen – und manchmal weiß man nicht so genau, was man mit einem herumstehenden Objekt so alles anstellen kann. Dass die Spielzeit für Episode 1 viel zu kurz und Story zu spät in Fahrt kommt, sind auch zwei ärgerliche Aspekte. Aber irgendwie müssen die Produzenten ja die Vorfreude auf Episode 2 wecken...


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