26.12.2008 – Redakteur: Daniel
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Viele verschiedene Geschenke werden dieses Jahr den Weg unter die Christbäume dieser Welt finden. Bei der ein oder anderen Familie dürfte sich das Geschenk „PlayStation 3“ nennen und gute Dienste als Multimedia-Monster leisten. Dass es auch Spiele für das Gerät gibt, sei nur nebenbei erwähnt. Neben Games in traditioneller Hülle mit allem Pipapo existieren auch interessante Titel, die nur online angeboten werden. Einer davon heißt GTI Club+, ist eine Umsetzung eines knapp 12 Jahre alten Arcade-Automaten und wird jene Fraktion zufrieden stellen, die Arcade-Racer alter Natur lieb hat.
Irgendwo am Mittelmeer ist das Szenario von GTI Club+ angesiedelt. Neben steilen Hängen, langen Geraden, Autobahn-Abschnitten, dem fast typischen Yacht-Hafen und dem Formel 1-Tunnel gibt es auch einiges an Verkehr, der sich euch in diesem malerischen Fantasie-Szenario in den Weg stellt. Primär ist es in diesem Konami-Titel euer Ziel, als Erstplatzierter von insgesamt acht Fahrern in heftigen Wettrennen die Ziellinie zu überqueren. Vom Start weg tickt dabei die Uhr gnadenlos herunter, weshalb ihr euch beeilen solltet, Checkpoints zu durchfahren, um euer Zeitpolster zu vergrößern. Je nachdem, an welcher Position ihr das Rennen beendet, erhaltet ihr einen Pokal – oder eben nicht.
Wie es mittlerweile üblich ist, erntet ihr Trophäen für eure sportlichen Erfolge. Löblich: Konami hat nicht nur die Platzierungen in den unterschiedlichen Solo-Rennen mit Trophäen bedacht, sondern einige sehr aufregende und teils bockschwere Challenges integriert. Kostprobe? Fahrt rückwärts ins Ziel; gewinnt ein Rennen, nachdem ihr alle sieben Gegner gerammt habt; beendet einen Lauf auf Platz 1, ohne Bremse oder Handbremse zu nutzen. Uff! Das kann Nerven kosten, erweitert das ansonsten simple Spielprinzip aber um einige nette Zutaten. Um möglichst erfolgreich zu sein, stehen euch fünf alte Schlitten aus Ende der 1980er zur Verfügung, darunter ein Mini Cooper oder der namensgebende VW Golf GTI (erstes Modell). Optisch sind die Schleudern nicht mit den ästhetischen Aspekten heutiger Motorschüsseln zu vergleichen, dafür sind sie top modelliert und irgendwie Kult. Nicht nur äußerlich, sondern auch vom Handling her unterscheiden sich die Boliden grundlegend. Während der Mini Cooper beispielsweise sehr direkt und nervös auf Bewegungsänderungen reagiert, ist der Golf etwas träger, dafür aber auch schneller. Und der Lancia Delta ist ein guter Allrounder. Allgemein könnte die Steuerung aber ruhig etwas weniger empfindlich sein, und das Gas als auch die Handbremse mit den Schultertasten zu betätigen, ist zu unglücklich. Die Dinger funktionieren nur bedingt und lieber wären digitale Abfragen über die Action-Buttons. Ein Schadensmodell gibt es nicht.
Neben den schick gestalteten Fahrzeugen überzeugt der Rest der Präsentation nur bedingt. Ja, es sieht schon besser aus als die letzte Generation an Konsolentiteln, beispielsweise PlayStation 2. Und ja, es gibt auch die Effekte, die man von der Next-Gen gewohnt ist. Dennoch ist alles irgendwie ziemlich steril und leblos. Das kann an den fehlenden Passanten liegen (es gibt lediglich Zuschauer) oder am sehr mageren Verkehr. Wahrscheinlicher hingegen ist die teils lieblose Programmierung der Umwelt. Langweilige Texturen, wie aus Holz geschnitzte Häuserfronten und total unlogisch aneinander gereihte Streckenelemente, wie man sie von „echten“ Rennstrecken her kennt, lassen an dem eigentlichen Leveldesign zweifeln.
Denn: Die komplette City wird nur benutzt, um drei (!) magere Strecken zu präsentieren, welche selbst jeder Anfänger nach knapp 30 Minuten siegreich beendet hat. Die oben erwähnten Challenges verlängern das ganze Spielerlebnis nochmals um einige Stunden, aber auf den Umfang eines Vollpreistitels kommt GTI Club+ keineswegs. Die recht offen gestaltete Spielwelt hätte toll sein können (ists auch in der Freien Fahrt), das Pistendesign wird über weite Strecken aufgehoben: Meist sind nur Start und Ziel fest begrenzt, den Rest muss man sich selbst durch die Gassen bahnen. Das nervt, wenn der Computer-Gegner durch irgendwelche verwinkelten Straßenzüge die Pole klaut und fröhlich hupend durchs Ziel fährt. Sowieso: Die Musikuntermalung und Soundkulisse hätte angenehmer ausfallen können und nicht ganz so verspielt, auch wenn der Tracks quietschbunt daher kommt.
Was die Stimmung hebt, sind Rennen im Mehrspielermodus via Internet. Sehr schnell und verzögerungsfrei werden Sessions zusammengestellt und gespielt, via Voice-Chat wird kommuniziert und in internationalen Listen der eigene Rang eingestuft. Neben dem obligatorischen Zielrennen gibt es auch andere spaßige Varianten, unter anderem ein Bomben-Turnier, bei dem man das Ding so schnell wie möglich loswerden muss. Wer sich vom Rest abheben möchte, kann mit allerlei Symbolen, Decals und Vinyls seinen Wagen individualisieren. Ein Leistungstuning existiert nicht.
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