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PC-Review: Grand Ages: Rome

07.03.2009 – Redakteur: Jan


Seite: 1 | Fazit

Das Aufbaustrategiespiel Imperium Romanum konnte im vergangenen Frühjahr ganz ordentliche Wertungen einheimsen und die Verkaufszahlen scheinen für Entwickler und Publisher auch okay gewesen zu sein, denn ein wenig beachtetes Addon und ein Jahr später steht bereits der Nachfolger in den Startlöchern. Der heißt eigenartigerweise allerdings nicht Imperium Romanum 2, sondern trägt den etwas sperrigen Titel Grand Ages Rome (GAR).

Kenn ich!

Grand Ages: RomeTrotz der Umbenennung bleibt GAR aber das, was ihr erwartet, nämlich eine Aufbausim im alten Rom. Als Leiter einer Provinz im römischen Reich ist es eure Aufgabe, die Siedlung zu errichten und zu leiten. Das klingt einfacher als es ist, denn wie in einem Anno haben auch die Einwohner in GAR bestimmte Wünsche. Könnt ihr diese nicht erfüllen, brechen Seuchen aus oder ein wilder Mob zerstört das Forum. Das Spiel folgt allerdings dem typischen Aufbaumuster. Ihr pflanzt also ein paar Wohnhäuser in die Landschaft, sorgt für fließend Wasser aus einem Brunnen, der von einem nahen Aquädukt gespeist wird, und legt Felder auf fruchtbarem Boden an, damit ihr Getreide anbauen oder Rinder halten könnt.

Zur Belustigung der Einwohner müssen Theater oder Gaststuben gebaut werden, auch Schulen sind nötig. Neben dieser Grundversorgung gibt es noch zahlreiche weitere Bereiche, so könnt ihr später Eisenerz abbauen und Waffen schmieden oder euch als Weinbauer versuchen. Je abwechslungsreicher ihr plant, desto mehr honorieren es euch die Einwohner. Das Wirtschaftssystem hinter Grand Ages Rome bleibt also schon in sich schlüssig, dennoch dürfte es auch für erfahrene Aufbauliebhaber ein wenig eigenartig sein. Denn errichtet ihr beispielsweise ein Holzfällerlager, sind die Hölzer sofort in eurem Lager. Anders als bei Anno müssen sie also nicht erst produziert und transportiert werden. Habt ihr den Holzvorrat verbaut, reicht es daher nicht zu warten, sondern ihr müsst ein weiteres Holzfällerlager errichten. Folge dieses Wirtschaftssystems ist, dass ihr auf die Platzierung vieler Gebäude keinerlei Wert legen müsst. Eine Eisenmine im Norden der Karte und eine Schmiede ganz im Süden, das ist Grand Ages Rome vollkommen egal. Und um das Wegenetz müsst ihr euch demnach nicht kümmern, was irgendwie schon schade ist.

Lahme Schlachten

Grand Ages: RomeWahllos könnt ihr eure Stadt aber auch nicht auf der grünen Wiese errichten. Gewisse Gebäude wie Theater oder Tempel haben schon einen Wirkungsradius. Außerdem benötigen Produktionsstätten stets mindestens ein Wohnhaus in der Nähe, um genug Arbeitskräfte zu besitzen. Um weiter entfernte Rohstoffquellen zu erschließen, müsst ihr also Außenposten platzieren. Nicht umhin kommt ihr mit dem Bau von Kasernen. Wie schon beim Vorgänger ist der Militärpart aber eher schwach geraten, auch wenn ihr die Soldatentruppen inzwischen immerhin direkt steuern dürft. Trotzdem sind die Kämpfe, in die ihr kaum eingreifen könnt, gegen Barbarentruppen langweilig und überflüssig.

Zum Glück lässt euch das Spiel bei der Missionswahl im Rahmen der non-linearen Kampagne relativ viel Freiraum. Euch stehen nämlich oft mehrere alternative Einsätze zur Wahl. Mal sind die Ziele eher kämpferischer Natur, andere Missionen fordern eher euer Aufbaugeschick oder Handelsvermögen. Die Herausforderungen sind durchaus abwechslungsreich, habt ihr den Vorgänger gespielt, erwarten euch aber nur wenig Überraschungen. Doch das gilt im Grunde für das gesamte Spiel. Neuerungen sind mit der Lupe zu suchen, vor allem technisch hat sich nichts getan. Dennoch ist die Optik durchaus hübsch, kann es aber weder mit einem Anno 1701 oder gar 1404 aufnehmen. Eher nervig sind die Wettereffekte. Dauernd regnet es und ein Gewitter wütet über eurer Siedlung, so dass die Sichtverhältnisse eher schlecht sind. Dazu gesellt sich eine nicht optimale Kamerakontrolle sowie das eher unsauber zu bedienende Ringbaumenü, welches ihr vielleicht schon aus Imperium Romanum kennt. Beim Komfort am dringlichsten wäre eine Zeitbeschleunigungsfunktion gewesen, damit ihr die immer gleiche Anfangsphase oder die vielen Leerläufe umgehen hättet können. Doch darauf haben die Entwickler leider verzichtet oder sie schlicht vergessen.

Rollenspiel im Aufbauspiel

Grand Ages: RomeEine gravierende Neuerung bietet GAR doch noch: einen Rollenspielpart. Ihr könnt nämlich eure eingangs im Rahmen der Kampagne gewählte Familie mit der Zeit in bestimmten Fähigkeiten verbessern. Durch das Absolvieren von Bonuszielen innerhalb der Einsätze sammelt ihr Erfahrungspunkte, die ihr in verschiedene Bereiche investieren dürft. Anschließend bessern sich beispielsweise eure Startvoraussetzungen oder ihr erhaltet Extrazahlungen aus Rom. Das ist durchaus motivierend umgesetzt, verwässert unseren eher langweiligen Eindruck von der Kampagne aber nur wenig. Einzelszenarien und ein Mehrspielermodus runden das Paket ab, am Umfang scheitert Grand Ages Rome auf jeden Fall nicht, vielmehr ist die Langzeitmotivation wegen Städtebau nach Schema F überschaubar.


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