07.04.2009 – Redakteur: Andy
Wisst ihr, was mir an der Videospielindustrie am meisten gefällt? Die Überraschungen, die niemand für möglich gehalten hätte. “Final Fantasy“ wird in Europa veröffentlicht? War vor 1997 ein utopischer Traum. Sonic und Mario rennen gegeneinander um die Wette? Ehemals völlig aus der Luft gegriffene Spinnereien. Ein echter Nachfolger zu “Great Giana Sisters“ taucht auf? Vorher hackt sich Nintendo beide Hände ab. Und nun ist genau dieser erschienen: Erst vor wenigen Monaten völlig überraschend angekündigt, werkelten Spellbound und Bitfield an einem Spiel, wofür alte C64-Besitzer ihre Mütter verkaufen würden.
“Giana Sisters DS“ benötigt nicht mehr als eine Alibi-Story: Giana bewundert spät in der Nacht ihre Diamanten-Schätze und schläft dabei ein. Plötzlich entfesseln sich irgendwelche Kräfte, die Diamanten fallen in ein schwarzes Loch und Giana springt hinterher. Das alles dient nur als grober Aufhänger für ein ganz harmloses Jump´n´Run, in dem ihr von Welt zu Welt hüpft und ganz viele Diamanten der Punktesammelei wegen einsackt. Das Konzept dahinter lehnt sich stark an das alte “Super Mario Bros.“ an, weshalb 1987 auch Nintendo mit einer Klage drohte und das Original “Great Giana Sisters“ vom Markt genommen wurde. Heute interessant dies niemanden mehr, denn in der Luft schwebende Plattformen und Gegner, die ihr per durch das Springen auf den Kopf K.O. schlagt, gibt es inzwischen wie Sand am Meer.
Ein paar der Plattformen sind durch gelbfarbige Blöcke ersetzt. Springt von unten dagegen und ihr erhaltet entweder einen Diamanten oder das „Punk-Upgrade“. Dieses müsst ihr noch einsammeln und schon färbt sich Gianas blonde Haarpracht dunkelrot. In dieser Form kann sie brüchige Steine zerstören, indem sie ebenfalls von unten dagegen hüpft. Weiterhin feuert sie per Tastendruck Energiebälle ab und sollte sie versehentlich gegen einen Gegner laufen, dann verwandelt sie sich wieder zurück anstatt das gleich ein ganzes Bildschirmleben futsch ist. Hört sich schwer nach einem Mix aus Pilz und Feuerblume an? Ist es im Endeffekt auch.
Alle anderen aus dem alten “Great Giana Sisters“ bekannten Extras fielen der Schere zum Opfer. Stattdessen entdeckt ihr in späteren Levels Kaugummi- und Sodamaschinen. In diesen erhaltet ihr jeweils das, was auch drauf steht: entweder einen Kaugummi oder eine Sodaflasche. Mit ersterem Objekt könnt ihr Giana in einer riesigen Blase durch die Luft schweben lassen. Um diese Blase nach oben zu bugsieren, drückt ihr entweder den A-Knopf oder pustet ins Mikrofon. Ich empfehle definitiv letztere Methode, allein weil sie absolut hervorragend funktioniert. Die Geschwindigkeit, wie schnell ihr nach oben steigt, lässt sich einwandfrei dosieren. Ich kann mich jedenfalls an kein DS-Spiel erinnern, wo die Sensibilität-Programmierung des Mikrofons noch besser als in “Giana Sisters DS“ ist.
Auch die Sodaflasche ist recht nützlich, allerdings kommt sie nicht so häufig zum Einsatz. Mit ihr verschießt ihr einen dicken Strahl Limonade, der zum einen Monster wegdrückt und zum anderen Steinblöcke zerstört. Das ist dann bei großen Hindernissen unvermeidlich, wenn ihr sie mangels Platz nicht von unten kaputt hopsen könnt. Das nächste Spielelement bezieht sich auf die Diamanten selbst: Die meisten sind blau und geben „nur“ Punkte sowie alle 100 Stück ein Extraleben. Interessanter sind die paar roten Edelsteine: Wenn ihr all jene innerhalb einer Welt findet, dann schaltet ihr einen Bonuslevel frei. Damit ihr euch nicht unnötig zu Tode sucht, verrät der untere Touchscreen, wie viele überhaupt existieren.
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