01.07.2009 – Redakteur: Hary
Da ist er also endlich! Nach knapp drei Jahren beschert uns Ubisoft denn heiß ersehnten Nachfolger der Anno-Serie und schickt uns nicht nur in das Jahr 1404 zurück, sondern gleich noch in die Wüste. Dort erwartet uns die alte und sagenhafte Kultur des Orients. Aber wem erzähle ich das, schließlich haben wir euch bereits in einem ausführlichen Preview nebst Video mit auf die Reise genommen und euch durch die Kampagne geführt. Dennoch blieben viele Fragen offen. Wie ist das nun mit der Registrierung? Gibt es vielleicht doch einen Multiplayermodus oder wenigstens die versprochenen Editoren? Wo sind eigentlich die gravierenden Unterschiede zum Vorgänger und kann das Spiel auch im Endlosmodus über längere Zeit fesseln?
Aufmerksame Spieler stolpern irgendwann über die Schattendarstellung, welche mit der Kamera mit wandert, statt sich nach dem Stand der Sonne zu richten. Ein sicherlich zu vernachlässigendes Detail, welches allerdings tatsächlich so gewollt ist. Ubisoft möchte nach eigener Aussage den Spieler auf der Sonnenseite halten. Leider hat man diesen Vorsatz zwischendurch wieder vergessen. Denn einige ärgerliche Rahmenbedingungen dürften manchem Spieler dann doch den Schatten in das Gesicht treiben. So verärgert bereits der Kopierschutz, welcher nicht nur die Übergabe der gängigen persönlichen Daten auf den Ubisoftserver erzwingt, sondern die Aktivierung des Spiels nur dreimal erlaubt. Danach muss die Anzahl der Aktivierungen entweder durch Tagès oder den Ubisoft-Support zurück gesetzt werden. Dafür ist die DVD nach der Installation zum Spielen nicht mehr erforderlich. Ebenso ärgerlich ist, dass man sowohl auf den Mulitplayermodus, wie auf die in Aussicht gestellten Editoren verzichten muss. Hier bleibt also nur die Hoffnung auf Patches oder Erweiterungen.
Doch von solchen Stolpersteinen lass ich mich natürlich nicht aufhalten. Schließlich wartet eine ganze Welt auf meine Besiedelung. Dabei bietet „Anno 1404“ jedem Spieler auf Wunsch sein ganz eigenes Spielerlebnis. Neueinsteiger werden behutsam in einer ca. 20 Spielstunden währenden Kampagne eingeführt und mit allen Spielelementen vertraut gemacht. Wer über die sehr klischeebehaftete Geschichte um einen kranken König, dem machthungrigen Kirchenoberhaupt und seinem Gehilfen sowie den weisen und gütigen Herrschern des Orients hinwegsehen kann, bekommt im Laufe der Spielzeit nicht nur ein Gefühl für die Spielmechanismen, sondern auch viel Abwechslung und wenig Leerlauf. Ärgerlich ist lediglich, dass die erschaffenen Siedlungen nicht in die nächste der insgesamt acht Missionen übernommen werden können. Stattdessen steht jeweils eine Mustersiedlung zur Verfügung, welche Einsteigern unnötige Frustmomente erspart, erfahrenen Spielern aber regelmäßig das Zepter aus der Hand nimmt. Hier wäre die optionale Übernahme der eigenen Siedlungen sicher der bessere Weg gewesen. Abseits der Kampagne warten weitere sechs Szenarios auf uns, wobei sowohl Kampagne wie auch die Szenarios mit jeweils drei Schwierigkeitsgraden eine grobe Anpassung an die eigenen Anforderungen erlauben. Wesentlich flexiblere Optionen bietet der Endlosmodus. Hier darf sich jeder Spieler in einem komfortablen Menü zusammenstellen, wie groß die Welt ist und wie kriegerisch das Umfeld agiert. Wer möchte, kann sogar eine ansonsten unbesiedelte Welt gestalten und in Ruhe und ohne Störungen seine Siedlungen aufbauen. Gerade für Anfänger ist diese Möglichkeit sicherlich eine dankbare Option.
In unserem exklusiven Video-Bericht vergleichen wir Anno 1404 mit seinem direkten Vorgänger Anno 1701. Was hat sich alles in der neuesten Episode verbessert? Und besitzt die 1701er-Ausgabe trotz des Alters noch spielerische Vorzüge? Findet es selbst heraus!
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