Moralisten sind Menschen, die sich dort kratzen, wo es andere juckt.

PC-Review: Batman: Arkham Asylum

22.09.2009 – Redakteur: Matthias / Andreas


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Superheldenspiele sind Mist. Kaum eines – egal ob Filmumsetzung oder Eigenentwicklung – kann spielerisch überzeugen. Die logische Schlussfolgerung ist, dass die lieblose PC-Portierung eines miesen Konsolenspiels ein Kandidat für den Flop des Jahres wäre. Das war ein ungeschriebenes Gesetz und bis jetzt „wagte“ sich auch niemand daran, etwas zu ändern, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Deshalb ist es umso überraschender, dass ein eher unbekanntes Studio wie Rocksteady mit „Batman:Arkham Asylum“ das bisher beste Action-Adventure des Jahres veröffentlicht.

Ein Clown in der Klapse

Batman: Arkham AsylumDie düstere Geschichte beginnt damit, dass Gothams Beschützer einmal mehr seinen fiesen Erzfeind, den Joker, gefangen nehmen konnte und sich die beiden gerade auf dem Weg nach Arkham Asylum befinden. Dabei handelt es sich um die örtliche Irrenanstalt, in der derzeit fast alle psychopatischen Hackfressen einsitzen, mit denen es Batman jemals zu tun hatte. Und als ob der Laden allein dadurch nicht schon fast aus allen Nähten platzen würde, musste die Anstalt vorübergehend auch noch ein paar normale Strafgefangene aufnehmen, die nach einem Feuer in der Vollzugsanstalt Blackgate kurzfristig ausgelagert werden mussten. Dies sind es sich vor allem Mitglieder von Jokers ehemaliger Gang, was natürlich kein Zufall ist, denn schon kurz nach seiner Ankunft in der Klapse überwältigt Joker seine Wärter und übernimmt mit Hilfe seiner Mannen schnell die Kontrolle über den gesamten Komplex. Fledermaus-Mann heftet sich natürlich sofort an seine Fersen und einmal mehr liegt es an ihm, die Gewalt einzudämmen, die freigelassenen Irren wieder einzusperren und nebenher auch noch herauszufinden, ob der böse Clown einfach durchgeknallt und auf Chaos aus ist oder ob sich hinter seinem irren Geplapper ein noch viel größerer Plan verbirgt.
Dies klingt nach einer Menge Action, was auch stimmt, allerdings nicht ausschließlich. Batman: Arkham Asylum ist kein schlichtes Beat `em Up, bei dem man sich von einem Abschnitt durch den nächsten prügelt, sondern ein abwechslungsreiches Abenteuer mit zahlreichen Schleichpassagen, wo oftmals spielerisches Geschick und richtiges Timing gefordert werden.

Ein dunkler Schatten

Batman: Arkham AsylumDenn viele von Jokers Gefährten sind mit Schießprügeln bewaffnet und haben keine Skrupel, bei jeder noch so kleinen Bewegung auf jeden Schatten zu schießen bzw. sofort die eine oder andere Geisel zu töten. Allerdings haben sie nicht mit Batmans leisen Sohlen und seinen Gadgets gerechnet. Lautlos wie eine Katze schleicht, klettert, springt, hangelt oder gleitet er durch Räume und nutzt dabei sein Bat-Seil, um auf höhere Ebenen zu gelangen. Von dort aus kann er in aller Ruhe die Wachen unter ihm beobachten, um sich im richtigen Moment mit ausgebreitetem Cape auf sein ahnungsloses Opfer fallen zu lassen. Werden die anderen Bösewichte darauf aufmerksam, heißt es, sich schnell wieder zu verdünnisieren, um anschließend den nächsten Gangster ins Visier zu nehmen.

Äußerst praktisch erweist sich der „Detektiv-Modus“, bei dem sich Wärmekameras in den Sehschlitzen von Batsys Maske aktivieren. Dadurch wird er auf wichtige Gegenstände in der Umgebung aufmerksam und kann außerdem die Bewegungen seiner Feinde durch Wände hindurch verfolgen. Da dies allein aber für seine heikle Mission nicht ausreicht, besorgt sich Batman im Laufe der Zeit noch weiteres Spielzeug: So etwa ein explosives Gel, womit er dünne Wände in die Luft sprengen kann, um neue Passagen zu öffnen und/oder auf der anderen Seite befindliche Feinde auszuschalten. Als sehr nützlich erweisen sich der Enterhaken, mit dem er Gegenstände und Gegner zu sich heranziehen kann, und ein kleines elektronisches Gerät, das lästige Energiebarrieren ausschaltet.


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