30.10.2009 – Redakteur: Hary
Kinder, waren das Zeiten damals! Alles war so einfach und berechenbar. Wer unbedingt originale Bundesligalizenzen und Glitzergrafik wollte, bolzte mit EA´s „Fifa“ über den Platz. Die echten und selbsternannten Simulationsfetischisten hingegen setzten lieber auf filigra-ne Spielzüge und realistisches Ballverhalten mit „Pro Evolution Soccer“. Nun hat sich das Blatt gewendet und Konamis Entwickler kommen beim Versuch, wieder an die Spitze auf-zuschließen, ganz schön ins Schwitzen. Ausgerechnet die Fans sollen es dieses Jahr mit ihren Verbesserungsvorschlägen richten und die Serie an die Tabellenspitze zurück brin-gen. Ob das gelingt?
„Was ist denn mit meinen Jungs los? Die laufen ja alle langsamer als im letzten Jahr? Und überhaupt wollen die Spielzüge auch nicht mehr so richtig gelingen!“ Irgendwie ist es jedes Jahr das gleiche Szenario. Konami schraubt so lange am Gameplay herum, bis auch der ausgebuffteste Profi sein PES nicht mehr wieder erkennt. Und doch dauert es keinen Abend, bis sich das altvertraute Spielgefühl wieder einstellt. Dieses Jahr hat es das Spieltempo erwischt. Nachdem die letzte Version einen unangenehmen Arcade-Charakter versprühte, besinnt man sich wieder auf seine alten Stärken und drosselte deutlich spür-bar das Tempo. Das kommt dem realistischen Spielablauf zugute, denn jetzt können Spielzüge wieder besser von hinten aufgebaut werden. Aber auch die Steuerung irritiert im ersten Moment. Denn auch hier hat Konami auf die Rufe der Fans gehört und die eh schon ausgezeichnete Bedienung durch eine 360 Grad-Kontrolle ersetzt. Das hat zwar nicht so dominante Auswirkungen wie das zu befürchten war, macht sich dann aber doch deutlich beim Dribbeln und Weitschuss bemerkbar. Was hingegen deutlich auffällt, das ist die Überarbeitung der Tricks. Denn die gehen jetzt wesentlich leichter von der Hand und erlauben ohne ewiges Training raffinierte Finten wie das plötzliche Zurückziehen des Balls oder Haken vor dem Strafraum.
Die Welt des Fußballs glaubhaft zu präsentieren, ist ohne ausreichend Lizenzen im Ge-päck mehr als schwierig. Wer will schon mit einem Ballik über den Platz sprinten, wenn ein „echter“ Ballack das auch kann? Und so kämpft Konami auch dieses Jahr einen fast aus-sichtslosen Kampf gegen den übermächtigen Konkurrenten aus dem Hause EA. Doch zumindest einen kleinen Teilerfolg können die Japaner für sich verbuchen. Denn immerhin hat PES jetzt neben Ländermannschaften wie England, Frankreich und Spanien sogar die original Deutsche Nationalmannschaft im Angebot und kann sich dazu auf Klub-Ebene die fast komplette UEFA Champions League und UEFA Europa League ins Programm schrei-ben. Aber eben nur fast, denn ausgerechnet die deutschen Clubs wie Werder Bremen blieben dabei außen vor. Ein ärgerlicher Missstand! Wen das nicht kümmert, der darf dafür aber getrost auf die wichtigsten spanischen, italienischen, französischen und holländi-schen Originalteams zurück greifen. Die treten dann in Freundschaftsspielen an und mes-sen sich in verschiedenen Liga- und Pokalwettbewerben. Allen voran sei hier die tolle Meister-Liga erwähnt, wo ihr euren Lieblingsverein leitet, Spieler kauft und nach vielver-sprechenden Nachwuchstalenten sucht. Eben fast wie bei einem richtigen Fußballmana-ger.
Allein die Handhabung wurde zugunsten der Konsolen eingängiger gemacht. Beispiels-weise geben wir mittels einfachen Schiebereglern unsere Taktik vor und bestimmen so, ob unsere Abwehr mauert oder ein Feuerwerk der Entlastungsangriffe startet.
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