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Xbox 360-Review: Tekken 6

04.11.2009 – Redakteur: Andy / Sven


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Problemfamilie

Tekken 6Ta-da, ta-da, der Mishima-Clan ist wieder da! Jin Kazama ist nun oberster Chef der Mishima Zaibatsu und scheint dem Größenwahn verfallen. Er erklärt allen wichtigen Nationen den Krieg und stürzt die Welt in absolutes Chaos. Nur die G-Corporation hat die Macht, dem Treiben ein Ende zu bereiten. Pikanterweise steht diese unter den Fittichen von Kazuya Mishima, Jins Vater, der eigentlich nur seinen Filius tot sehen möchte. Helfen soll ihm Lars Alexandersson, ein junger, intelligenter und ungewöhnlich starker Mann, der sich aufgrund seines Einsatzes schnell einen hohen Rang in der G-Corporation erarbeitet. Was nur Lars weiß: Er selbst ist ein Sohn von Heihachi Mishima und somit Kazuyas Halbbruder beziehungsweise Jins Onkel.

„Häääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääh?????“

Ohne meine Kindheit, in der ich „Dallas“, „Denver-Clan“ & Co. rege verschlungen habe, würde auch ich kaum mehr durchblicken. “Tekken 6“ steht seinen Vorgängern in Sachen Soap-Faktor in nichts nach. Es ist jedenfalls unglaublich, welch überzogen dramatische Familiengeschichten für eine „einfache“ Prügelspielserie herhalten müssen. Wir reden hier schließlich von Vater-Sohn-Verhältnissen, bei denen der eine den anderen mal so nebenbei in einen Vulkan geschmissen hat...

Kampagne aus der Spielspaß-Hölle

Tekken 6Die Handlung von “Tekken“ wurde früher vorrangig in Form von kleinen Vor- und Abspannen erzählt. Dabei drehte es sich beileibe nicht nur um die Familie Mishima: Jeder Charakter, den ihr im Story/Arcade-Modus spielen konntet, hatte seine eigene Geschichte. Namco-Bandai hat dieses Erzählkonzept für “Tekken 6“ völlig verworfen - zumindest auf den ersten Blick. Denn wenn ihr euch hier durch einen der Singleplayer-Offline-Modi prügelt, dann seht ihr am Ende nur die schnöden Credits der Programmierer. Das Drama steckt diesmal in einer Kampagne, die nichts anderes als eine aufgeplusterte Version der ehemals als Bonus-Spiele getarnten Brawler-Konzepte darstellt. Die Handlung wird aus der Sicht von Lars erzählt, der in allen mit Sprachausgabe versehenen Zwischensequenzen die Hauptrolle übernimmt. Theoretisch könnt ihr aber mit einem beliebigen Charakter „spielen“, sofern ihr diesen frei geschaltet habt (dazu später mehr).

Die Qualität der Kampagnen-Geschichte ist eine mittelschwere Katastrophe. Der große Charme der alten “Tekken“-Storyschnippsel war diese unnachahmliche Mischung aus überzogener Dramatik und Komik. Der Tonfall der “Tekken 6“-Kampagne ist jedoch durch die Bank weg anstrengend auf seriös getrimmt, ohne auch den kleinsten Funken Ironie zu zeigen. Sprich: Namco-Bandai meint das völlig ernst, was sie hier erzählen. Der Blödsinn beginnt bereits im Intro, in dem Lars bei einem Einsatz sein Gedächtnis verliert, und endet erst mit dem Finale inklusive einer absolut dämlichen Auflösung darüber, warum Jin mal so nebenbei mit der ganzen Welt im Krieg liegt. Auch die Rolle von Lars´ Begleitung, dem Robotermädchen Alisa, rast unaufhaltsam auf einen Klischeeberg zu, der kaum zu ertragen ist. Nebenbei: Obwohl ihr die meiste Zeit über mit ihr unterwegs seid, dürft ihr in der Kampagne nicht gemeinsam mit Freund oder Freundin antreten. Später soll es noch einen Patch geben, der diese Coop-Option zumindest Online anbieten soll.

Null-Bock Design und Grafik

Tekken 6Spielerisch ist der Kram ebenfalls weit davon entfernt, eine würdige Bereicherung der Serie zu sein. Im Prinzip kloppt ihr euch durch Horden voller 08/15-Gegner und müsst fast immer am Ende eines Abschnittes einen Tekken-Recken bezwingen. Dabei steht euch ein kastriertes Kampfsystem zur Verfügung, welches bei weitem nicht die Raffinesse der eigentlichen „Mann gegen Mann“-Matches besitzt. Ihr könnt immerhin ein paar Kisten zerdeppern und hoffen, dass ihr darin eine fesche Waffe wie einen Schlagstock oder eine MG findet. Eier, Küken oder Hühner wiederum regenerieren eure Lebensenergie. Viel mehr Abwechslung gibt es nicht, dafür ist die Spielbalance der Horror. Die meiste Zeit über ist die Klopperei viel zu anspruchslos, um nicht zu sagen langweilig. Ganz selten beißt ihr euch an einem etwas schwereren Endboss die Zähne aus, was letztlich nur frustriert. Denn in der Regel dürft ihr den gesamten Abschnitt von vorne beginnen, wenn ihr verliert. Ein ganz bestimmtes Gefecht gegen Ende des Spieles ist Frust pur. Ohne groß zu spoilern sei verraten, dass es der erste Kampf ist, den ihr alleine ohne Alisa bestreitet. Wutanfälle dieser Art passieren mir im Schnitt nur einmal pro Jahr.


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Tekken 6 DemoNews.de 79 100

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