16.11.2009 – Redakteur: Matthias
Freut Euch, Xbox 360-Spieler! Bioware ist wieder da! Allerdings dieses Mal nicht mehr zeitlich exklusiv, wie es zuletzt bei Jade Empire (Xbox) und Mass Effect noch der Fall war, denn das Fantasy-Abenteuer Dragon Age: Origins erscheint bereits vom Start weg auch für PC und PS3. Nun wäre dies ja an sich kein Problem, schließlich gönnt man ja auch den Sony-Jüngern und Computer-Freaks ein gutes Spiel. Allerdings ist natürlich zu befürchten, dass sich die Macher mit der neuen Multiplattform-Strategie nicht mehr so sehr auf die Stärken der Microsoft-Konsole konzentrieren und sie möglicherweise sogar nur eine billige Konvertierung der PC-Version abgeliefert haben. Anderseits: Wir reden hier von Bioware! Und wenn die was anpacken, dann hat das immer Hand und Fuß. Oder?
Egal für welche Version man sich auch entscheidet, die Storyline ist auf jedem System natürlich die gleiche. Sie erfüllt einmal mehr die standardmäßigen Fantasy-Klischees eines unbedarften Helden, der durch das Schicksal dazu gezwungen wird, sich einer nahezu unbesiegbaren, bösen Macht entgegenzustellen. Genauer gesagt geht es um die verheerende Dunkle Brut, die alle paar Jahrhunderte aus der Unterwelt ausbricht und durch die Fantasy-Welt Ferelden eine blutige Schneise von Tod, Zerstörung und Chaos zieht. In der Vergangenheit gelang es den vereinten Armeen der Menschen, Elfen und Zwerge immer wieder, den Sieg zu erringen, doch dies nur dank des Ordens der Grauen Wächter, dessen einzige Aufgabe genau darin besteht, den drachenähnlichen Erzdämon und seine fiesen Bande niederzuknüppeln. Endgültig ausgeschaltet wurde die Dunkle Brut dabei allerdings nie, und wie es scheint, ist es jetzt wieder soweit, dass sie sich erneut zu einer sogenannten „Verderbnis“ erhebt.
Wir dürfen in dieses Geschehen mit unserem via Editor zusammengebastelten Helden auf höchst unterschiedliche Weise einsteigen, denn abhängig davon, welches Geschlecht, welche der drei oben benannten Rassen und welche Klasse (Kämpfer, Zauberer, Schurke) Ihr zu Beginn von Dragon Age: Origins wählt, bekommt Ihr eine andere von insgesamt sechs Herkunftsgeschichten erzählt. So müsst Ihr Euch zu Beginn beispielsweise als junger menschlicher Adliger mit dem Verrat eines Verbündeten und dem Tod der eigenen Eltern auseinandersetzen oder Euch als Elfenmädchen ausgerechnet an Eurem Hochzeitstag mit lüsternen menschlichen Rüpeln herumplagen, die Euch auf ihr Schloss entführen. All diese Geschichten haben eines gemeinsam: Es kommt darin jedes Mal der Graue Wächter Duncan vor, der Euch am Ende rekrutiert, damit Ihr mit ihm zur großen Schlacht nach Ostagar zieht, wo Ihr Eure Aufnahmeprüfung für Duncans Orden ablegen sollt.
Bis zu diesem Punkt hat Euch das Spiel in die Steuerung eingewiesen, die an frühere Bioware-Abenteuer erinnert und sich wohltuend von den zuletzt stark in Mode gekommenen Action-RPGs à la Oblivion, Risen oder Fallout 3 unterscheidet. Ihr metzelt Euch in Dragon Age: Origins nämlich nicht mit einem Solo-Helden in Hack&Slay-Manier durch die Gegnerreihen, sondern Ihr befehligt einen Trupp von bis zu vier wackeren Recken. Zwar ist es grundsätzlich möglich, alle vier Charaktere auf einmal zu markieren und sie gemeinsam in eine Richtung zu steuern, im Normalfall schlüpft man aber in die Rüstung eines einzigen Helden und überlässt der K.I. die Kontrolle über das restliche Trio. Damit Eure Kampfgefährten aber nicht wie ein wildgewordener Hühnerhaufen über die Schlachtfelder wetzen, bietet der Titel ein sehr einfaches, aber trotzdem höchst effizientes Taktik-Menü, in dem Ihr deren Verhalten bestimmt. Ist die Magierin nur für effektive Angriffszauber gut oder soll sie auch ein Auge auf die Gesundheit Eurer Ritter werfen? Setze ich den Schurken nur im Fernkampf mit Pfeil und Bogen ein oder soll er sich auch mit gezücktem Schwert ins Getümmel werfen? Und wie soll sich der Ritter verhalten, wenn er von mehreren Gegnern bedrängt wird und fast seine gesamte Gesundheit aufgebraucht ist? All dies und noch viel mehr lässt sich in dem Menu einstellen.
Auch den von Euch gewählten Charakter kontrolliert Ihr in Auseinandersetzungen nicht in vollem Maße. Ihr dürft Euch zwar frei in einem Areal bewegen, Gegenstände einsammeln und den nächsten Kontrahenten anvisieren, doch im Kampf selbst bestimmt man nur die Angriffsvariante bzw. die nächste Aktion und kann dann nur hoffen, dass die Pfeile bzw. Schwerthiebe treffen oder der gerade ausgewählte „Präzise Schlag“ oder „Schnelle Schuss“ auch voll reinhaut.
Du bist nicht angemeldet.
Spielt ihr Browser-Games?