Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht.

NintendoDS-Review: SpongeBob: Eiskalt Entwischt

01.12.2009 – Redakteur: Sven


Seite: 1 | Fazit

Seit unzähligen Jahren spiele ich quasi jedes Spongebob-Abenteuer, leider waren die meisten Titel mit dem Kult-Schwamm eher schlecht als unterhaltsam. Ausnahme ist und bleibt das mittlerweile über fünf Jahre alte Spongebob: Schlacht um Bikini Bottom, ebenfalls akzeptabel ist Spongebob: Der Film. Die restlichen Fortsetzungen und Ableger waren im Grunde nur Mumpitz und lieblose Verwertungen der Nickelodeon-Marke. Doch was ist das? Das neue „Spongebob: Eiskalt Entwischt“ musste ich wirklich nicht in der gelben Tonne entsorgen. Gibt es doch noch Hoffnung auf eine schöne, schwammige Zukunft?

Blöde Story

SpongeBob: Eiskalt EntwischtInhaltlich basiert Spongebob´s: Eiskalt entwischt auf einer TV-Episode, die Kinofilm-Länge besitzt, im Original „SpongeBob´s Truth or Square“ heißt und das 10-jährige Jubiläum der Trickfilme darstellt: Die „Krosse Krabbe“ feiert den elfundsiebzigsten Geburtstag, was natürlich entsprechend zelebriert werden muss. Aus welchen Gründen auch immer gibt Mr. Krabs, Besitzer des Lokals, das geheime Rezept für Krabbenburger an SpongeBob zur Aufbewahrung weiter. Und der vergisst prompt, wohin er es gelegt hat. Gemeinsam mit seinen Freunden begibt ihr euch auf die Reise durch sein eigenes Gedächtnis, um sich an seine schönsten Glücksmomente zu erinnern. So glaubt er, die Formel wieder zu finden. Ja, die Story ist ehrlich gesagt bescheuert und spricht mich nicht wirklich an, obwohl ich die Serie recht gerne schaue. Bei der NDS-Umsetzung wurde leider auf die deutsche Sprachausgabe verzichtet. Aber nicht so tragisch, denn THQ hielt es überhaupt nicht nötig, die beliebten Charaktere zu vertonen. Immerhin gibt es gute deutsche Untertitel, das reicht ja zum Folgen der dämlichen Geschichte.

Im Kern: Spielspaß!

SpongeBob: Eiskalt EntwischtBetrachte ich die Geschichte als Mittel zum Zweck, dem Spieler überhaupt irgendwas zu vermitteln bzw. ihn dank eines hellroten Fadens durch die drei Kapitel zu führen, ist die Handlung akzeptabel. Meine Großzügigkeit hat aber einen Grund: Das eigentliche Spiel ist überraschenderweise wirklich unterhaltsam - auch auf dem NDS. Statt in einer großen 3D-Welt herum zu laufen, müsst ihr auf den zwei Displays wie in einem klassischen 2D-Jump&Run von links nach rechts wandern. Dabei könnt ihr euch innerhalb der Abschnitte noch nach vorne oder hinten bewegen, fast wie in einem klassischen Arcade-Titel wie „Final Fights“. Und auch bei „Eiskalt Entwischt“ kommt Action nicht zu kurz, denn ihr haut gegnerischen Robotern eins auf die Birne, nutzt eine Schwungattacke oder schleudert Geschosse gen Fend. Gelegentlich sollt ihr ins Mikrofon pusten, um Vulkan-Wolken verschwinden zu lassen. Gut finde ich, dass ihr nicht dazu gezwungen werdet, die Angriffe mit dem Touchscreen auszuführen. Das ist zwar möglich, aber im Eifer des Gefechts kaum sinnvoll möglich. Daher die Empfehlung: Benutzt die normalen Buttons des NDS.
Insgesamt ist das Gebotene also ganz lustig, zwischen den Levels könnt ihr sogar in der Ananas, also in dem Wohnhaus von SpongeBob, neue Minispiele käuflich erwerben. Übrigens: Patrick und Co. tauchen gelegentlich auf, leider in spielerischer Form nur beim Verwenden von Super-Moves. Schade.

Soweit, so gut. Leider ist der Spielverlauf nach einigen Abschnitten doch recht eintönig, obwohl sich freilich die Schauplätze ändern. Hier hätten die Entwickler ruhig etwas mehr Einfallsreichtum beweisen können. Weiterhin stellt mich die technische Seite nicht vollständig zufrieden. Im Großen und Ganzen sieht das Plattform-Abenteuer ordentlich aus, aber viele Gebiete sind recht spärlich texturiert, einiges wirkt recht pixelig und gelegentlich ist die Steuerung ungenau - vor allem bei den Kämpfen oder dem Springen über Abgründe. Mit etwas Geschick und Toleranz kommt man zwar mit den Schwächen klar, aber sie hätten nicht sein müssen. Immerhin besitzt „SpongeBob: Eiskalt entwischt“ einen Mehrspieler-Modus für zwei Teilnehmer. Doof, dass ihr aber zwei Spielmodule benötigt, um euch mit den kleinen Minispielen, die ihr auch alleine überstehen könnt, zu bestreiten. Ein richtiger Mehrwert ist der Teil des Spiels aber nicht.


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