Alle Chirurgen sind Aufschneider

Playstation 3-Review: Lego Rock Band

08.12.2009 – Redakteur: Daniel


Seite: 1 | Fazit

Uff... Musikspiel 2009, die x-te. Nach „Guitar Hero 5“, „Band Hero“, „The Beatles: Rock Band“ und „DJ Hero“ haben wir es hier mit der zigsten Ausschlachtung eines bekannten Genres zu tun. Bunte Noten fallen von oben nach unten und wollen im rechten Moment getroffen werden. So weit, so gut. Je mehr Noten, desto mehr Punkte, die in einer Reihe gespielt Multiplikatoren bringen. Das alles verknüpft mit einer belanglosen Story, einem Musikshop und den Bauklötzen aus Dänemark ergibt dann „überraschenderweise“ Lego Rock Band.

Tüdelü

Lego Rock BandSo... Eigentlich wäre hier alles gesagt, oder? Nein? Muss hier noch mehr gefüllt werden? Mmmh, na gut. Ihr spielt mit Lego-Figuren statt mit Pseudo-Stars oder Realo-Abbildern. Und ihr habt eine Geschichte, in der eine von euch geschaffene Kombo auf den Fußspuren von Queen wandeln möchte und sich mit allem Eifer auf die Bühnen dieser Welt rockt. Also absolviert ihr Auftritte, kauft Bühnenequipment sowie Tourbusse und schaltet nach und nach Lieder frei. Das alles wird in ansprechender Grafik präsentiert, die allerdings etwas eckig daher kommt... *hüstl hüstl* logo, wenn man mit Klotzmännchen spielt. Ernsthaft: Abseits der Griffbretter kriegt ihr nicht viel mit – egal ob jetzt irgendwelche Lego-Figürchen abfeiern oder ein Haus eingerissen wird. So bleiben die Anzeigen stets im Vordergrund und präsentieren sich reichlich übersichtlich. Das Menü ist komfortabel. Aber: die Übersetzung, trotz des wenigen Textes, ist katastrophal. Seid ihr ein „Kontrolle Freak“ [sic!]? Oder wollt ihr die „Trete Trommel Pedale“ automatisieren lassen? Ja? Nein? Ihr habt keinen Plan? Ihr könnt drüber lachen? Das alles bleibt euch überlassen, spricht aber für schusslige Übersetzung und Unprofessionalität.

Yippie yeah, Krawall und Remmi-Demmi!

Lego Rock BandDa Musikspiele immer Mehrspieler-Granaten sind, stellt sich hier auch die Frage nach der Party-Tauglichkeit. Kurz gesagt: Gegenüber Guitar Hero 5 zieht es den Kürzeren, denn dort konnte man sämtliche Tracks sofort anspielen, bei Lego Rock Band hingegen muss man sich erst mühsam alles freispielen. Das wäre weiter nicht schlimm, wäre die Tracklist mit mehr Highlights gespickt. Stattdessen begegnen euch allenthalben Lückenfüller und Titel, die hierzulande kaum bekannt sind. Dabei sind „Song 2“ von Blur, „Summer Of 69“ (Bryan Adams) und Queen mit „We Will Rock You“ noch die besten Lieder, die massenkompatibel sind.

Der Rest der Tracks kann getrost unter den Teppich gekehrt werden. Zwei Features, die noch nett sind, sind der vereinfachte Rockereditor und Bühneneditor, mit denen ihr vom Scheitel bis zur Sohle, von der Bühnenkante bis zur Marshall-Wand alles individualisieren dürft. Auch prima: Per an den Internet gekoppelten Musicstore kann man sich für 1,49 €/Song neue Lieder downloaden, wobei die bereits herunter geladenen Stücke der „großen“ Rock Band-Games mit Lego Rock Band kompatibel sind. Nur doof, dass man als User des „Rock Band Unplugged“-Spiels der PSP seine Songs nicht verknüpfen kann – trotz PSN-Store. Gezockt werden kann das Game mit Plastikgitarre, Mikrofon oder Drumkit – wobei es egal ist, ob ihr diese von Guitar Hero oder Rock Band habt.


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