30.01.2010 – Redakteur: Sven
Die Geschichte Großbritanniens ist geprägt von Mythen und durchaus spannenden Geschichten. Sicher ist nicht ganz so viel dran an der Legende von König Artus, den Rittern der Tafelrunde und dem magischen Schwert, das nur Artus aus einem Stein ziehen konnte. Ob Märchen oder Wahrheit - zumindest mich konnten ein paar Filme rund um den König Britanniens, Zauberer und Sagengestalten begeistern. Ich gestehe: Ich fand sogar den Fernsehfilm „Merlin“ nicht schlecht, sonst aber wurden die fantastischen Abenteuer der Edelmänner nur selten aufregend in Hollywood inszeniert. „Excalibur“ sollte hier natürlich Erwähnung finden, über den Film „King Arthur“ legen wir besser den Mantel des Schweigens. Dabei besitzt das Thema unglaublich viel Potential, das immerhin die Entwickler von Neocore gut ausnutzen.
Nüchtern betrachtet hat Neocore keine großen Experimente gewagt, schließlich ist der „Vorgänger“ von „King Arthur“ recht ähnlich gestrickt. Doch gegenüber „Crusaders: Thy Kingdom Come“ widmet sich die in mehrere Kapitel unterteilte Kampagne einzig und allein König Arthur, der mit seinem außergewöhnlichen Schwert Excalibur und natürlich ritterlicher Unterstützung das große Ziel verspürt, das zersplitterte Britannien zu vereinen und Wohlstand ins Land zu bringen. Ja, eine ähnliche Aufgabe durfte ich schon vor Jahrzehnten bei meinem geliebten „Defender of the Crown“ erfüllen, allerdings war der Cinemareware-Klassiker von 1987 einige Jahrhunderte später angesiedelt. Schade ist nur, dass euch die holprig inszenierte Story sehr den Einstieg in das ansonsten äußerst fantasievolle Szenario sehr erschwert. Wissen müsst ihr glücklicherweise nur, dass ihr rundenbasiert versuchen sollt, auf einer Kampagnekarte das gesamte Reich zu erobern. Das ist natürlich nicht leicht, schließlich werden sämtliche Gebiete von anderen Königen regiert, die Ortschaften, Lager oder gar magische Plätze besetzen. Ein Spieljahr ist in die vier Jahreszeiten aufgeteilt, einzig im Winter könnt ihr mit eurer hoffentlich wachsenden Armee nicht Richtung Feind ziehen, da sie sich in eisiger Kälte lieber ausruhen möchten. Folglich finden Schlachten im Grunde nie in schneebedeckten Szenarien statt, eine simple Lösung, den Designern ein wenig Mehrarbeit zu ersparen.
Jede Jahreszeit hat bestimmte Ereignisse zur Folge, beispielsweise erhaltet ihr im Frühling meist die Aufträge, die ihr im Sommer und Herbst erfüllt werden können. Im Winter werden die Steuereinnahmen aus euren Provinzen verfügbar, mit denen ihr eure Armee aufrüsten oder euer Volk ernähren könnt. Diese Steuern setzen sich aus Gold und Nahrung zusammen, beide Ressourcen nehmen beim Zufriedenstellen des Mobs und dem Ausbau eurer Streitkraft elementare Rollen ein. Unter anderem kann man mit ihnen auch Handel mit anderen Gebieten betreiben. Zusätzlich staubt ihr Mammon und Lebensmittel durch das Erfüllen von Quests ab. Ja, richtig gelesen! Nicht ohne Grund nennt sich das Spiel „King Arthur - The Role-Playing Wargame“. Denn ein paar Rollenspiel-Elemente haben den Weg in das Abenteuer gefunden. Leider sind die Aufgaben im Grunde nur textbasiert, d.h. ihr müsst richtige Entscheidungen treffen, zum Beispiel wenn ihr einen Druiden sucht oder mit den Ältesten eines Dorfes sprecht. Leider macht das Herumklicken innerhalb dieser Geschichten nicht sonderlich viel Spaß, etwas mehr Interaktion hätte nicht geschadet.
Gut gefällt mir, dass ihr im Laufe der Story gravierende Entscheidungen treffen könnt. Wollt ihr einen konkurrierenden König bekämpfen oder ihm behilflich sein? Abhängig von eurer Wahl schließt er sich euch mit seinen Einheiten an oder ihr erhaltet finanzielle Belohnungen und verändert euren Ruf im Land - vom christlichen Wohltäter zum keltischen Tyrannen. Die gesamte Kampagne fühlt sich dadurch viel dynamischer und ein wenig aufregender an. Zusätzlich wird der Wiederspielwert erhöht, da ihr später auch andere Wege einschlagen könnt und somit andere Missionen bereitgestellt werden.
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