17.02.2010 – Redakteur: Andreas
Aus. Vorbei. „Bioshock 2“ ist nur ein weiterer Shooter mit RPG-Elementen, böse ausgedrückt: Nur ein Mission-Pack mit Story und Multiplayer. Da frage ich mich, was vier (!) Entwicklungsstudios in den letzten zwei Jahren so getrieben haben, denn ein solch ideenloses Sequel ist mir bis auf „F.E.A.R. 2“ noch nicht begegnet. Der Story ist vorhersehbar, hat mit Oberzicke Sophia Lamb ein riesiges Logik-Loch (Wo war die im ersten Teil?) und das brutale Bohrer-Gemetzel am Ende ist arg simpel gestrickt. Die neuen Waffen und Plasmide sind nur auf dem Papier effektiv, denn im Endeffekt reicht die Formel „Winter Blast“ plus Waffe plus Munition. Das ADAM-Sammeln mit eurer Little Sister ist nur am Anfang spaßig und wird schon bald zur nervigen Fleißaufgabe.
Multiplayer? Geschenkt. Der ist solide, aber es ist fraglich, ob sich ein „solide“ gegen „CoD“ oder „Team Fortress“ behaupten kann. Vor allem rechtfertigt der MP keinen Vollpreistitel. Aber bleiben wir objektiv, denn es ist ja trotz der ganzen Kritik ein „sehr gut“ geworden. Das ungewöhnliche Szenario, die schrägen Bewohner Raptures und die gelungen RPG-Elemente können Bioshock-Neulinge begeistern. Auch gut: Man muss die Vorgeschichte nicht unbedingt kennen, um alles zu verstehen. Allerdings wird durch eine Tonbandaufnahme der Plot-Twist des Vorgängers verraten. So ist „Bioshock 2“ nur ein sehr guter Shooter, dem aber fast alles fehlt, was den ersten Teil auszeichnete: Originalität, Spannung und Tiefe.
Der zweite Ausflug nach Rapture hat mich – gemessen am Erstling - enttäuscht. Zu uninspiriert wirkte das Design, die Inszenierung zu sehr an den Mustern des Vorgängers orientiert. Und technisch blieb abgesehen von Detailveränderungen alles beim Alten. Auch wenn man im Vorfeld davon ausgehen konnte, dass der Nachfolger zu einem der besten Spiele der letzten Jahre wohl kaum etwas wirklich Neues, Innovatives bieten – geschweige denn toppen – würde können: Die ersten Schritte waren mehr als ernüchternd. Ich quälte mich durch die ersten Stunden und verlor mehr und mehr die Lust, ein „Bioshock 08/15 Reloaded“ zu spielen – bis der Titel in der Mitte mächtig aufs Gas drückte, ein Highlight nach dem anderen setzte und mich mit dem gelungenen Ende mehr als versöhnlich stimmte. „Bioshock 2“ ist ein konsequenter Nachfolger ohne besondere Alleinstellungsmerkmale oder Experimente – die Zutaten sind die gleichen, das Rezept nur dezent variiert. So passen die neuen Charaktere gut ins Bild, wirken aber bei weitem nicht so kaputt und moralisch fragwürdig wie noch 2007. Und es gibt nun einen Multiplayer-Modus, auf den man hätte verzichten können – zugunsten des Einzelspielermodus. Der leidet herbe unter der phasenweisen Ideenlosigkeit wie auch dem sehr zäh geratenen Einstieg mit vorhersehbarem Storyausgang. Der fade Beigeschmack begleitet so ein ansonsten gutes Spiel mit super Steuerung, vernünftigem Leveldesign, einer grandiosen Akustik und einem Szenario, das immerhin besser ist als die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs.
| Grafik: | 85 % | |
| Sound: | 89 % | |
| Steuerung: | 89 % |
| Multiplayer: | 80 % | |
| Singleplayer: | 84 % |
Achte auf einen guten Umgangston und bezieh Dich auf das Thema!
Für jeden Kommentar erhältst Du DNA und nimmst automatisch an Verlosungen teil.
Du bist nicht angemeldet.
Spielt ihr Browser-Games?