Hineinspringen und wie ein Maulwurf darin herumwühlen...

PC-Review: Kult: Heretic Kingdoms

31.10.2004 – Redakteur: Timo


Seite: 1 | Fazit

Mit Kult: Heretic Kingdoms ist ein weiteres Rollenspiel im Stil von Diablo auf dem Markt. Ob die Entwickler von 3D People aus dem langen Schatten von Diablo herauskommen und Kult: Heretic Kingdoms ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Verstecken muss sich das Rollenspiel auf keinen Fall.

Das Spiel

Kult: Heretic KingdomsIn einem gelungenen Intro wird der Spieler in eine Fantasiewelt versetzt. Der Theokrat und Herrscher Taryn hat die Völker der Heretic Kingdoms gnadenlos unterdrückt. Die Macht dazu gab ihm ein legendäres Schwert, das Gottschlächter genannt wird. Der legendäre Arkor, ein Vorfahre Taryns, soll damit einen Gott getötet haben, sodass das Schwert als heilige Reliquie viele Jahre lang versteckt wurde, bis es Taryn in die Hände fiel. Ein Aufstand jedoch beendete die Schreckensherrschaft Taryns. Doch ein neuer Kult bringt frische Gefahr für das Land, und eine Inquisitorin macht sich auf den Weg, Gottschlächter zu finden und zu zerstören.

Inquisitorin nach Belieben

Kult: Heretic KingdomsDer Spieler schlüpft in die Rolle der Inquisitorin, deren Namen, Aussehen und Eigenschaften er zu Beginn festlegt. Weiterhin muss er bestimmen, welche Fähigkeiten besonders ausgeprägt sein sollen. Dabei kann gewählt werden zwischen Nahkampf, Fernkampf, Magie und Geschicklichkeit. Diese lassen sich bei der Charaktererschaffung anpassen bzw. steigern, um die Heldin nicht ohne Überlebenschancen in ihr Abenteuer stürzen zu lassen. Weitere Steigerungen gibt es beim Erreichen einer neuen Stufe. Nach alter Rollenspielmanier erreicht man eine neue Stufe durch gesammelte Erfahrungspunkte, die es beim Töten von Gegnern gibt. Des weiteren gibt es zwei Anfangszauber zur Auswahl. Einer ermöglicht zum Beispiel beliebig lange in der Traumwelt zu bleiben, ein nicht unerheblicher Vorteil. Im weiteren Spielverlauf und mit wachsender Erfahrung gibt es weitere Zauber, insgesamt über 100 können ausgewählt und erlernt werden. Während des Spielgeschehens kann jederzeit das Charaktermenü aufgerufen werden. Dort stehen neben den Fähigkeitswerten auch Werte wie die aktuelle Stufe, die Erfahrungspunkte, Angriffsrate, Basisschaden, Chance auf kritischen Treffer und dessen Faktor sowie der Rüstungsschutz. Diese Werte werden auch maßgeblich durch die mitgeführten Rüstungen und Waffen beeinflusst. Diese können im Inventarmenü angeschaut und angelegt bzw. ausgewählt werden.

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Kult: Heretic KingdomsDas Spiel überzeugt in Sachen Ideenreichtum. Beeindruckend ist die Traumwelt, in die der Spieler immer wieder wechseln muss. Die Traumwelt ist eine Parallelwelt, in der Geister ihr Unwesen treiben und wichtige Gegenständen gefunden oder Aufgaben erfüllt werden müssen. Dabei kann der Spieler ohne den entsprechenden Zauber nur eine begrenzte Zeit in der Traumwelt verweilen, bevor er in die Realität zurückkehren muss. Ein blauer Balken am unteren Bildschirmrand gibt an, wie viel Zeit in der Traumwelt noch zur Verfügung steht. Abwechslung wird auch bei der Lebensenergieanzeige geboten. Für gewöhnlich nimmt die Lebensenergie bei vergleichbaren Spielen durch Treffer ab und kann durch Kräuter, Zauber oder ähnlichem wieder aufgefüllt werden. Die Lebensenergie bei Kult: Heretic Kingdoms dagegen gliedert sich in Trefferpunkte und Blutpunkte. Trefferpunkte geben den aktuellen Gesundheitszustand an und sinken, wenn der Charakter getroffen wird. Blutpunkte hingegen spiegeln den Gesamtzustand wider. Die Trefferpunkte können nur so weit aufgefüllt werden, wie Blutpunkte vorhanden sind. Blutpunkte erhält man, in dem man rastet und der Heldin etwas Ruhe gönnt.

Grafik, Sound und Steuerung

Die Grafik ist gut gelungen. Die Landschaften sind sehr detailliert. Gespielt wird aus einer schrägen Vogelperspektive. Toll auch, dass der Spieler an seine Heldin heranzoomen kann. Die Bewegungsabläufe sind flüssig und wirken realistisch, was nicht nur auf die eigene Spielfigur, sondern auch auf die Gegner zutrifft. Einen Minuspunkt gibt es für die fehlende Möglichkeit, die Grafik zu konfigurieren. So kann nicht einmal die Auflösung an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Für die Besitzer älterer PCs allerdings kein Grund zum zweifeln. Trotz guter Grafik stellt das Spiel nur moderate Anforderungen an CPU und Grafikkarte. In Sachen Sound ist auch hier nichts zu bemängeln. Sowohl die Sounds im Schlachtengetümmel als auch die Hintergrundgeräusche sind gut. Die Musik unterstreicht die gute Atmosphäre. Und zur Steuerung ist zu sagen: Wer Diablo kennt, kennt Kult: Heretic Kingdoms. Als typisches Click´n´Attack-Rollenspiel ist es die Aufgabe des Spielers, durch Klicken auf die Landschaft seiner Inquisitorin Beine zu machen. Mit der zweiten Maustaste lässt er sie angreifen. Die Steuerung stellt also keine Herausforderung dar. Das hat den Vorteil, dass selbst Anfänger schnell zurechtkommen. Andererseits birgt es die Gefahr, dass schnell Langeweile aufkommt, da der Spieler keinen Einfluss auf Angriffs- oder Abwehrtechniken nehmen kann.


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