Das Leben ist zwar hart, aber grausam.

PC-Review: World Racing 2

24.10.2005 – Redakteur: Andy


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HUARGH! D-a-s g-i-b-t e-s d-o-c-h n-i-c-h-t-!

´World Racing 2´ hat alles: Eine schicke Grafik, weite Strecken, eine extrem gut designte Spielwelt, treibende Musik und eine ordentliche Steuerung. Doch Synetic macht sich einen sicheren 80 Punkte Kandidaten dank einer horrend schweren Kampagne und unnötigen Bugs dermaßen kaputt, dass ich heulen könnte.

Der gute Anfang

World Racing 2Am Anfang sieht alles noch harmlos aus: Zuerst erstellt ihr ein Fahrerprofil, danach entscheidet ihr zwischen Karriere und freier Fahrt. Letztere bringt euch jedoch erst mal herzlich wenig, denn ohne Speedbucks bleiben Strecken und Fahrzeuge verschlossen. Jene Speedbucks gibt es in der Kampagne, die wiederum aus über 70 Herausforderungen besteht. Die Ziele hierfür sind vielfältig: Besiege alle Gegner, erreiche ein bestimmtes Zeitlimit, durchfahre alle Tore, usw. Gemein wird es bei diversen Nebenbedingungen, wie z.B. fahre einen Vorsprung von mehreren Sekunden heraus oder sammle Drift-Punkte (zu denen ich später noch etwas sagen werde).

Frust vor der Lust

Schon beim ersten, richtigen Rennen gegen computergesteuerte Fahrzeuge frustriert ´World Racing 2´. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich innerhalb der Karriere nicht einstellen, angeblich passt sich die KI euren Fahrkünsten an und agiert weniger aggressiv, sobald ihr häufiger verliert. In der Praxis merkt man davon kaum etwas, dank des berühmt-berüchtigten Gummiband-Effektes ist es jedenfalls bei gleich starken Autos nahezu unmöglich, einen Vorsprung herauszufahren. Unter Rückstand zu fahren ist dagegen sehr einfach, dazu müsst ihr nur einen Unfall bauen. Passiert euch dieser in der letzten Runde, könnt ihr gleich zum Neustart übergehen. Nicht minder schwer ist das Driften: Bis ich die erste Drift-Mission hinter mich gebracht hatte, vergingen Stunden. Erstens wird euch diese Kunst im wahlweise vollzogenem Training nicht gezeigt, zweitens werden nur Drifts gezählt, welche euch auch Vorteile bringen. D.h. ihr dürft nicht stehen bleiben, zu weit von der Strecke kommen, einen Unfall bauen oder weniger als 10 Punkte auf einmal sammeln. Mal ganz davon abgesehen, dass die ganze Drifterei eher wenig spannend ist, hat mich jene Einstandsmission beinahe in den Wahnsinn getrieben. Nachdem ich endlich die erste Strecke mit allen geforderten Punkten absolviert hatte, wurde ich erneut um das Vergnügen auf gleichem Boden und nur mit einem anderen Fahrzeug gebeten.

Unnötig kompliziert

World Racing 2Das I-Tüpfelchen der Kampagne ist das Freischaltungssystem neuer Herauforderungen. Was Synetic prinzipiell recht einfach gestaltet hat, ist entweder unnötig kompliziert oder voller Bugs. Für jeden Einsatz gibt es Bedingungen, die meist mit dem Erfolg des vorherigen zusammen hängt. Ab und zu entscheidet jedoch eine Prozentzahl, von der ich ausgehe, dass sie etwas mit dem Fortschritt der Karriere zu tun hat. Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht: An einer Stelle hatte ich laut Anzeige genug Prozent, um die nächste Herausforderung spielen zu dürfen, jedoch funktionierte es nicht. Ein kurzer Blick in die Readme-Datei offenbarte die Lösung, in dem ein ähnliches Beispiel zitiert wurde. Demnach hätte ich nicht genügend Speedbucks, doch warum wird mir dies nicht angezeigt? So oder so versuchte ich mein Glück erneut in der ermüdenden Drift-Mission, um Speedbucks zu sammeln. Nach erfolgreicher Prozedur schnellte unerklärlicherweise meine Prozentanzeige um mehr als 10% nach oben, obwohl ich nicht eine neue Herausforderung bewältigt hatte. In der gedruckten Anleitung, der es zudem an Übersicht mangelt, habe ich diesbezüglich nichts finden können. Mir war es letztendlich egal, konnte ich doch nun endlich in der Karriere weiter machen.

Mit dem Design so mancher Strecke bin ich ebenfalls nicht einverstanden, nicht selten ist dieses auf reines Auswendiglernen ausgelegt. Schließlich lassen sich kleine Hindernisse gut unter dichtem Gras verstecken, was man selbst in der übersichtlichen Außenperspektive schlichtweg nicht sieht. Gleichermaßen konstruiert wirkt der Nitro-Boost, der dank des Gummi-Band Effektes nur bei großen Sprüngen so richtig sinnvoll ist. Leider müsst ihr auch hier oftmals im voraus wissen, wo ein solcher von Nöten ist.


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